Ermittlungen Selbst angezündet: Identität des Toten aus Dresden geklärt

Dresden Landtag - eine Rettungsweste liegt im Schnee
Unweit des Dresdner Landtags hatte sich am 12. Februar ein Mann selbst angezündet und war an den Folgen im Krankenhaus gestorben. Bildrechte: Franziska Hentsch

Die Identität des Mannes, der sich am vergangenen Freitag auf der Straße Neue Terrasse unweit des Kongresszentrums in Dresden mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet hat, ist geklärt. Wie die Polizei in Dresden mitteilte, handelt sich um einen 49-Jährigen. Der aus der Türkei stammende Mann lebte demnach in Dresden-Briesnitz. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.

Offenbar Bezug zur verbotenen kurdischen PKK

Wegen der Nähe des Ereignisortes zum Sächsischen Landtag war über mögliche politische Hintergründe spekuliert worden, allerdings ermittelte die Polizei von Anfang an nach eigenen Angaben ergebnisoffen.

Menschengruppe Kundgebung am Elbufer vor einem Baum an dem Tannenzweige und Kerzen aufgestellt sind.
Am Ort des Selbstverbrennung in Dresden gab es am Dienstag eine Gedenkveranstaltung. Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner

Nach Recherchen des MDR SACHSENSPIEGEL ist jedoch einen politischer Hintergrund wahrscheinlich. Laut der kurdischer Nachrichtenagentur ANF ist der Tote ein PKK-Anhänger. Tatsächlich werde dieser Mann seit Freitag vermisst. Seit 15. Februar 1999 sitzt PKK-Chef Abdullah Öcalan in Haft. Rund um dieses Datum kommt es weltweit immer wieder zu Protesten.

Die Arbeiterpartei Kudistans PKK gilt wie in vielen Ländern des Westens auch in Deutschland als terroristische Organisation. In der Türkei setzt sie sich im Untergrund für eine Autonomie der Kurdengebiete ein. Indes gab es am Nachmittag in Dresden am Landtag eine Gedenkkundgebung, zu der Politiker und Initiativen aufgerufen hatten.

Passanten eilen zu Hilfe

Wie die Polizei am vergangenen Freitag mitgeteilt hatte, hatte sich der Mann selbst mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Er wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in das nahe Dresdner Klinikum Friedrichstadt gebracht. Dort erlag er seinen schweren Verletzungen.
Augenzeugen berichteten, dass Passanten versucht hätten, der brennenden Person zu Hilfe zu kommen. Einer habe eine Arbeitsjacke über die Flammen geworfen.

Hilfe bei Suizidgedanken und in persönlichen Krisen Sie haben Selbsttötungsgedanken oder eine persönliche Krise? Die Telefonseelsorge hilft Ihnen rund um die Uhr: 0 800 - 111 0 111 und 0 800 - 111 0 222. Der Anruf ist anonym und taucht nicht im Einzelverbindungsnachweis auf. Auf der Webseite www.telefonseelsorge.de finden Sie weitere Hilfsangebote, zum Beispiel per E-Mail oder im Chat.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.02.2021 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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