Soko Epaulette Dresdner Juwelenraub: Durchsuchung bei Telefonkartenhändler in Berlin

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
Der Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe zu Dresden hat die Kunstszene weit über die Stadt hinaus erschüttert. Bildrechte: dpa

Im Zusammenhang mit dem Juwelenraub im Historischen Grünen Gewölbe zu Dresden haben am Mittwoch sieben Beamte der Soko "Epaulette" Wohn- und Gewerberäume in Berlin durchsucht. Die Maßnahmen richteten sich nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft gegen einen Mann, der auf fiktive Personalien registrierte SIM-Karten für Mobiltelefone vertreibt.

Neben der Wohnung des Betroffenen wurden auch die Geschäftsräume seines Arbeitgebers durchsucht. Laut Ermittlern besteht der Verdacht, dass der Betroffene den Tätern mehrere SIM-Karten verkauft oder diese zum Vertrieb an ein Internet-Café in Berlin-Neukölln weitergegeben hat. Die fraglichen SIM-Karten sollen während der Vorbereitung der Tat und auch bei der eigentlichen Tatausführung für Absprachen zwischen den Tätern genutzt worden sein.

Hoffnung auf Spur zu Tätern

Bei den Durchsuchungen wurden demnach umfangreiche Gegenstände sichergestellt, die als Beweismittel in Betracht kommen - Geschäftsunterlagen, Mobiltelefone und Speichertechnik. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass sich aus den Beweismitteln Hinweise auf die Identität der Käufer der SIM-Karten und der Täter gewinnen lassen.

Inwieweit der Mann aus Berlin den Verwendungszweck der SIM-Karten kannte, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft unklar. Er wird deshalb bislang nicht als Tatverdächtiger zu dem Diebstahl geführt. Das Landeskriminalamt Berlin und die Bereitschaftspolizei haben die Durchsuchungen unterstützt.

Juwelen seit dem Raub verschwunden

Bei dem Einbruch am 25. November 2019 waren Unbekannte in der Dunkelheit über eines der vergitterten Fenster in das weltberühmte Museum im Dresdner Residenzschloss eingedrungen. Im Juwelenzimmer hatten sie mit einer Axt drei Löcher in die Vitrine geschlagen und nahmen daraus etwa zwei Dutzend barocke Schmuckstücke aus Gold, Diamanten und Brillanten von nicht bezifferbarem Wert mit.

Der Coup, der weltweit Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten. Als die Polizei eintraf, waren Diebe und Beute verschwunden. Für Hinweise zur Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von einer halben Million Euro ausgesetzt. Bislang fehlt von den Juwelen jede Spur.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.09.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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