09.03.2020 | 14:27 Uhr | Update Diebstahl im Grünen Gewölbe: Ermittlungen gegen Wachpersonal

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
Am Morgen des 25. Novembers 2019 waren unbekannte Täter in das Historische Grüne Gewölbe eingedrungen und hatten mehrere historische Juwelengarnituren gestohlen. Bildrechte: dpa

Nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen das Wachpersonal der historischen Museumssammlung. "Es werden Ermittlungen gegen vier Wachschutzbedienstete geführt", erklärte Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt am Montag. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Bei zwei der Verdächtigen handelt es sich um die Wachleute, die zum Zeitpunkt des Einbruchs Dienst hatten. Eine Privatperson habe Anzeige erstattet, erklärte Schmidt. Demnach sollen die Betroffenen auf den Einbruch "nicht adäquat reagiert und den Diebstahl nicht verhindert" haben.

Wachschutz habe den Dieben Lagepläne verschafft

Gegen die beiden anderen Wachleute hat die Staatsanwaltschaft von Amts wegen Ermittlungen eingeleitet. Eine dieser Personen war bereits am 29. November 2019, vier Tage nach dem Einbruch, vorläufig festgenommen worden. Sie soll den Haupttätern Unterlagen zu den Räumlichkeiten des Grünen Gewölbes und zu den Sicherheitssystemen übergeben haben. Zudem steht bei beiden Wachleuten laut Staatsanwaltschaft "eine Handlung in Bezug auf die Alarmanlage in Rede, durch die der Diebstahl begünstigt worden sein könnte".

Bei Hausdurchsuchungen bei den Verdächtigen seien damals keine relevanten Gegenstände gefunden worden, sagte Schmidt. Der dringende Tatverdacht gegen die vorläufig festgenommene Person konnte nicht mehr aufrecht erhalten werden und die betroffene Person wurde noch am 29. November 2019 wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die beiden Betroffenen verhielten sich der Staatsanwaltschaft zufolge kooperativ und hatten zunächst angekündigt, Angaben zur Sache machen zu wollen, anschließend aber von ihrem Recht zu schweigen Gebrauch gemacht. Eine förmliche Vernehmung hat bislang nicht stattgefunden. Akteneinsicht wurde bislang auch nicht gewährt. Die Ermittlungen dauern an.

Stücke von unschätzbarem Wert gestohlen

Am 25. November waren Unbekannte am frühen Morgen in das Residenzschloss in Dresden eingebrochen und hatten wertvolle Juwelen einer historischen Kollektion gestohlen. Dazu hatten sie eine Vitrine mit roher Gewalt aufgebrochen. Die Stücke sind einmalig und von unschätzbarem Wert. Sie gelten als unverkäuflich.

Quelle: MDR/dpa/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.03.2020 | ab 07:00 Uhr in den Nachrichten

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