09.02.2020 | 18:28 Uhr Mahngang Täterspuren erinnert an Nazi-Gräueltaten in Dresden

Dresden war im Zweiten Weltkrieg bedeutender Militärstandort, Verkehrsknotenpunkt und Rüstungszentrum. Seit einigen Jahren wird rund um den Dresdner Kriegsgedenktag am 13. Februar explizit auch daran erinnert. Der "Mahngang Täterspuren" des Bündnisses "Dresden Nazifrei" führt zu Orten von NS-Unrecht. So auch am Sonntag.

Demonstranten tragen Transparent
Der Demozug des "Mahngang Täterspuren" unterwegs auf der Pillnitzer Straße. Bildrechte: MDR/Konstantin Henß

Mit dem "Mahngang Täterspuren" hat das Aktionsbündnis "Dresden Nazifrei" am Sonntag an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert.

Mehr als 300 Menschen folgten dem Aufruf, elf Stationen in der Stadt abzulaufen, die in Verbindung mit der Zeit des Nationalsozialismus stehen. Ziel waren unter anderem Gebäude wie das Landgerichtsgefängnis auf der Pillnitzer Straße oder der Sitz der NSDAP-Gauleitung auf der Bürgerwiese. Der Mahngang führte auch an der Synagoge auf dem Hasenberg und dem Neumarkt mit der Frauenkirche vorbei. Jede der Stationen wurde begleitet durch einen Redebeitrag einer Person aus Kunst, Kultur und Politik.

Demonstranten bei einer Kundgebung
Hier an der Ecke Pillnitzer Straße/Mathildenstraße stand früher das Landgerichtsgefängnis, welches zur NS-Zeit als Untersuchungshaftanstalt genutzt wurde. Bildrechte: MDR/Konstantin Henß

Gedenkveranstaltung auch am Bahnhof Neustadt

Auch am Bahnhof Dresden-Neustadt gab es am Sonntag eine Gedenkveranstaltung. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. erinnerte an die Deportation hunderter jüdischer Dresdner gedacht. Die Rede hielt Pfarrerin Frauke Fähndrich. Die Teilnehmer legten Blumen an der Gedenktafel nieder.

Wir dürfen diesen Teil der Geschichte Dresdens, die Deportation hunderter jüdischer Frauen, Männer und Kinder vom Güterbahnhof Dresden-Neustadt aus, nicht vergessen.

Frauke Fähndrich Pfarrerin des Evanglisch-Lutherischen Kirchspiel Dresden-Neustadt

Eine Person legt Blumen unter einer Gedenktafel ab
Die Gedenktafel befindet sich am rechten Haupteingang des Bahnhofs. Bildrechte: MDR/Konstantin Henß

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reiht sich in die Menschenkette ein

Am 13. Februar jährt sich der Angriff auf Dresden zum 75. Mal. An diesem Tag wird es zahlreiche Veranstaltungen geben. Zur traditionellen Menschenkette rund um die Dresdner Innenstadt wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.

Auf dem Heidefriedhof werden erstmals die Namen von fast 4.000 Opfern gelesen. Dezentrale Gedenkfeiern finden zudem auf fünf weiteren Friedhöfen statt. Es gibt Kunstaktionen, Podien und Gesprächsrunden sowie das stille Gedenken an der Frauenkirche, bei dem Kerzen auf dem Neumarkt aufgestellt werden.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.02.2020 | 13:50 Uhr im Programm

MDR SACHSENSPIEGEL | 09.02.2020 | 19:00 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Neue Dauerausstellung im Verkehrsmuseum 1 min
Bildrechte: Jan Gutzeit