Blick von vorn auf eine Kolonne Mercedes-Pkws, die durch Dresden fährt.
Bildrechte: Tino Plunert

20.06.2019 | 17:45 Uhr Auto-Kolonnen sorgen in Dresden für Wirbel

Auffällig viele nagelneue Autos von Mercedes sind momentan im Dresdner Stadtgebiet unterwegs - oft auch in größeren Kolonnen. Doch was ist der Grund? Eine heiße Spur führt aufs Dresdner Messegelände.

Blick von vorn auf eine Kolonne Mercedes-Pkws, die durch Dresden fährt.
Bildrechte: Tino Plunert

Vor etwa zwei Wochen ging es los, schätzt der Dresdner Sven Damm. Erstmals bemerkte der Lkw-Fahrer damals, dass plötzlich auffällig viele Mercedesfahrzeuge in der Stadt unterwegs sind - nagelneue Autos in allen Farben, darunter Benziner, Diesel und Elektrofahrzeuge - vom Kleinwagen bis zum SUV.

Mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn

"Warum müssen die in Kolonne fahren. Mir ist es selbst schon passiert, dass sich ein Mercedes vor meinen Lkw gesetzt und mich ausgebremst hat. Und das nur, damit die anderen mich überholen und weiter in Kolonne fahren können", ärgert sich Damm. Seiner Beobachtung nach seien die Fahrzeuge in Gruppen von bis zu zehn Autos unterwegs und rasten mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn. Viele Fahrzeuge hätten zudem ein BB-Kennzeichen, was für den Landkreis Böblingen bei Stuttgart stehe, wo Daimler produziere, sagt Damm.

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Blick von vorn auf eine Kolonne Mercedes-Pkws, die durch Dresden fährt.
In Kolonnen fahren die Mercedes durch Dresden. Bildrechte: Tino Plunert
Blick von vorn auf eine Kolonne Mercedes-Pkws, die durch Dresden fährt.
In Kolonnen fahren die Mercedes durch Dresden. Bildrechte: Tino Plunert
Blick auf die Rückfronten verschiedener Mercedes-Pkws, die in einer Kolonne in Dresden unterwegs sind.
Hier durchqueren die nagelneu aussehenden Autos gerade die Bremer Straße. Bildrechte: Tino Plunert
Blick auf einen verchromten Mercedes-Kühlergrill.
Die Spur der Fahrzeuge führt an einen ganz bestimmten Ort... Bildrechte: Tino Plunert
Ein Mercedes-Pkw fährt auf der Straße vor dem Dresdner Messegelände.
...auf's Dresdner Messegelände. Bildrechte: Tino Plunert
Am Eingang des Dresdner Messegeländes steht ein Schild mit der Aufschrift "Mercedes Benz - Welcome to your Global Training Experience
Dort findet eine internationale Schulung von Mercedes-Mitarbeitern statt. In diesem Rahmen dürfen sie auch neue Fahrzeuge ausprobieren. Bildrechte: Tino Plunert
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Blick auf die Rückfronten verschiedener Mercedes-Pkws, die in einer Kolonne in Dresden unterwegs sind.
Bildrechte: Tino Plunert

Auf Anfrage von MDR SACHSEN löst der Autokonzern das Rätsel auf. "Von Juni bis August findet in Dresden die jährliche Mercedes-Benz-Global-Training-Experience statt. Hierbei handelt es sich um die zentrale Schulung der weltweiten Vertriebsorganisation von Mercedes-Benz", sagt Daimler-Sprecherin Katja Liesenfeld. Als ein Teil der Schulung stelle man den Schulungsteilnehmern auch Fahrzeuge aus dem aktuellen Produktportfolio vor. Diese Fahrzeuge sowie die Fahrzeuge einiger Schulungsteilnehmer trügen ein Böblinger Kennzeichen, so Liesenfeld. Schätzungsweise 15.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt werden bis 10. August an der Schulung teilnehmen, die im Vorjahr in Ibiza abgehalten wurde. Damals nahmen nach Angaben der Internetseite "Brand X" 14.700 Teilnehmer aus 60 Märkten weltweit teil.

Mercedes: Teilnehmer sind angewiesen, rücksichtsvoll zu fahren

Zu näheren Details der Schulung wie den gezeigten Autos oder der Anzahl wollte sich die Sprecherin "aus Wettbewerbsgründen" nicht äußern. Auch nicht zu der Frage, warum die Autos in Kolonne durch die Stadt fahren. Nur so viel: "Alle Teilnehmer einer Probefahrt werden stets vor Übergabe eines Fahrzeugs über die national geltenden Verkehrsregeln informiert. Dabei fordern wir die Teilnehmer zu einer umsichtigen und rücksichtsvollen Fahrweise auf", sagt Liesenfeld.

