Mann bepöbelt Kamerateam
Bildrechte: Journalistenbüro GKD

14.06.2019 | 17:08 Uhr Ex-Mitarbeiter des LKA Sachsen fordert Schadenersatz vom ZDF

Mann bepöbelt Kamerateam
Bildrechte: Journalistenbüro GKD

Ein als "Hutbürger" in die Schlagzeilen geratener früherer Mitarbeiter des Landeskriminalamts Sachsen hat das ZDF und einen Kameramann verklagt. Wie das Magazin "Der Spiegel" am Freitag vorab berichtete, verlangt der Mann mindestens 20.000 Euro Entschädigung wegen der Verletzung von Medien- und Persönlichkeitsrechten.

Aufsehen erregende Schimpfkanonade

Maik G. war im August 2018 am Rande einer Pegida-Demonstration in Dresden von einem ZDF-Fernsehteam gefilmt worden. Der mit schwarz-rot-goldenem Anglerhut und Sonnenbrille bekleidete Tarifbeschäftigte beim LKA hatte die Medienleute deshalb lautstark bepöbelt und bedroht. Die sächsische Polizei hielt das Presseteam längere Zeit fest. Die Aufnahmen lösten bundesweit Debatten über die Pressefreiheit und die Gesinnung von Mitarbeitern in den Sicherheitsbehörden des Freistaates aus.

Alles nur ein Irrtum?

Der LKA-Mitarbeiter Maik G. wurde nach dem Vorfall in die Landesdirektion Sachsen versetzt, wo er nichts mehr mit Polizeiarbeit zu tun hat. Sein Anwalt Maximilian Krah, bezeichnete ihn als Opfer, das neben arbeitsrechtlichen Konsequenzen auch eine deutschlandweite Verunglimpfung habe ertragen müssen. Zudem habe er das ZDF-Team nur irrtümlich aufgrund einer falschen Annahme beschimpft. Rechtsanwalt Krah ist AfD-Mitglied und im Mai 2019 für die Partei ins Europaparlament eingezogen.

(Anmerkung der Redaktion vom 15.06.2019: Das Wort "Beamter" wurde nach nochmaliger Recherche durch die vom Sächsischen Innenministerium am 22.08.2018 angegebene Bezeichnung des Arbeitsverhältnisses "Tarifbeschäftigter" ersetzt.)

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.06.2019 | 15:00 Uhr in den NAchrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Ein Mann sitzt hinter einem Mikrofon in einem Radio-Studio 22 min
Bildrechte: MDR SACHSEN

Mi 21.08.2019 18:00Uhr 21:58 min

https://www.mdr.de/sachsen/politik/wahlen/landtagswahl/video-329972.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

65 Kommentare

16.06.2019 20:19 aus Dresden 65

@61
Unter der Annahme, dass er auf dem Weg zu einer Veranstaltung war, ging es ihm um ein sachliches - von seiner Person losgebundenes - Anliegen, nicht um ein persönliches Anliegen.
Entsprechend kritisierte er nicht die Aufnahme, sondern die auf seine Person fokusierte Aufnahme.
Durch die Diskussion um die Aufnahme wandelte sich die Situation auch von einer die Passanten beobachtenden Aufnahme zu einer Sitution, in der allein er und die Diskussion um seine persönlichen Rechte zum Gegenstand der Filmaufnahmen wurden.
Er kroch auch nicht in die Linse, da er Pesonen, den von GEZ-Gebühren bezahlten Kameramann bzw. den GEZ-Gebühren bezahlte Person mit dem Mikro, ansprach (und das Ansprechen der nicht sprachbefehl-gesteuerten Kamera völlig sinnlos wäre), und der Kameramann ihn gezielt und fokusiert filmte.

Und wer muss bezahlen? Vermutlich wieder die GEZ-Pflichtigen!!!

16.06.2019 19:33 der_Silvio 64

@63 Janes; "Finden sie das wirklich?!"
Ich denke doch wohl, daß sie wissen was ich meine.

"Da drängt dieser Mensch-aus welchen Gründen auch immer- wieder und wieder direkt vor doie Kamera und verkündet, dass er nicht gefilmt werden will"
Hätte er das nicht gedurft? Das Kamerateam hätte doch auch dem Wunsch/Forderung auch nachkommen, oder das Gesicht verpixeln können. Dann wäre der Bericht m.E. neutral. So aber fiel fast ganz Deutschland über den 'Hutmann' her, soweit, daß er versetzt wurde. Und natürlich wurde die ganze Situation genutzt um zu betonen, wie pöse PEGIDA ist, was m.E. die wirkliche Motivation war.

"den beamten gesagt und angewiesen, dass sie handeln sollen??"
Ist diese ihre Annahme belegbar?

16.06.2019 18:47 Janes 63

@der_Silvio 62: Finden sie das wirklich?! Hexenjagd? Jemand wird vollkommen unschuldig, willkürlich zum Tode verurteilt?

Wir haben das Versammlungsgeschehen und die Presse, die darüber berichten will. Da drängt dieser Mensch-aus welchen Gründen auch immer- wieder und wieder direkt vor doie Kamera und verkündet, dass er nicht gefilmt werden will (was nach einer schlechten Komödie klingt). Dann geht er zur Polizei und die hindert die Presse unverhältnismäßig fast ne Stunde an der Arbeit. Später stellt sich raus, dass der Urheber beim LKA arbeitet-hat er das den beamten gesagt und angewiesen, dass sie handeln sollen??
Nun könnte man tatsächlich fragen, ob hier jemand zu Unrecht staatliche Repressalien erfahren musste. Der Hutmann kam jedenfalls zunächst zu "seinem" Recht.

