Ein Mann hält einen Stadtplan, auf dem in verschiedenen Farben Lautstärken dargestellt werden.
Bildrechte: MDR/Friederike Franke

25.04.2019 | 16:34 Uhr Lärmspaziergang in Dresden zeigt Ursachen zu hoher Lärmbelastung

Unter dem Motto "Alles laut oder was?" fand am Mittwoch der bundesweite "Tag gegen Lärm" statt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO macht immer wieder darauf aufmerksam, dass ein zu hoher Lärmpegel ein großes Umwelt- und Gesundheitsproblem darstellt. Auch die Stadt Dresden hat sich an dem Aktionstag beteiligt.

von Friederike Franke

Ein Mann hält einen Stadtplan, auf dem in verschiedenen Farben Lautstärken dargestellt werden.
Bildrechte: MDR/Friederike Franke

"Wenn es um das Thema 'Lärmschutz' geht, muss man sich auch darüber bewusst sein, dass man nicht nur davon betroffen, sondern auch ein Verursacher von Lärm ist", sagt der Lärmschutzexperte und Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Andreas Ring. Er und weitere Experten haben einen sogenannten Lärmspaziergang organisiert, um die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen und Ursachen von zu hoher Lärmbelastung zu richten.

Messgerät zeigt die Lärmbelastung

Mit einem Schallpegelmessgerät in der Hand startete der Spaziergang in der Hechtstraße. Durch das geringe Verkehrsaufkommen in der Ferienzeit schlug der Pegel bei den ersten Schallmessungen nicht weit aus. Das hat aber auch andere Gründe. Um den Verkehrslärm zu reduzieren, hat die Stadt Dresden im Hechtviertel bereits einige Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel die Sanierung von Straßen.

Die nächste Messung führten die Experten am Bischofsplatz durch. Hier war die Geräuschkulisse bereits etwas lauter. Aber noch nichts im Vergleich zum Lärmpegel auf der Königsbrücker Straße. Die Autos fahren hier teilweise auf Kopfsteinpflaster und das ist deutlich zu hören. Mit Messungen von bis zu 90 Dezibel ist die Geräuschkulisse mit einer Holzfräsmaschine in unmittelbarer Nähe vergleichbar.

Zu viel Lärm schadet der Gesundheit

Die Lärmschutzexperten hatten neben einem Schallmessgerät auch eine Karte im Gepäck, auf der die unterschiedlichen Lärmpegel in der Stadt Dresden farbig verzeichnet sind. Mit einem Blick auf diese Karte fiel schnell auf, dass die lautesten Geräuschkulissen in Dresden die Hauptstraßen sind. Allerdings verbreitet sich insbesondere der Verkehrslärm nicht nur auf den Straßen, sondern kommt auch noch in den angrenzenden Wohngebieten an.

Andreas Ring erklärt, dass eine dauerhafte Lärmbelastung schwerwiegende Folgen haben kann. Betroffene weisen beispielsweise ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen auf. Um diese Risiken zu minimieren, hat die Stadt Dresden schon viel getan, aber auch hier gibt es noch einige Baustellen. Das ist auch die Botschaft, mit der der Lärmspaziergang am Albertplatz sein Ende findet.

Lärmspaziergang Dresden Gefährlichem Lärm auf der Spur

Eine Frau und zwei Männer stehen in einem Park.
Der Lärmspaziergang in Dresden wurde vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie organisiert. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
Eine Frau und zwei Männer stehen in einem Park.
Der Lärmspaziergang in Dresden wurde vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie organisiert. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
in Mann hält ein Schallpegelmessgerät.
Mit dem Schallpegelmessgerät ging es auf die Suche nach Lärmquellen. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
Eine Gruppe Menschen läuft eine Straße entlang.
Im Dresdner Hechtviertel wurde durch bauliche Maßnahmen bereits versucht, die Lärmbelastung zu reduzieren. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
Mehrere Menschen stehen in einem Halbkreis und schauen auf einen Plan.
Anhand einer Lärmkarte wird verdeutlicht, wo die Belastung am größten ist. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
Ein Mann hält einen Stadtplan, auf dem in verschiedenen Farben Lautstärken dargestellt werden.
In den blauen Bereichen liegt der Lärmpegel bei über 75 Dezibel. Wer dauerhaft über 55 Dezibel ausgesetzt ist, kann dadurch krank werden, wenn es keinen Ausgleich gibt. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
Eine Glasflasche wird in einen Altglascontainer geworfen.
Selbst die Entsorgung von Glasflaschen kann für die Anwohner zur Belastung werden. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
Ein Bus steht an einer Haltestelle.
Auch der öffentliche Nahverkehr verursacht Lärm. An einer Haltestelle entsprechend länger. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
Fünf Menschen stehen an einer Wohnungs-Baustelle.
Spitzenreiter in Sachen Lärmbelästigung: Autos auf Kopfsteinpflaster und Baustellen im Vollbetrieb. Bildrechte: MDR/Friederike Franke
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Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.04.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

MDR SACHSENSPIEGEL | 24.04.2019 | 19:00 Uhr

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