Lkw-Fahrer: Mercedes-Kolonnen kommen "angeflogen"

Sven Damm hat andere Erfahrungen gemacht. "Kürzlich bin ich auf der A13 von Dresden Richtung Berlin gefahren, als auf einmal zwei Mercedes angefahren kamen. Von fahren kann man eigentlich gar nicht mehr sprechen, die kamen eher angeflogen und haben versucht, sich in den Sicherheitsabstand reinzudrängeln, um die Autobahn in Radeburg zu verlassen", beschreibt der Lkw-Fahrer die Situation.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR aktuell | 19.06.2019 | 22:24 Uhr

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.06.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

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6 Kommentare

21.06.2019 18:43 Charakterlich ungeeignet zum Autofahren 6

Diese so genannten Testfahrer sind für angepasstes Fahren nicht bekannt - im Gegenteil.

Einer von denen hat ja mal vor Jahren in Baden- Württemberg eine Frau mit Kind im Kleinwagen von der Autobahn " geblasen " als er zusammen mit einem anderen eine Rekordzeit vom Werk zur Teststrecke in Papenburg/Ems aufstellen wollte.

Daran sieht man den Charakter solcher Leute.

21.06.2019 17:10 MuellerF 5

Können die nicht auf einer Test- bzw. Rennstrecke fahren?
Warum muss das im öffentl. Straßenverkehr sein?

21.06.2019 16:39 UweZi 4

@Autofahrer #3, schon mal was von Verkehrsdichte und dem Unterschied dieser in den 70ern zu heute gehört? Ich fahre selbst gern schnell, wo es geht. Tempo 130 möchte ich auch nicht haben. Dann sollte man sich aber auch so verhalten, daß der Gesetzgeber sich nicht genötigt sieht dies wegen einzelner Angeber und Egoisten einzuführen. Nicht jedes auf unseren Straßen zugelassene Fahrzeug hat Spitzenwerte bei Bremsen und Motorisierung. Dem sollte man öfter vorausschauend rechnung tragen, dann klappt es auch weiter mit einem harmonischen Miteinander. Und die sinkenden Zahlen bei Todesfällen sind wohl eher der besseren Sicherheitsausstattung als einer besseren Intelligenzleistung beim Fahren geschuldet. Die Zahl der Unfälle insgesamt wird wohl gestiegen sein.

21.06.2019 10:57 Autofahrer 3

Wirklich unverschämt. Da stellt man teure Fahrzeuge mit sicherem Fahrwerk und Bremsen her, stattet diese mit leistungsstarken Motoren aus, mit denen man auch über 250 km/h fahren könnte und dann gibt es doch tatsächlich Menschen, die fahren damit auch mal 200 km/h - und dann ausgerechnet dort, wo man das (noch) darf! Da muß natürlich sofort eingeschritten werden! Warum war dies eigentlich in den 70er oder 80er Jahren nie ein Problem, obwohl die Autos damals lange nicht so sicher waren wie heute? 1970 gab es in der BRD (inkl. DDR) 21.332 Verkehrstote, jetzt sind es nur noch etwa 3200 im Jahr...

21.06.2019 10:49 CO2 Bilanz 2

Ich arbeite an der Messe. Es sollen bis an die 300 Fahrzeuge werden. Etwas über 10% dicke ElektroSUVs, ein deutlich höherer Anteil an PS-starken AMG Versionen diverser Modelle und eine ganze Reihe an S Klasse Modellen , gepaart mit ein paar "sauberen" Alibi-Dieseln die die 200PS Marke mal nicht knacken. Das ganze wird hier unter 24/7 Dauerbeleuchtung auf überbauten Grünflächen im Gelände präsentiert. Ganz nach dem Motto "ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert" scheint die Umweltbelastung dieser Modelle doch so gering zu sein, dass man sich bei Stromverbrauch und Co entsprechend gehen lassen kann. Der Automobilindustrie geht es ja soooo schlecht...
Und btw: die Flutrinnenbrücke ist keine Highspeedstrecke, sondern ein Schulweg zum anliegenden Sportgymnasium. Das entgeht den vorbeifliegenden Fahrern wohl leider immer.

20.06.2019 21:28 na so was 1

Eigenartig, alle wissen es. Garantiert auch die so umsichtige Polizei. Greifen die deshalb nicht ein, in der Hoffnung, auch so eine Kiste 500 m durchs Stadtgebiet von Dresden fahren zu können ? Die Autobahnpolizei hat zum Zeitpunkt der Rasereien bestimmt gerade "kollektive" Pause. Aber gelegentlich ganz normal fahrende Autobesitzer anzuhalten und belanglose Fragen zu stellen. Und das mit den Kolonne fahren auf Autobahnen mit vollkommen überhöhter Geschwindigkeit und mit Kolonne fahren im Stadtgebiet ist vorher bekanntgegeben worden, auch der Polizei. Aber diese sind ja bei Ausübung ihre Arbeit vollkommen überlastet. Wenn ich Zeit hätte, ich würde diese Berufsgattung für ihre viele Arbeit bedauern. 20.06.2019 , 21:28

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