14.07.2020 | 17:20 Uhr | Update Sachsen plant Corona-Tests an Flughäfen Dresden und Leipzig

PK - Petra Köpping (SPD, l-r), Sozialministerin von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, und Ralph Schreiber, Pressesprecher
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Sachsen möchte für rückkehrende Urlauber aus Risikogebieten an den Flughäfen in Dresden und Leipzig Möglichkeiten für Corona-Tests schaffen. Das sagte die sächsische Sozialministerin Petra Köpping am Dienstag im Rahmen der Kabinetts-Pressekonferenz. Demnach wolle man mit den Gesundheitsämtern besprechen, ob diese am Flughafen oder ambulant stattfinden sollen. Die Tests sollen nicht verpflichtend sondern freiwillig sein, für Flugreisende gelten und eine Woche nach Ferienbeginn starten.

Corona-Risikogebiete

Als Corona-Risikogebiet zählen laut Robert Koch Institut Regionen, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht oder wo es keine verlässliche Informationen gibt. Auf der Liste stehen derzeit weiter mehr als 100 Staaten, darunter die USA, Israel, Kuba, Kenia oder Luxemburg. Die Liste wird durchgängig aktualisiert und ist hier zu finden.

Verantwortung der Eltern im Urlaub

Im Zusammenhang mit dem Ferienstart warnten sowohl Köpping als auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer vor einem leichtfertigen Umgang mit der Pandemie. Diese sei noch nicht vorbei. Gerade im Urlaub sei ein verantwortungsvolles Verhalten der Eltern wichtig, um die Schulen nach den Ferien wieder im Normalbetrieb öffnen zu können, so Kretschmer.

Mund-Nasen-Schutz "zumutbare Zumutung"

Im Zusammenhang mit der neuen Corona-Schutzverordnung stellte Kretschmer klar, dass man weiterhin beim Einsatz des Mund-Nase-Schutzes bleibe. Die zwei Maßnahmen - Mindestabstand und Mund-Nase-Schutz - seien eine "zumutbare Zumutung", sagte er. Man werde versuchen, Erleichterungen zu schaffen, wo immer diese möglich seien.

Regierungschef Kretschmer äußerte sich am Dienstag auch zu einem möglichen Restart der Bundesliga mit Publikum. Das Hygienekonzept beispielsweise von RB Leipzig enthalte sehr viele Überlegungen, Verantwortungsbewusstsein und den klaren Willen, etwas zu ermöglichen. "Ich bin mir sehr sicher, dass wir in den nächsten Wochen zu einer Regelung kommen in ganz Deutschland, wie der Bundesligafußball in der nächsten Saison beginnen kann", so Kretschmer.

Feiern bis 50 Personen ohne Auflagen - weitere Lockerungen angekündigt

Michael Kretschmer
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Für den Freizeit- und Breitensport unterdessen gibt es bereits ab Ende der Woche Lockerungen: Die neue Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass bis zu 1.000 Besucher wieder bei Spielen und Wettkämpfen zuschauen dürfen - aber nur mit genehmigtem Hygienekonzept und wenn die Nachverfolgung der Kontakte gesichert ist. Liegt die Zahl der Besucher bei weniger als 50, kann darauf verzichtet werden.

An Feiern in Betrieben und Vereinen können künftig wieder ohne Auflagen bis zu 50 Personen teilnehmen. Gleiches gilt für die Teilnehmerzahl in Ferienlagern. Bei Bedarf könne auch im Sommer nachgesteuert werden, betonte Köpping. Volksfeste und Jahrmärkte mit genehmigten Konzepten und gesicherter Kontakt-Nachverfolgung dürfen bis Ende August mit maximal 1.000 Personen stattfinden.

Bei Veranstaltungen in Theatern, Kinos, Zirkussen, Opernhäusern, Kirchen und Kongresscentern darf der Mindestabstand von 1,50 Meter bei entsprechenden Konzepten unterschritten werden. Zudem dürfen Tanzvereine ihre Arbeit wieder aufnehmen. Weitere Lockerungen wurden bereits für den 1. September angekündigt. Dann soll beispielsweise auch Sport und Theater mit mehr als 1.000 Zuschauern möglich sein. Wie sich Großveranstaltungen am besten umsetzen lassen, dazu soll es eine gemeinsame Studie mit Sachsen-Anhalt geben.

Maßnahmen weiter abhängig von den Infektionszahlen

All diese Maßnahmen seien aber selbstverständlich abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen. Man werde gegebenenfalls nachsteuern, auch in den Ferien, so Köpping. Die Regeln sollen vom 18. Juli bis Ende August gelten.

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung gibt es auch eine neue Allgemeinverfügung für Schulen. Damit soll es noch vor der Rückkehr zum Regelbetrieb nach Ende der Sommerferien weitere Lockerungen geben. Damit soll etwa Eltern und Geschwistern die Teilnahme an Schuleinführungsfeiern ermöglicht werden, teilte das Kultusministerium am Dienstag mit. In den vergangenen Wochen hätten sich Eltern darüber beklagt, dass zu Schuleinführungsfeiern zum Teil nur ein Elternteil bei der Schulveranstaltung zugelassen sei. "Das ist natürlich drei Tage vor dem Normalbetrieb nur schwer vermittelbar", so Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Auch mit Blick auf die freiwilligen Lernangebote der Sommerschulen sollen nicht nur Eltern, sondern auch externe Partner und Anbieter die Schule wieder betreten dürfen - mit Mund- und Nasenschutz. Internate an Schulen können ab Ende der Woche zum Regelbetrieb zurückkehren, Horte ebenso.

Quelle: MDR/bj/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.07.2020 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

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