23.10.2019 | 17:55 Uhr OLG Dresden verurteilt Syrer wegen Terror-Werbung in Chats

Der wegen Werbens von Mitgliedern oder Unterstützern einer ausländischen terroristischen Vereinigung Angeklagte wird von zwei Justizbeamten in den Gerichtssaal des Oberlandesgericht geführt.
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Das Oberlandesgericht Dresden hat einen Syrer zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er in Handy-Chats Terror-Propaganda an hunderte Nutzer verteilt hatte. Esmail S. hatte Bilder von schwer bewaffneten Kindersoldaten verschickt und mit anderen Hinrichtungs- und Foltervideos geteilt. Damit habe er Mitglieder oder Unterstützer für die IS-Terrormiliz anwerben wollen, so das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sie haben nicht nur sich selbst als Unterstützer des IS im Sinne eines Mediendschihadisten gesehen, sondern auch explizit Terroranschläge befürwortet.

Hans Schlüter-Staats Vorsitzender Richter

Der Syrer aus Aleppo ist seit 2015 in Deutschland, sein Asylantrag wurde abgelehnt. Der 23 Jahre alte Mann wurde im September 2017 in Plauen im Vogtland festgenommen und saß seither in Untersuchungshaft. Gegenüber den Ermittlern hatte er sich als "Medientätiger" ausgegeben, vor Gericht aber keine klaren Angaben gemacht.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 23.10.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2019, 17:56 Uhr

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