Tierpflege Nothilfe für Igel in Radebeul

Igelzögling
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Der Verein "Igelhilfe" in Radebeul hat derzeit besonders viel zu tun. Die ehrenamtlichen Helfer päppeln kleine, kranke und verletzte Igel auf und bieten ihnen auch ein Winterquartier, falls sie nicht kräftig genug sind, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.

Mensch und Technik sind die größte Gefahr

Ein Igel auf einer Straße
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Für die stacheligen Säugetiere beginnt bereits die Suche nach einem geschützten Unterschlupf für den Winter. Aber nur, wenn sie gesund sind und genug Gewicht zugelegt haben, besteht für sie eine Überlebenschance. Doch auch in den anderen Jahreszeiten drohen Igeln viele Gefahren - und die gehen meist vom Menschen und seiner Technik aus. Zahlreiche Tiere werden jedes Jahr von Autos überfahren, Rasentrimmer und Mähroboter sind für Igel ebenfalls lebensgefährlich.

Zu wenig Insekten

In der Igelstation Radebeul wurden im vergangenen Jahr mehr als 800 Tiere gepflegt. Neben Verletzungen haben die Tiere zunehmend gesundheitliche Probleme durch Nahrungsmangel - auch in der warmen Jahreszeit. Grund sei die gestörte Nahrungskette, erklärt Igelhilfe-Chefin Cornelia Schicke. Es gebe immer weniger Insekten, das Hauptnahrungsmittel für Igel. Sind sie unterernährt, werden sie oft von Parasiten befallen.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

Kleiner Igel in einer Hand.
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Im vergangenen Jahr hat der Verein in Radebeul mehr als 800 Tiere betreut. Ob ein Igel Hilfe braucht, können Menschen an äußerlichen Merkmalen, aber auch am Verhalten erkennen. Versucht beispielsweise ein Igel nicht, vor Menschen wegzulaufen, rollt sich nicht ein, hat eine "Hungerfalte" hinter dem Kopf, ist stark aufgebläht oder sichtbar verletzt, sollten ihn die Finder zum Tierarzt oder in eine Auffangstation bringen.

Die Radebeuler Igelhilfe freut sich auch immer über "Pflegeeltern" für hilfebedürftige Tiere und bietet auf ihrer Internetseite viele Tipps zu Unterkunft und Verpflegung an.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.09.2020 | 19:00 Uhr

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