Ein alter Mann zählt Geld in einer Geldbörse.
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17.10.2019 | 14:17 Uhr Altersarmut in Dresden nimmt zu

Ein alter Mann zählt Geld in einer Geldbörse.
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In Dresden sind immer mehr Rentner auf staatliche Hilfe angewiesen. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lag die Zahl derer, die sogenanntes Alters-Hartz-IV bekommen, im vergangenen Jahr bei knapp 4.230 Personen. Vor zehn Jahren waren es noch knapp 3.100. Das sei eine Steigerung um 37 Prozent. Die NGG beruft sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Danach erhielten in ganz Sachsen zuletzt rund 30.000 Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung - 25 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Die Gewerkschaft NGG geht davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen, da viele Menschen die Anspruch auf die Sicherung haben aus Scham nicht zum Amt gehen würden. Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, fordert deshalb eine "rentenpolitische Kurskorrektur". Der Bund solle die lang angekündigte Grundrente "rasch anpacken".

Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind bundesweit aktuell bereits 16,8 Prozent der Rentner von Armut bedroht. Ohne die Einführung einer Grundrente könnte das Armutsrisiko laut DIW bis zum Jahr 2039 auf 21,6 Prozent steigen - selbst bei einer weiterhin positiven Konjunkturentwicklung. Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten seien niedrige Einkommen, so die Bilanz der Gewerkschaft NGG. Gerade in der Gastronomie oder in Bäckereien würde die Rente selbst nach Jahrzehnten Arbeit nicht ausreichen.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.10.2019 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 14:17 Uhr

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