Gegen wen wurde also die Hexenjagd betrieben?

16.06.2019 18:23 der_Silvio 62

@59 aus Dresden; "Konsumenten der freien Medien wissen, dass Medien durchaus in diesen Fällen Pesonen verpixeln oder die Aufnahme herausschneiden können."
Genauso ist es!
Wenn die Medien BERICHTEN, ist das gut und richtig!
Das allerdings hatte sehr viel einer Hexenjagd!

16.06.2019 16:24 Janes 61

@aus Dresden 59: Und ich wette, dass sie mit ihrer Entscheidung ziemlich alleine wären. Denn es ist offensichtlich, dass der Mann nicht nur provoziert, sondern seine Kompetenz missbraucht. Der Typ kriecht ja förmlich in die Linse! (Witzig ist, dass er offenbar gerade auf dem Weg zu einer Versammlung war, um eben Aufmerksamkeit zu generieren....naja....die seltsame Doppelmoral der Neuen Rechten)

Und was zum Geier ist ein "GEZ-Medium".

Konsumenten von "freien Medien" würden hier deutlich differenzierter urteilen als sie.

16.06.2019 15:50 Fakt 60

>>aus Dresden, #59:
"...wissen, dass Medien durchaus in diesen Fällen Pesonen verpixeln oder die Aufnahme herausschneiden können."<<
--------
Ja, können sie, müssen sie in diesem Fall aber nicht!

16.06.2019 13:56 aus Dresden 59

Liefe noch die Sendung "Wie würden Sie entscheiden?" im ZDF, meine Entscheidung wäre klar.
Der Kamera-Mann des GEZ-Mediums ZDF filmt in Großaufnahme das Gesicht des Mannes trotz dessen mehrmals wiederholter Aufforderung, sein Gesicht nicht fokusiert zu filmen.
Konsumenten der freien Medien wissen, dass Medien durchaus in diesen Fällen Pesonen verpixeln oder die Aufnahme herausschneiden können.

16.06.2019 13:46 Janes 58

@Maria A. 53: Nein! Er hat sich eingemischt und sich vor die Kamera gestellt! Er hat mit seinem Verhalten die Situation so ausgelöst, wie sie war. Sein Handeln war kausal dafür.

Und dann vergleichen sie Äpfel mit Birnen. Eine Teilnahme an einem Versammlungsgeschehen ist anders zu bewerten, als Aufnahmen von einer Kindergruppe in geschlossenen Bereichen.

Wofür möchte dieser Mensch eigentlich Schadenersatz vom ZDF?

Ihren Mangel an Emphatie kommentiere ich jetzt mal nicht. Immerhin haben die das Mittel im Glauben benutzt, dass es für Menschen nicht schädlich ist.

@Atheist aus Mangel an Beweisen 54: Mehr fällt ihnen wirklich nicht dazu ein? Schade! Spricht nicht gerade für sie.

16.06.2019 13:15 Fakt 57

>>Maria A., #53:
"warum denn nicht?"<<
--------
Ganz einfach: Weil die Erfolgsaussichten im Bereich unter Null liegen. Als Demoteilnehmer muss er damit rechnen, aufgenommen zu werden, was auch vollkommen legitim ist. Wenn er dann noch auf die Kamera zuläuft und sich direkt davor stellt, muss er auch damit rechnen großformatig abgelichtet zu werden.
Ihr Vergleich mit den Kinderfotos in der Kita hinkt übrigens dermaßen, dass zwei Krücken nicht mehr ausreichen um ihn aufrecht zu erhalten.

16.06.2019 12:06 Mediator an Maria A.(53) 56

Es macht aufgrund der völlig unterschiedlichen Rechtspraktiken des deutschen und angelsächsischen Rechts kaum einen Sinn hier Vergleiche im Bereich von Schadenersatzforderungen zu bemühen.

Der Herr Hutbürger war im Umfeld einer Demonstration unterwegs und somit wollte er öffentlich zu etwas Stellung nehmen. Darüber zu berichten ist verbrieftes Recht der Presse. Der Mann entfernte sich ja auch nicht, als man ihm diesen Rat gab, sondern goß noch Öl ins Feuer indem er durch eine Falschbeschuldigung die Polizei dazu brachte die legitime Berichterstattung des ZDF durch eine langwierige Kontrolle zu unterbinden.

Klar berichten da die bundesdeutschen Medien intensiv darüber, wenn da das Zerrbild eines "deutschen Patrioten" im Umfeld von Pegida die Polizei dazu instrumentalisiert um die in der Verfassung garantierte Pressefreiheit zu behindern. Das der Hutbürger für die sächische Polizei arbeitete passte wie die Faust aufs Auge zu deren Image.

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Ein Mann sitzt hinter einem Mikrofon in einem Radio-Studio 22 min
Bildrechte: MDR SACHSEN

Mi 21.08.2019 18:00Uhr 21:58 min

https://www.mdr.de/sachsen/politik/wahlen/landtagswahl/video-329972.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video