26.01.2020 | 17:30 Uhr Klingendes Holz - aus Dresden in die ganze Welt

Holzlager von Andreas Große
Bildrechte: Andreas Großer

Andreas Großer aus Dresden interessiert sich für seltene Hölzer. Bei der Wertholzauktion vor einigen Tag in der Dresdener Heide bekam er den Zuschlag für Zuckerahorn-, Vogelkirsch- und Lindenstämme. Die Hölzer will Großer zum Klingen bringen, denn er ist Instrumentenbauer. Spezialisiert hat er sich dabei auf maßangefertigte Akustik- und Bass-Gitarren. Bei der Wahl der Korpusform und der verwendeten Hölzer richtet er sich ganz nach den Wünschen seiner Kunden.

Erste Gitarre mit 18

Seine erste Gitarre hat Andreas Großer mit 18 Jahren gebaut. Vier Monate hat das gedauert. Sein Hobby hat der heute 34-Jährige irgendwann zum Beruf gemacht, eine Firma gegründet. "Deutsches Tonholz" heißt die. Seine Philosophie steht im Namen. Großer verzichtet auf exotische Tropenhölzer, baut seine Gitarren und Bässe ausschließlich aus deutschen Hölzern. Das Interesse dafür ist da - weltweit - sagt er: "Niemand kennt eine Schwarznuss, wenn er sich nicht beruflich damit beschäftigt. Es ist ein Nischengeschäft, aber ein Gutes." Dabei legt er auch viel Wert auf die Optik: Das Holz "sollte nicht nur qualitativ hochwertig sein, sondern auch dekorativ".

Ich habe mich immer schon gefragt, warum das für Gitarren verwendete Holz meist aus Amerika, Afrika usw. stammt.

Andreas Großer

Instrumentenbauer Andreas Große vor seinem Holzlager
Instrumentenbauer Andreas Große in seinem Holzlager Bildrechte: Andreas Großer

Auch Obsthölzer kommen zum Einsatz

In seinem Lager finden sich Bretter und Stämme von über 28 verschiedenen Edelhölzern. Von Roterle bis Schwarzkirsche. Jedes Holz hat andere Klangeigenschaften. "Ich kann keine Gitarre aus einer Eiche bauen - viel zu schwer!", erklärt er. Gitarren sind eher aus Esche, Roterle oder Fichte. Die Griffbretter fertigt er auch aus Obsthölzern wie Pflaume, Kirsche, Apfel oder Birne. Großer verbaut auch sehr seltene Hölzer wie die Schwarznuss. Wie er sagt, "eine absolute Rarität".

Erle klinge anders als Linde. Und die anders als Kirsche.

Andreas Großer

Über den Instrumentenbau hinaus beliefert Andreas Großer Tischler, Hobby-Gitarrenbauer, Rahmenmacher und Kunsthandwerker mit seinen Hölzern. Auch wenn es schwieriger werde, feine und gut gewachsene Stämme zu bekommen. "Ich habe vor Kurzem auf einen Bergahorn geboten", erzählt er, "der war 120 Jahre alt. Den gibt es dann eben nicht in zehn Jahren wieder."

Quelle: MDR/bj/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.01.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2020, 17:32 Uhr

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