Nothilfe aus Dresden Arche Nova erhält von Globalfoundries 5.000 Euro für Nothilfe in Beirut

Mann, Baby, Kiste
Bildrechte: Arche Nova

Die gewaltige Explosion in Beirut zerstörte das komplette Hafenviertel der libanesischen Stadt mit verheerender Bilanz: 171 Tote, 6.000 Verletzte, 300.000 Obdachlose. Für die Nothilfe in der zerstörten Stadt hat die Dresdner Hilfsorganisation "Arche Nova" jetzt eine Spende von 5.000 Euro vom Dresdner Chiphersteller "Globalfoundries" erhalten. Damit sollen Toiletten und Duschen für die Notunterkünfte in Beirut bereitgestellt werden, erklärte die Organisation.

Die Not im Libanon ist groß. Umso dankbarer sind wir, dass Globalfoundries so schnell reagiert hat und unsere Soforthife in Beirut mit einer großzügigen Spende unterstützt. Wir freuen uns über jede Unterstützung, damit können wir in der krisengeplagten Region des Nahen Ostens eine Menge bewirken.

Mathias Anderson Geschäftsführer "Arche Nova" Dresden

Waschanlagen für Sammelunterkünfte mit je 3.000 Menschen

Der Organisation zufolge hat das Libanesische Rote Kreuz auf Anfrage mitgeteilt, dass Toiletten und Duschen dringend gebraucht würden. Mit der Spende könne sofort reagiert und vielen Menschen schnelle Hilfe ermöglicht werden, erklärte Wolfram Lorenz, Projektreferent für Libanon und Syrien bei "Arche Nova". Die mobilen Waschanlagen sollen Sammelunterkünfte mit einer Kapazität von jeweils 3.000 Menschen versorgen. Sie werden vorerst für zwei Monate eingerichtet. Zudem verteile die Organisation Desinfektionsmaterialien für die Menschen, die ihr Zuhause verloren haben und auf eine Unterkunft in den Notzelten angewiesen sind.

Globalfoundries: Jede Hilfe zählt

Der Dresdner Chiphersteller engagiert sich regelmäßig mit Spenden in der Region. "Jede Hilfe zählt. Im Libanon und Beirut bündeln sich die großen Krisen unserer Zeit - vom anhaltenden Flüchtlingsdrama aus dem zerrütteten Syrien, dem Zerfall staatlicher Ordnung und wirtschaftlicher Chancen bis hin zur Corona-Pandemie", erklärte Sprecher Jens Drews auf Facebook. "Die schreckliche Explosion im Beiruter Hafen lenkt jetzt die Aufmerksamkeit vieler auf die bedrückenden Verhältnisse im Mittelmeerland. Wir sind froh, unseren bewährten Partner "Arche Nova" bei seiner verdienstvollen Arbeit vor Ort zu unterstützen“.


Arche Nova: Besorgniserregende Zustände

Nach der verheerenden Explosion herrschen weiterhin besorgniserregende Zustände in Beirut. Während die Aufräumarbeiten voranschreiten, ist die Gefahr längst nicht vorbei: Hochhäuser und Hochstraßen sind einsturzgefährdet, immer wieder fällt die Strom- und Trinkwasserversorgung aus und auch die Corona-Gefahr ist in überfüllten Notunterkünften präsent und gefährlich. Den Angaben zufolge setzt die Hilfsorganisation im Libanon seit Monaten Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 auch im Libanon um, ebenso wie unter anderem in Syrien, Myanmar und Ostafrika. Auch hierfür habe es mehrfach finanzielle Unterstützung von Globalfoundries gegeben. Insgesamt hat das Dresdner Unternehmen 15.000 Euro für die Corona-Nothilfe von "Arche Nova" gespendet, hieß es.

Ammoniumnitrat Explosion am Hafen von Beirut

Eine gewaltige Explosion hat am Dienstag die libanesische Hauptstadt Beirut erschüttert – offenbar war ein Ammoniumnitrat-Lager im Hafen in die Luft gegangen. Es gab zahlreiche Tote und Verletzte.

Ein gewaltige Explosion am Hafen hat Beirut erschüttert.
Ein Anwohner hat die Explosion am Hafen mit seinem Handy gefilmt. Bildrechte: AP
Ein gewaltige Explosion am Hafen hat Beirut erschüttert.
Ein Anwohner hat die Explosion am Hafen mit seinem Handy gefilmt. Bildrechte: AP
Ein gewaltige Explosion am Hafen hat Beirut erschüttert.
Zuerst erkennt man nur eine Rauchwolke, dann explodiert die Lagerhalle. Bildrechte: AP
Ein gewaltige Explosion am Hafen hat Beirut erschüttert.
Nach ersten Erkenntnissen detonierten am Hafen fast drei Tonnen Ammoniumnitrat. Bildrechte: AP
Ein gewaltige Explosion am Hafen hat Beirut erschüttert.
Die Druckwelle ist in diesen Smartphone-Bildern deutlich zu erkennen. Bildrechte: AP
Ein gewaltige Explosion am Hafen hat Beirut erschüttert.
Sekunden nach der Explosion schießt dunkler Rauch in den Himmel von Beirut. Bildrechte: AP
Ein gewaltige Explosion in Beirut hat das Hafenviertel in Schutt und Asche gelegt.
Einen Tag später zeigen Luftaufnahmen die Ausmaße der gigantischen Zerstörung. Bildrechte: AP
Ein Hubschrauber fliegt einen Löscheinsatz nach einer massiven Expolsion im Hafen von Beirut
Mit Hubschraubern wird im Hafen von Beirut gelöscht. Bildrechte: dpa
Menschen evakuieren Verwundete nach einer Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut
Ganze Straßenzüge in der libanesischen Hauptstadt sind zerstört. Bildrechte: dpa
Libanesische Soldaten suchen in den Trümmern nach Überlebenden nach einer massiven Explosion im Hafen von Beirut
Libanesische Soldaten suchen am Morgen nach der Katastrophe in den Trümmern nach Überlebenden. Bildrechte: dpa
Menschen stehen nach einer Explosion auf einer Straße neben umgekippten Autos, während im Hintergrund Rauch aufsteigt.
Fassungslos stehen Anwohner nach der Explosion auf einer Straße neben von der Detonationswelle umgeworfenen Autos. Bildrechte: dpa
Rauchsäule nach einer Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut
Die Rauch- und Staubwolke war nach der Explosion kilometerweit zu sehen. Bildrechte: dpa
Rauch steigt nach einer Explosion über einem zerstörten Gebäude auf.
Gebäude und Anlagen im Hafenviertel sind komplett zerstört. Bildrechte: dpa
Menschen laufen nach einer Explosion durch eine mit Trümmern übersäte Straße.
Da die Explosion so nah an der belebten Innenstadt stattfand, gab es viele Tote und Verletzte. Bildrechte: dpa
Ein Mann hilft nach einer Explosion einem Verletzten auf einer Straße.
Ein Mann hilft direkt nach der Explosion einem Verletzten auf der Straße. Bildrechte: dpa
Ein Mann trägt nach einer Explosion im Hafen von Beirut ein verletztes Kind
Der Druck der Detonation ließ Fenster zerbersten und Gebäude einstürzen, auch Kinder wurden verletzt. Bildrechte: dpa
Menschen inspizieren einen nach einer massiven Explosion im Hafen von Beirut beschädigten Lieferwagen
Die Erschütterungen sollen mit einem Erdbeben der Stärke 3,5 vergleichbar gewesen sein. Bildrechte: dpa
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13.000 Hygienepakete für Flüchtlinge

Seit März wurden in den Flüchtlingslagern im Norden des Landes und in der Beeka-Ebene mehr als 13.000 Hygienepakete mit Seife, Putz- und Desinfektionsmaterialien verteilt, ebenso wie Lebensmittel für die bedürftigsten Familien, hieß es. Die Not treffe neben den libanesischen Familien auch die syrischen Geflüchteten, die im Libanon teilweise schon zehn Jahre leben und geduldet werden. Der Libanon hat etwa 1,5 Millionen syrische Geflüchtete aufgenommen. Das Land hat selbst nur sechs Millionen Einwohner.

Trotz akuter Notsituation in Beirut setze die Hilfsorganisation ihre Hilfe auch in den bisherigen Projektgebieten fort - unter anderem in den Gemeinden in Akkar und im Nordlibanon. Dort verteile Arche Nova Hygienematerialien an Geflüchtete und repariere Wassertanks und Toiletten.

Quelle: MDR/kt

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