26.02.2020 | 16:27 Uhr Wegen Königsbrücker Straße: Narren wollen Dresdner Stadtrat Negativpreis übergeben

Schlüsselübergabe im Dresdner Rathaus
Die Narren des DCC geben den Rathausschlüssel an Dresdens Baubürgermeister Schmidt-Lamontain zurück. Bildrechte: Stadt Dresden/Petters

Der Termin hat Tradition: Am Aschermittwoch geben die Narren des Dresdner Carneval Club e.V. (DCC) traditionell den Rathausschlüssel zurück, den sie zu Beginn der Faschingszeit im November abgeholt haben. An diesem Vormittag hatte die Abordnung des DCC, die Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain empfing, allerdings noch ein Anliegen: Der Verein kündigte an, seinen Negativpreis "Goldene Taschenlampe" dem Stadtrat übergeben zu wollen – für das "langjährige Planungs-Hin-und-Her bei der Königsbrücker Straße".

Negativpreis für mangelnden Durchblick

Die "Goldene Taschenlampe" vergibt der DCC nach eigenen Angaben seit 2015 an "Menschen mit mangelndem Durchblick in Amt und Würde". Das Exemplar für 2019 habe sich der Stadtrat redlich verdient, sagte DCC-Präsident Michael Thiele – symbolisch für "25 Jahre Planung und mehr als drei Millionen Euro Planungskosten, ohne dass etwas passiert".

Planungen seit 1994

Die Königsbrücker Straße ist eine der Dresdner Hauptverkehrsachsen und verbindet den Nordosten der Stadt mit dem Stadtzentrum. Bereits seit 1994 gibt es Planungen für eine Umgestaltung der vierspurigen Straße, die aber immer wieder umgestellt oder verworfen worden waren.

Aktuell läuft ein Planfeststellungsverfahren für den ersten Umbauabschnitt zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee, bei dem es mehr als 3.000 Einwände gegeben hat. Die werden derzeit von der Landesdirektion bearbeitet. Der Baubeginn hängt wesentlich davon ab, wann das Genehmigungsverfahren bei der Landesdirektion abgeschlossen wird. Erst wenn die Behörde den sogenannten Planfeststellungsbeschluss erteilt, darf gebaut werden. Zum Zeitpunkt eines möglichen Baustarts wollte sich ein Stadtsprecher nicht äußern.

Auch ob die Narren wie gewünscht zeitnah im Stadtrat auftreten und den Preis übergeben können, ist noch offen. Nach Angaben des Sprechers müssen sie sich mit ihrem Anliegen an Oberbürgermeister Dirk Hilbert als Oberhaupt des Gremiums wenden.

Quelle: MDR/rad

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.02.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2020, 16:27 Uhr

2 Kommentare

Dynamo vor 5 Wochen

Diese Ehrung mit dem Negativpreis für den Dresdner Stadtrat für Planungen zur Umgestaltung der Königsbrücker Straße seit 1994 mit dem Ergebnis, dass zwar bisher viel geredet wurde, aber nichts Praktisches zu Stande gekommen ist für etwas mehr als drei Millionen Euro Planungskosten. So wichtig wie das durch MDR.de hier richtigerweise dargestellt hat, scheint es für die Dresdner Bevölkerung nicht zu sein, deswegen verschont uns die Sächsische Zeitung mit irgendwelchen Meldungen darüber. Zufall oder Absicht ? 27.02.2020, 10:45

Dynamo vor 5 Wochen

Wenn es nicht so schlimm wäre, aber so … Ein Kopfschütteln, mehr kann man nicht tun. Aber im "wir wollen, wir werden," sind die Oberen, egal ob Stadt, Bundesland, Republik Deutschland, mit eine der führendsten Kräfte auf der Welt. 26.02.2020, 23:05

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen