Mittelmeer-Einsatz Neues Schiff: Dresdner Seenotretter bereiten siebte Fahrt vor

Die Zwangspause auf Malta soll zu Ende gehen. Die Crew des Seenotrettungsschiffes "Lifeline" bereitet sich auf eine neue Fahrt Richtung Libyen unter deutscher Flagge vor.

Flüchtlinge stehen am Bug des Rettungsschiffes Lifeline der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline.
Bildrechte: dpa

Die Dresdner Hilfsorganisation "Mission Lifeline" hat für den Einsatz im Mittelmeer ein neues Rettungsschiff gekauft. Die Anschaffungskosten von etwa 100.000 Euro wurden aus Spenden bestritten, sagte Vereinssprecher Axel Steier MDR SACHSEN. Ein neuer Einsatz soll in den kommenden Tagen vor der libyschen Küste beginnen. Das neue Schiff soll unter deutscher Flagge auslaufen. Mit der Registrierung in Deutschland will der Verein bürokratische Hürden in Malta und Italien umgehen, erklärte Steier weiter. Das erste Rettungsschiff war im Sommer von den maltesischen Behörden beschlagnahmt worden. Es lief unter niederländischer Flagge.

7. Einsatz in Vorbereitung

Im sozialen Netzwerk Twitter schrieb die Lifeline-Besatzung: "Wir lassen uns nicht festsetzen. Wir dokumentieren, was im Mittelmeer passiert." Und weiter: "Deshalb fahren wir jetzt erst recht raus."

Der angekündigte Einsatz vor Libyen wäre der siebte der Dresdner Flüchtlingshelfer. Sie wollen sich auf das Sichten und Melden von Schiffbrüchigen konzentrieren, teilte die Crew mit. Ihr Vorgänger-Rettungsboot "Lifeline" war unter niederländischer Flagge gefahren und Anfang Juli in Malta beschlagnahmt worden. Zuvor hatten die Seenotretter mit 234 Flüchtlingen an Bord im Mittelmeer eine tagelanger Irrfahrt überstanden und standen im Zentrum einer europaweiten Debatte über Flüchtlingsrettung.

Kapitän Reisch Mitte November wieder vor Gericht

Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch
Bildrechte: dpa

Kapitän Claus-Peter Reisch aus Bayern steht im maltesischen Valetta vor Gericht. Die Behörden werfen ihm vor, dass er die "Lifeline" falsch registriert habe. Die niederländische Flagge am Heck des Bootes sei illegal gewesen. Die Registrierungsstelle in Holland sollte den Sachverhalt aufklären, schweigt aber bisher, berichtete der Evangelische Pressedienst (epd).

Kapitän Reisch bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. Am 19. November soll der Prozess fortgesetzt werden. Unterdessen hat die bayerische SPD Reisch im Landtag mit dem Europa-Preis ausgezeichnet und ihm für seinen Einsatz für Menschenleben und demokratische Werte gedankt.

Quelle: MDR/kk/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.10.2018 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2018, 17:42 Uhr

Mehr aus Sachsen