Hände halten eine Bibel
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18.11.2019 | 18:55 Uhr Wertkonservativ oder rechts? Landeskirche will Debatte führen

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Was ist wertkonservativ und was ist rechtsextrem? Mit dieser Frage soll sich in der sächsischen Landeskirche künftig eine Arbeitsgruppe beschäftigen. Das hat die Synode auf ihrer Herbsttagung beschlossen, die am Montagabend in Dresden zu Ende gegangen ist. Hintergrund ist der Rücktritt von Landesbischof Carsten Rentzing. Er hatte sein Amt zu Verfügung gestellt, nachdem seine Mitgliedschaft in einer schlagenden Studentenverbindung und Texte für eine rechte Zeitschrift aus seiner Studentenzeit bekannt geworden waren.

Synodalpräsident Guse: Sprache darf nicht abwerten

Synodalpräsident Otto Guse sagte, es gebe eine große Unsicherheit, was und in welchem Ton man etwas sagen könne. "Es darf keinen Extremismus in der Kirche geben", sagte Guse. "Wir wollen eine klare Unterscheidung, so dass wertkonservative Christen auch sagen, 'Ich gehöre nicht zu denen, die extremistisches Gedankengut vertreten.'"

Landesbischof Carsten Rentzing
Der konservative Landesbischof Carsten Rentzing war Ende Oktober zurückgetreten. Bildrechte: dpa

Guse betonte, dass auch wertkonservative Christen den Schutz der Kirche genießen. Das Kirchenparlament ermutigte in einem Beschluss auch Gemeinden, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Darin werde zugleich zum achtsamen Umgang miteinander gemahnt, sagte Guse. "Sprache darf nicht verletzend und abwertend sein, das ist fürchterlich eingerissen." Die Synode einigte sich zudem darauf, Richtlinien für die Nutzung von Netzwerken wie Facebook oder Whats-App zu erarbeiten. Private Meinungen sollten als solche gekennzeichnet sein.

Bischofswahl Ende Februar

Die Synode beschloss außerdem den Haushalt 2020 der Landeskirche mit einem Volumen von 235,7 Millionen Euro. Die Synodalen kommen Ende Februar noch einmal außerplanmäßig zusammen. Dann soll eine neue Landesbischöfin oder ein neuer Landebischof gewählt werden.

Landessynode Der Landessynode ist gewissermaßen das Parlament der Kirche. Sie vertritt die Kirchengemeinden. Die Landessynode ist zuständig für die kirchliche Gesetzgebung, sie berät und bewilligt den Haushalt der Landeskirche und wählt den Landesbischof. Dem Gremium gehören 80 Mitglieder an. 20 Mitglieder werden von der Kirchenleitung berufen, 60 werden für sechs Jahre von Vertretern der Kirchgemeinden gewählt. Der Landessynode gehören sowohl Geistliche, als auch Laien an. Synodalpräsident ist seit 2008 Otto Guse. Neben ihm gehören sechs weitere Mitglieder dem Präsidium an.
Die Landessynode tagt in der Regel im Frühjahr und im Herbst. Die Sitzungen sind öffentlich.

Quelle: MDR/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.11.2019 | 22:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 18:55 Uhr

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