Gottesdienst in der Kreuzkirche Dresden.
Dresden erinnert jeweils am 8. Oktober an die Friedliche Revolution 1989. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

08.10.2019 | 20:30 Uhr | Update Dresden erinnert an die Friedliche Revolution

Gottesdienst in der Kreuzkirche Dresden.
Dresden erinnert jeweils am 8. Oktober an die Friedliche Revolution 1989. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

In Dresden ist am Dienstag an die Friedliche Revolution im Herbst 1989 erinnert worden. Wie die Sprecherin der Dresdner Kreuzkirche, Mira Körlin, mitteilte, fand zum städtischen Gedenktag um 17 Uhr ein Friedensgebet in der Kirche statt. Die Gestaltung lag in diesem Jahr erstmalig in Händen von Schülerinnen und Schülern der 10. und 12. Klassen des Kreuzgymnasiums Dresden.

Friedensgebet, Ehrung und Demonstration

Bei der anschließenden Ehrung am Denkmal "Steine des Anstoßes" wurden drei sächsische Initiativen mit der kirchlichen Plakette "Schwerter zu Pflugscharen" ausgezeichnet. Geehrt wurden laut Körlin die Dresdner Seenotretter "Mission Lifeline", das Friedensseminar Königswalde im Erzgebirgskreis sowie die Christliche Schule Dresden. Die Ausgezeichneten hätten sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung eingesetzt. Bei der Ehrung will Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert ein Grußwort sprechen.

Im Anschluss lud das Bündnis "Dresdner Aufbruch" dazu ein, mit Kerzen zur Prager Straße zu ziehen und an die friedliche Revolution zu erinnern. Die Demonstration endet an der Stelle, wo sich 1989 Polizisten und Demonstranten gegenüberstanden und das Gespräch vereinbart wurde.

Gedenken an ersten friedlichen Dialog

Am 8. Oktober 1989 fand die für Dresden entscheidende Demonstration statt. Erstmals war es gelungen, einen friedlichen Dialog zwischen den oppositionellen Demonstranten und den Vertretern des DDR-Systems anzufangen. Vorausgegangen waren tagelange Proteste gegen das SED-Regime.

Quelle: MDR/epd/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.10.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 20:30 Uhr

9 Kommentare

Maria A. vor 6 Wochen

Wer sich Beobachter nennt, hat doch genug Möglichkeiten, sich ein eigenes Bild zu machen, oder? Falls Sie ein konkretes Beispiel möchten, wie sich der Zeitgeist gewandelt hat, mittlerweile Achtundsechziger-Denke chic geworden ist, dann schauen Sie doch auf Gysi als einen Redner in der heutigen Gedenkfeier in der Nikolaikirche(!). Sowas wäre zur 20jährigen noch nicht möglich gewesen. Oder man hätte damals noch umgelenkt, als sich offen kritische Stimmen meldeten, die das nicht richtig fanden und finden. Wenn heute Frau Klier in ihrer Festakt-Laudatio ein Elftes Gebot anmahnt, namens "Erinnert euch", aber am gleichen Tag mit der Gastrede eines prominenten SED-Atheisten in einer kirchlichen Gedenkfeier Ostalgieseligkeit propagiert wird, dann erzeugt sowas einen schalen Nachgeschmack.

DER Beobachter vor 6 Wochen

Genau, v.a. bei den Leuten, die erst zu den Mainstream-Demos zogen, als der Drops nach dem 9.10. schon gelutscht und es ungefährlich war, dann der (Sachsen)CDU hinterherhechelten und nun dem blaubraunen (sächsischen) "Flügel". Dessen Führung übrigens spielte ziemlich vollständig in der Wendezeit keine Rolle (einige schon, aber auf der kommunistischen Seite), waren noch zu jung oder Westimport...

DER Beobachter vor 6 Wochen

"Bedauerlich, dass einige wirklich bedeutende Wendepartrioten mittlerweile zu Personen non grata erklärt worden sind, da sie sich ihre alte Skepsis bewahrt haben und dem Mainstream erneut kritisch gegenüber stehen." Welche Personen sollten das Ihrer Meinung nach denn sein? Bitte Klartext!

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