31.07.2019 | 12:25 Uhr Immer mehr Baumlücken an Staatsstraßen in Sachsen

An einer Straße steht links ein kleiner Baum und symbolisiert die Zahl der Neuanpflanzugen an Staats- und bundesstraßen in Sachsen. auf der rechten Seite sieht man symbolisiert die anzahl der Straßenbäume, die 2018 gefällt wurden.
Bildrechte: MDR/Grafik

Die Zahl der Bäume an Bundes- und Staatsstraßen hat in Sachsen im Jahr 2018 weiter abgenommen. Konkret wurden im vergangenen Jahr 7.674 Bäume an diesen Straßen im Freistaat gefällt - und im Gegenzug 415 neue Bäume nachgepflanzt. Das ergab eine Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Wolfram Günther.

"Gerade einmal fünf Prozent aller in Sachsen an Bundes- und Staatsstraßen im Jahr 2018 gefällten Bäume wurden wieder ersetzt. Das ist ein dramatischer Verlust", urteilte Wolfram Günther. Er verwies auf den hohen ökologischen Wert der Straßenbäume und ihre landschaftsprägende Funktion in Sachsen. Gleichzeitig kritisierte der Grünen-Politiker die sächsische Regierung. "Leider haben Bäume bei der sächsischen Staatsregierung keine Lobby. Als Hindernis für Baumaßnahmen oder mit der Begründung der Verkehrssicherung werden sie immer wieder entfernt."
Zudem würden viele Straßenbäume absterben, weil Landwirtschaftsbetriebe bei ihren Arbeiten bis direkt an die Baumstämme heranführen und Wurzeln beschädigten..

Im Jahr 2010 standen noch 269.375 Bäume an sächsischen Bundes- und Staatsstraßen. Von ihnen wurden 63.246 Bäume bis Ende 2018 gefällt. Im gleichen Zeitraum sind nur 24.690 neue Gehölze gepflanzt worden.
Die Antwort des Verkehrsministeriums mit ausführlicher Statistik zu betroffenen Straßenbäumen finden Sie hier.

Warum sind Bäume am Straßenrand relevant? - Das Umweltbundesamt Dessau nennt Straßenbäume "unschätzbar wertvoll".

- Bäume an Straßenrädnern gliedern Natur und Landschaft, spenden Schatten, bieten Verkehrsteilnehmern Orientierung und können Landschaftsteile miteinander vernetzen. Das hat das Bundesverkehrsministerium 1992 festgestellt.
Zudem erfüllen Straßenbäume Filterwirkungen (Gase, Stäube), verhindern Erd- und Schneeverwehungen und bieten gerade in Bereichen intensiver Landwirtschaft Lebensräume für Insekten und Säugetiere.

- Ein ausgewachsener Laubbaum verdunstet an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser und kühlt somit seine Umgebung ab, erklärt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.07.2019 | ab 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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3 Kommentare

31.07.2019 19:52 Zwon81 3

Schade, dass man bald 30Jahre mehr Straßenbäume abholzt als anpflanzt. Dabei hätte man schon längst hinter den Straßengräben Jungbäume/ Buschreihen pflanzen können, die beim Ausbau der Straße, dann lückenlos die gefällten ersetzen können. Wahlweise wäre ja auch wenigstens eine einseitige Pflanzung möglich. Die Anlage von Radwegen wäre ebenso wünschenswert. Damit wären dann auch die von der EU geforderten Brachflächen sinnvoll geschaffen, damit die Ackerfläche verkleinert, einfach mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

31.07.2019 14:22 Erzer 2

Nichts gegen Bäume, im Gegenteil !! Aber direkt an Straßenränder bzw auf Straßenbanketten müssen sie wirklich nicht stehen !! Verkehrssicherheit muss im Vordergrund stehen und bei derzeitigen Zuständen wie oftmals engen Straßen, Verkehrsdichte und LKW, sind Bäume nah am Straßenrand ein gefährliches Hindernis. Es sollte genug Ausgleichspflanzungen, aber mit größerem Abstand von Straßen, erfolgen.

31.07.2019 13:30 Mario 1

Würde viel helfen wenn man die Bäume ersetzen und noch mehr pflanzen würde. Gerade jetzt bei der ganzen Diskussion wegen CO2

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