Leerstehendes Kasernengebäude in einem Waldstück in der Königsbrücker Heide.
In dem ehemaligen Kasernengebäude in einem Walsdtück in der Königsbrücker Heide hatte sich der mutmaßliche Gewalttäter verschanzt. Seine Leiche wurde im Dachgeschoss gefunden. Bildrechte: Matthias Essler

Nach Großeinsatz in Königsbrück Brief aufgetaucht Ex-Soldat wollte sich rächen

Leerstehendes Kasernengebäude in einem Waldstück in der Königsbrücker Heide.
In dem ehemaligen Kasernengebäude in einem Walsdtück in der Königsbrücker Heide hatte sich der mutmaßliche Gewalttäter verschanzt. Seine Leiche wurde im Dachgeschoss gefunden. Bildrechte: Matthias Essler

Im Zusammenhang mit dem Großeinsatz der Polizei in Königsbrück kommen immer mehr Einzelheiten ans Tageslicht. Wie Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar mitteilte, hat sich der 33-jährige Ex-Soldat, der zuvor seine Nachbarin getötet haben soll, selbst erschossen. In seiner Dresdener Wohnung wurde zudem ein Brief gefunden, der die Angriffe auf die Nachbarin und die Polizisten ankündigte. Laut Polizei habe er Wut und Verachtung gespürt, weil ihm die Polizei bei einem vorherigen Einsatz die legal in seinem Haus befindlichen Waffen entzogen und in Verwahrung genommen hatte.

Tatwaffe stammt aus Dresdener Schützenverein

Die Tatwaffe, mit der der Mann auf die Beamten geschossen und sich selbt getötet hat, stammt laut Polizei aus einem Dresdener Schützenverein, in dem er selbst Mitglied war. Dort hatte sich der Täter am Freitag die Waffe vom Typ "Smith & Wesson" besorgt. Laut Kretzschmar hat die Polizei bei der Durchsuchung des Vereins Sicherheitsdefizite festgestellt. Genauere Angaben wollte er dazu nicht machen.

Robert K. Öffentlichkeitsfahndung Mord Dresden Polizei Dresden
Robert K. war Bundeswehrsoldat und in Bosnien und Herzegowina im Einsatz. Laut Polizei war er ein unauffälliger Mensch, dessen Lebensmittelpunkt ein Schützenverein in Dresden war. Bildrechte: Polizeidirektion Dresden

Auch der Schützenverein wollte zu der Frage, wie Robert K. an die Waffe gekommen ist, keine Angaben machen. Der Vorsitzende des Vereins zeigte sich bestürzt über die Ereignisse. MDR SACHSEN erklärte er, er wolle jetzt die vereinsinternen Abläufe prüfen und etwaige Sicherheitsrisiken abstellen.

Was war passiert?

Die Ereignisse nahmen ihren Anfang bereits am vergangenen Donnerstag. Die Polizei wurde zu der Wohnung des 33-Jährigen in Dresden Kaditz gerufen, weil er dort betrunken randalierte. Die 75-jährige Nachbarin, die später Opfer wurde, hatte daraufhin die Polizei alarmiert. Der frührere Soldat verbrachte eine Nacht im Polizeigewahrsam. In der Wohnung fanden die Beamten sieben Waffen und stellten diese sicher. Am Freitag wurde er entlassen. Und am Sonnabend wurde die Nachbarin tot in ihrer Wohnung gefunden. Der 33-Jährige wurde zum Tatverdächtigen.

Großeinsatz in Königsbrück

Durch eine Öffentlichkeitsfahndung kamen die Beamten dann auf die Spur des Verdächtigen. Laut Polizei hatte es Hinweise auf das Fluchtfahrzeug gegeben. Die Spur führte in die Königsbrücker Heide. Dort verschanzte sich der Gesuchte stundenlang auf einem stillgelegten Kasernengelände und schoss auf die Spezialkräfte. Dabei wurden ein GSG-9-Beamter und ein Diensthund verletzt. Dem Beamten geht es laut Innenminister Wöller gut. Auf einer Pressekonferenz in Dresden lobte er den besonnen und gut koordinierten Einsatz. Ob der Hund den Tag überleben wird, könne bis jetzt nicht gesagt werden.

Zwei SEK-Beamte stehen in Schutzkleidung und mit Sturmhauben an einer Grundstücksmauer in Königsbrück.
SEK-Beamte riegelten ein ehemaliges Kasernengelände in Königsbrück ab. Dort hatte sich der mutmaßliches Gewalttäter verschanzt und auf die Polizei geschossen. Bildrechte: MDR/Tino Plunert

An der Suche nach dem Gewalttäter waren 921 Polizisten aus Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie von der Bundespolizei beteiligt. Allein am Montag waren 270 Einsatzkräfte im Bereich der Königsbrücker Heide im Einsatz. 

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema auch im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 14.05.2018 | 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 07:55 Uhr