Not macht erfinderisch Das Open-Air-Wartezimmer in Dresden

Ein Paar steht nebeneinander vor zwei leeren Stühlen. Es sind die Ärzte Zuzana und Roman Petery aus Dresden-Plauen, die seit der Coronapandemie wartende Patienten auch draußen Platz nehmen lassen.
Zuzana und Roman Petery haben ihr Wartezimmer nach draußen vergrößert. Bildrechte: Kathrin König

Not macht erfinderisch. Das hat auch das Ärzteehepaar Petery in Dresden-Plauen festgestellt. Damit sich ihre Patientinnen und Patienten während des Wartens in der Praxis nicht zu nahe kommen, haben sie Stühle nach draußen gestellt. Dort, wo jahrelang das Auto der Hausärzte parkte, ist ein kleiner Wartebereich vorgesehen. "Fünf Personen dürfen ins Wartezimmer. Wenn das voll ist, können weitere Patienten nach draußen ausweichen und das Ansteckungsrisiko verringern", sagt Zuzana Petery. Die Idee dazu sei ihnen spontan gekommen. Seit dem Frühjahr handhaben die beiden Ärzte das so.

Terminvergabe gegen Wartezeiten

Ihre Patienten seien froh über diese Wartemöglichkeit. "Dann müssen sie nicht auf der Straße warten oder später wiederkommen", meint Zuzana Petery. Weil es in den vergangenen Tagen kühler geworden ist, würden die Leute aber lieber stehend warten. "Wir bemühen uns, alles so zu organisieren, dass die Patienten mit Termin drankommen und gar keine Wartezeiten entstehen", sagt Roman Petery.

Mehr Corona-Infizierte seit Oktober

Während in den Sommermonaten keine Corona-Infizierten in ihre Praxis kamen, nehme deren Anzahl seit Oktober kontinuierlich zu. Die Peterys testen auch in ihrer Praxis. Von den Dresdnern wünschen sie sich, "dass sie weiter vorsichtig bleiben". Jeder mit Schnupfen oder Corona-Symptomen solle sich möglichst über die Regeln informieren und vor dem Praxisbesuch beim Hausarzt anrufen. "Wir hatten schon Patienten, die einfach hereingelaufen kamen und sich dann beschwerten, wenn wir sie auf die Vorgaben hinwiesen", erzählt der Allgemeinmediziner.

Tipps für Patienten vor anstehenden Arztbesuchen


  • Wer sich nicht sicher ist, ob er wegen eines Routinetermins, Vorsorge oder eines Verdachts zum Arzt gehen kann, sollte vor dem Arztbesuch immer die Praxis anrufen und nachfragen.
  • Chronisch kranke Menschen sollten weiterhin regelmäßig zum Arzt gehen, auch bei akuten Schmerzen soll man nichts aufschieben.
  • Wer Husten, Schnupfen, Grippe- oder Corona-Symptome bei sich feststellt, sollte auf jeden Fall zu Hause bleiben und mit der Praxis telefonieren.
  • Viele Ärzte takten die Patiententermine in der Coronapandemie genau, deshalb sollte man unbedingt pünktlich erscheinen.
  • Bis auf Ausnahmen (bei Kindern, Verständigungsproblemen, Hilfe aus Altersgründen) sind Begleitpersonen häufig unerwünscht.

Quellen: Deutscher Hausärzteverband/Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.11.2020 | 10:00 Uhr

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