18.11.2019 | 15:11 Uhr Der Glühwein kommt aus Sachsen

In der kommenden Woche öffnen die ersten Weihnachtsmärkte - am Dienstag zum Beispiel der in Zwickau, und dann darf es wieder dampfen. Denn nur bei Kälte schmeckt der Glühwein richtig gut, der dann wieder überall aus großen Kesseln ausgeschenkt wird. Und egal, was da anderswo in deutschen Regionen an Glühweinspezialitäten zu haben ist: Der Ur-Glühwein ist eine sächsische Erfindung.

Zwei Gläser Glühwein 2 min
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Seit wann gibt es Glühwein?

Das älteste Glühweinrezept stammt aus dem Nachlass von August Raugraf von Wackerbarth, dem einstigen Besitzer von Schloss Wackerbarth, dem bekannten Weingut in Radebeul. Das Rezept soll 185 Jahre alt sein. Zumindest wurde nirgendwo bisher ein älteres Rezept gefunden. Heute liegt das Rezept gut verwahrt im Sächsischen Staatsarchiv.

Wie kam Raugraf Wackerbarth auf die Idee, ein Glühweinrezept zu kreieren?

Die Legende sagt, dass August Raugraf von Wackerbarth in einer eiskalten Winternacht den Glühwein erfunden hat, weil er sich wärmen wollte. Das klingt sehr romantisch, ist aber wohl nicht die ganze Wahrheit. Das vermutet zumindest der Archivar, der Nachforschungen angestellt hat.

Tatsächlich soll es so gewesen sein, dass Raugraf Wackerbarth zu viel Wein hatte, der aber wohl nicht mehr so ganz genießbar war, aber trotzdem verkauft werden sollte. Da hat der Raugraf den Wein einfach ordentlich gewürzt, das hat man schließlich schon in der Antike gemacht. Und dann hat er gemerkt, dass sich ein heißes Getränk im Winter besser verkaufen lässt, als ein kaltes. Und damit war der Glühwein erfunden.

Was ist denn im ur-sächsischen Glühwein alles drin?

Zimt und Sternanis waren damals schon im Glühwein enthalten. Die anderen Zutaten waren sehr exotisch, wie zum Beispiel Safran, Kardamom und Granatapfel. Überraschend ist die Menge an Gewürzen, die damals verbraucht worden ist. Das, was man früher an einen Liter gegeben hat, würde man heute in ein ganzes Fass Wein zum Würzen geben. Und der Geschmack soll, im Vergleich zu heute, tatsächlich gewöhnungsbedürftig gewesen sein.

eine Tasse Glühwein steht auf einem Holztische, umringt von Löffeln, auf denen die Zutaten zu sehen sind.
Sternanis war schon immer im Glühwein. Wer es exotisch mag, gibt Granatapfel hinzu und Safran. So wie früher. Bildrechte: MDR JUMP

Quelle: MDR/in/rh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.11.2019 | 13-18 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 19.11.2019 | 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 15:11 Uhr

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