05.07.2020 | 16:07 Uhr Neun Millionen Euro für neuen Krebs-Bekämpfer in Dresden

auf einer gezeichneten Skizze liegt ein Mann auf einerTrage udn wird in ein großes Gerät hineinageschoben. Eine Ärztin steht neben dem Mannund will alles aufzeichnen, was das Gerät, ein spezielles Bestrahlungsgerät zur Bekämpfung von Krebstumoren aufzeichnet und hochauflösend anzeigt.
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Das Nationale Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie (Oncoray) Dresden soll ein neues Bestrahlungsgerät bekommen. Dafür hat Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow einen Fördermittelbescheid über neun Millionen Euro übergeben. Mit dem Geld vom Land und Zuschüssen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) soll ein Magnetresonanz-Linearbeschleuniger gekauft werden.

Mit dieser großen Investition geben wir der Krebsforschung in Sachsen einen neuen Schub.

Sebastian Gemkow sächsischer Wissenschaftsminister

Präziser im Kampf gegen Krebs

Protonentherapie
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Das Gerät kann kleinste Tumore im menschlichen Körper erkennen und sicher bestrahlen, sagte die Leiterin der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Esther Troost. Zudem erlaube das neue Gerät höhere Bestrahlungsdosen, während gesundes Gewebe geschont werden könne. Nach Tübingen, Heidelberg und München ist laut Minister Gemkow Dresden der vierte Standort in Deutschland, an dem das neue Therapieverfahren möglich sein wird.

Was ist das für ein Super-Bestrahl-Gerät? Dabei handelt es sich um einen Magnetresonanz-Linearbeschleuniger. Er besteht aus einem Magnetresonanztomographen und einem Linearbeschleuniger, der Photonenstrahlung liefert. Das ermöglicht, die Lage des Tumors und der ihn umgebenden Organe hochaufgelöst und in Echtzeit während der Bestrahlung abzubilden. Mit den Photonen, das sind energiereiche elektromagnetische Wellen, wird das Erbgut von Krebszellen beschädigt. Die Zellen sterben ab und können sich nicht weiter vermehren.

Die Uniklinik will ab der zweiten Jahreshälfte 2021 mit Behandlungen im neuen Gerät beginnen.

Der MR-Linearbeschleuniger gilt als schwergewichtig. Zur Steuerung der Teilchen braucht es Umlenk-Magneten, von denen einer allein 22 Tonnen wiegt.

Auch die Stromrechnung wird höher ausfallen. Bei der derzeitigen Technik sind es bereits rund eine Million Euro im Jahr. Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Quelle: MDR/kk/dpa

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