Jüdischer Alltag Onlinehandel mit Israel-Produkten wächst in Dresdner Geschäft

Ein traditionelles israelisches Eiergericht Shakshuka steht mit Beilagen am 03.05.2017 im Cafe "Gordon" in Berlin Neukölln auf dem Tisch.
Zutaten, Deko und was man sonst noch für jüdische Gerichte benötigt, können Kunden in einem Dresdner Geschäft kaufen. Bildrechte: dpa

Bis vor einem Jahr haben Andreas und Regina Däbritz ihre Israel-Produkte in der Dresdner Neustadt verkauft. Jetzt sind sie an den Stadtrand nach Rähnitz gezogen und handeln vor allem online mit koscheren Lebensmitteln, Kosmetik und religiösen Dingen aus Israel. Seit zwölf Jahren gibt das "Old Abraham" in Dresden. Und es ist bislang das einzige Geschäft in der Region, das diese Waren für jüdische Kunden anbietet.

Geschäftsname mit Symbolik

Der Name ihres Ladens hat für die Dresdner Betreiber eine tiefe Symbolik. Abraham gilt als Stammvater der Juden, Christen und Muslime, der im hohen Alter aufgebrochen sei soll. So wie die Däbritzens. Sie hatten mit 50 Jahren ihre Festanstellungen gekündigt und mit dem israelischen Laden 2008 noch einmal etwas ganz Neues begonnen.

Regina (links) und Andreas Däbritz aus Dresdenlachen in die Kamera. De beiden über 60-Jähirgen betreiben seit 2008 ein Geschäft mit angeschlossenen Internethandel hauptsächlich israelischer Waren.
Das Ehepaar Däbritz handelt mit Waren aus Israel. Bildrechte: privat

Ja, die ersten Jahre waren wirtschaftlich sehr schwierig für uns gewesen, wenn man nach einer fest bezahlten Anstellung nun als freier Unternehmer seinen Unterhalt verdienen muss.

Regina Däbritz Mitbetreiberin "Old Abraham"
Humus - arabische Spezialität in verschiedenen Variationen. 2 min
Bildrechte: Colourbox.de

Mehr Onlinehandel in der Corona-Krise

Nach elf Jahren war das Geschäft in der Neustadt zu eng geworden, sodass der Umzug notwendig wurde. Und es gibt im weiteren Umkreis immer noch kein weiteres Geschäft, das koscheren Wein oder Traubensaft, israelisches Bier oder Hummus aus Israel verkauft. Deshalb kämen besonders Juden zu ihnen - aber auch Christen, erzählt Inhaber Andreas Däbritz.

Das Laubhüttenfest (Sukkot) wird vom 2. bis zum 9. Oktober in der jüdischen Welt gefeiert. Da werde auch Wein gebraucht. Das Hauptgeschäftsfeld des Unternehmerehepaares Däbritz ist seit 2020 der Online-Handel. Kunden bestellen bundesweit, ordern aber auch aus Österreich und der Schweiz. "Durch die Coronakrise ist der Versandhandel deutlich mehr geworden. Weil viele nicht nach Israel können, wird viel online eingekauft", sagen die beiden.

Flaschen mit koscherem Wein
Wein - koscher. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.10.2020 | 14:50 Uhr im Programm

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