16.01.2020 | 20:30 Uhr Bistum Dresden-Meißen halbiert aus Geldmangel seinen Immobilienbestand

Kreuz vor Euroscheinen
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Das Bistum Dresden-Meißen verkleinert seinen Immobilienbestand. Derzeit unterhalten die 81 Pfarreien des Bistums Kirchen-, Gemeinde-, Verwaltungs- und Wohnräume mit einer Gesamtfläche von 120.000 Quadratmetern. Auch ohne Betriebskosten entspräche dies einer jährlichen Baulast in Höhe von fünf Millionen Euro, informierte das Bistum. Eine Untersuchung habe dagegen einen Raumbedarf von nur der Hälfte ergeben - rund 60.000 Quadratmeter. Dessen Instandhaltung sei auch weiter bezahlbar.

Die Flächenreduzierung begründete das Bistum mit seinen Finanzen. Einnahmen kämen derzeit nur zu 38 Prozent aus der Kirchensteuer. Bei Bistümern in den alten Bundesländern liegt der Anteil bei rund zwei Dritteln. 15 Prozent kämen als Zuschuss von anderen deutschen Diözesen nach Sachsen. Diese Solidarleistung lag 2004 noch bei 20 Millionen Euro im Jahr. Bis 2021 verringert sich der Betrag auf zehn Millionen Euro pro Jahr. Zudem rechnet die Kirchenverwaltung mit geringeren Kirchensteuereinnahmen.

Rücksicht auf sorbische Interessen

Das Bistum will nach eigenen Angaben auf die besondere Situation seiner sechs sorbischen Pfarreien Rücksicht nehmen. Für sie habe es deshalb den Bestand an Kirchen und Kapellen bestätigt. Der für die Pfarreien maßgebliche Flächenrichtwert wurde um 2.200 Quadratmeter erhöht. Damit diese zusätzlichen Flächen instandgehalten werden können, stellt das Bistum den Pfarreien der slawischsprachigen Volksgruppe pro Jahr 69.000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Damit will die Bistumsleitung "der besonderen kirchlichen Prägung der sorbischen Pfarreien Rechnung" tragen.

Nach eigenen Angaben gehören zum Bistum Dresden-Meißen rund 141.700 Katholiken und 121 tätige Priester. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil in Sachsen von 3,5 Prozent.

Quelle: MDR/kk/KNA

Dieses Thema im Programm des MDR MDR - Nah dran | 16.01.2020 | 22:35 Uhr mit weiteren Themen aus Religion und Gesellschaft

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2020, 20:30 Uhr

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