Luftaufnahme des Stadtzentrums von Dresden.
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Stadtplanung Mehr Hochhäuser in der Innenstadt? Dresden bekommt ein Hochhaus-Konzept

In Zeiten von Wohnraumknappheit wird nicht nur jede Baulücke genutzt, es geht oft auch hoch hinaus. Aber wie hoch dürfen Hochhäuser sein? Und wo sind sie überhaupt erwünscht? Dresden will das jetzt verbindlich regeln.

Luftaufnahme des Stadtzentrums von Dresden.
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Wie hoch hinaus soll in Dresden gebaut werden? Am Montagabend haben im Rathaus Bürger, Baubürgermeister und Experten über die geplante Hochhausrichtlinie diskutiert. Dabei waren Stadtplanungsexperten aus Wien, Frankfurt am Main, Ingolstadt und Köln geladen, um den Umgang mit dem Hochhausbau in ihren Städten vorzustellen. Dresden will aus den Erfahrungen der anderen Städte lernen und sie in die eigenen Überlegungen einfließen lassen. Die Konzeption der Hochhaus-Richtlinie steckt also noch in den Kinderschuhen: Ideen werden gesammelt, Erfahrungen ausgetauscht. Später soll verbindlich festgelegt werden, unter welchen Voraussetzungen Hochhausbauten in Dresden in welcher Form zulässig sind. Dabei geht es auch um den Ausschluss bestimmter Standorte. So sollen laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain bestimmte Sichtachsen weiter unverbaut bleiben, beispielweise der Canaletto-Blick.

Schmidt-Lamontain zufolge geht es nicht darum, die Altstadt-Silhouette maßgeblich zu verändern. Neben dem Zwinger oder der Frauenkirche würden keine Hochhäuser geplant und der Rathausturm bleibe mit seinen rund 100 Metern der höchste Punkt der Stadt. Nichtsdestotrotz wolle man vorbehaltslos an das Thema herangehen, auch wenn man sich nicht mit Städten wie Frankfurt messen wolle, wo Hochhäuser von 250 oder 300 Metern Höhe gebaut werden sollen. Wenn man in Dresden von Hochhäusern spreche gehe es um 12- bis 16-Geschosser.

Das letzte Wort hat der Stadtrat

Diskutiert wird über eine verbindliche Richtlinie für den Bau neuer Hochhäuser in Dresden bereits seit Herbst letzten Jahres. Es gibt laut Stadt bereits Anfragen von Investoren und auch schon Planungen - beispielsweise für zwei Hochhäuser am Wiener Platz am Hauptbahnhof. Die neue Hochhausrichtlinie könnte bereits bis zum Jahresende fertig sein. Dann müsste im Frühjahr 2020 der Stadtrat darüber entscheiden.

So bauen Frankfurt und Köln Hochhäuser

In Frankfurt wird der Hochhausbau durchaus vorangetrieben. Dort sind Hochhäuser auch in der Nachbarschaft zu historischen Anlagen akzeptiert. Wobei man versucht, 30 Prozent der Geschossfläche als Wohnfläche zu nutzen. In Köln hatte es in der Vergangenheit große Diskussionen um Sichtachsen zum Dom gegeben. Das Hochhauskonzept der Stadt schützt jetzt das Dom-Umfeld und die Bereiche um die zahlreichen romanischen Kirchen. Ansonsten setzt man, wie in anderen Städten auch, auf sogenannte Punkthochhäuser, mit relativ kleinem Grundriss, weil die Schatten, die Punkthochhäuser werfen, nicht ganz so groß sind.

Quelle: MDR/cnj/kw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.01.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dersden

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Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 16:05 Uhr

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3 Kommentare

23.01.2019 22:15 August Klose 3

Ich möchte nicht, dass Dresden wie Frankfurt a.M. aussieht!

22.01.2019 21:22 Spottdrossel 2

Den Welterbetitel mit dem Bau der Waldschlösschenbrücke vermasselt. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Da soll nun das barocke Dresden endgültig mit Wolkenkratzern verwurstet werden. Schade um die Stadt.

22.01.2019 17:22 Martina 1

Wohnraumknappheit - ein Ergebnis des Versagen der Regierenden und der Gutmenschen. Wenn man das Armenhaus der Welt sein will, braucht man sich nicht wundern, wenn die Ressourcen knapp werden.

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