Ein Gemälde von August dem Starken.
Bei der Hochzeit seines Sohnes hat sich August der Starke nicht lumpen lassen. Insgesamt 40 Tage soll die Feier in Dresden gedauert haben. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

08.08.2019 | 14:50 Uhr Grünes Gewölbe präsentiert Glanz der Fürstenhochzeit 1719

Diese Hochzeit wollte er sich was kosten lassen. Für seinen Sohn ließ August der Starke ein Fest der Superlative organisieren und baute für die Braut extra Paraderäume. Die zeigt jetzt die neue Ausstellung im Schloss.

Ein Gemälde von August dem Starken.
Bei der Hochzeit seines Sohnes hat sich August der Starke nicht lumpen lassen. Insgesamt 40 Tage soll die Feier in Dresden gedauert haben. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Das Grüne Gewölbe in Dresden rückt die Fürstenhochzeit von Kurprinz Friedrich August mit der Kaisertochter Maria Josepha von Österreich 1719 in den Fokus. Wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mitteilten, zeigt eine Ausstellung im Residenzschloss ab Freitag Kupferstiche, auf denen unter anderem die Ankunft der Braut in Dresden dargestellt wird. Zudem sind Miniaturbildnisse des Kurprinzenpaares sowie aufwendiger Schmuck Maria Josephas zu sehen. Die Ausstellung trägt den Titel "Splendor et laetitia. Glanz und Freude am Dresdner Hof zur Fürstenhochzeit 1719".

Wie sah eigentlich das Tafelsilber von August dem Starken aus?

Präsentiert wird auch eine filigrane Haarnadel mit dem habsburgischen Adler, der einen Diamanttropfen in seinem Schnabel trägt. Ein Spielmarkenkasten aus Wien, den die Braut vor 300 Jahren mit nach Dresden brachte, sei als Zeugnis vollendeter Goldschmiedekunst des Kaiserhofes zu entdecken, hieß es. Teile des Tafelsilbers des sächsischen Kurfürsten August der Starke und ein extra für die Hochzeit gefertigtes Trinkglas aus dem Kunstgewerbemuseum geben zudem Einblicke in die höfische Tischkultur. Weitere Leihgaben aus dem Münzkabinett und dem Hauptstaatsarchiv Dresden zu barocker Hofhaltung ergänzen die Präsentation.

der Goldener Reiter, ein Reiterstandbild des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken, in Dresden
Bildrechte: imago images / Westend61

Hochzeit hat 40 Tage gedauert

Die habsburgische Erzherzogin Maria Josepha, Tochter Kaiser Josephs I., kam am 2. September 1719 in Dresden an. Zuvor hatte sie in Wien den Sohn August des Starken, Kurprinz Friedrich August, geheiratet. Die Hochzeitsfeierlichkeiten fanden aber in der Elbestadt statt und sollen 40 Tage gedauert haben. Der sächsische Kurfürst hatte ein Fest der Superlative organisieren lassen, heißt es.

Paraderäume für Maria Josepha

Empfangen wurde die junge Ehefrau bei ihrer Ankunft in Dresden im Residenzschloss, in dem August der Starke eigens für diesen Anlass die sogenannten Paraderäume neu einrichten ließ. Die prunkvoll ausgestattete Raumfolge diente nicht nur als angemessener Rahmen für den Einzug der kaiserlichen Braut, sondern bildete fortan auch das prachtvolle Zentrum höfischer Festkultur. Die Paraderäume werden derzeit noch restauriert und sollen Ende September öffentlich zugänglich sein. Sie waren - wie das gesamte Schloss - im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört worden. Deren Rekonstruktion ist ein weiterer Meilenstein beim Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses, in den seit den 1990er Jahren rund 390 Millionen Euro investiert wurden.

Maler Andre Voltaire ist am 6. Juni 2018 mit Sanierungsarbeiten an den koeniglichen Schlafgemaechern im Dresdner Schloss beschaeftigt.
August der Starke schenkte dem Brautpaar die sogenannten Paraderäume im Dresdner Schloss. Die reich geschmückten Räume, darunter das Audienzgemach und Paradeschlafgemach (hier im Bild), wurden in den letzten Jahren in ihrer historischen Fassung rekonstruiert. Bildrechte: imago/epd

Quelle: MDR/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.08.2019 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

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