Lifeline
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auszeichnung Flüchtlingsretter aus Dresden mit Lew Kopelew Preis geehrt

Für ihren Einsatz bei der Seenotrettung von Geflüchteten wurde die Dresdener Initiative "Mission Lifeline" mit einem Preis geehrt. Mehr als 1.000 Menschen soll die Crew um Kapitän Reisch schon gerettet haben.

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Die Seenotrettungsorganisation "Mission Lifeline" um Kapitän Claus-Peter Reisch ist am Sonntag mit dem Lew Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte geehrt worden. Mit dem undotierten Preis würdigt das Kölner Lew Kopelew Forum den Einsatz der Initiative, die mit ihrem Schiff "Lifeline" Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot rettet.

Der luxemburgische Außen- und Asylminister Jean Asselborn hielt die Laudation und lobte den Einsatz der Seenotretter: "Heute wird hier ein Mann geehrt, dessen Mut ich sehr bewundere", sagte er in seiner Festrede. Reischs Wille und Einsatz für Menschen in äußerst schwierigen Gegebenheiten sollten ein Vorbild sein, kein Fall für die Justiz. Damit nahm er Bezug auf das Gerichtsverfahren, das derzeit auf Malta gegen den Kapitän läuft. Reisch wird vorgeworfen, das Schiff "Lifeline" fehlerhaft registriert zu haben. Das Urteil soll am 14. Mai fallen.

"Unbequem, beharrlich und kompromisslos"

Der Vorsitzende des Lew Kopelew Forums, der Journalist Thomas Roth, würdigte den Einsatz von "Mission Lifeline", die rund 1.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet haben. "Unbequem, beharrlich und kompromisslos bestand er auf Humanität gerade da, wo das auch für ihn selbst unbequem war", sagte der langjährige Moskau-Korrespondent der ARD laut Redetext über den Kapitän des Rettungsschiffs.

"Helfen, wo die meisten lieber wegsehen"

Auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nannte das Engagement der Seenotretter in einer Grußbotschaft unverzichtbar, um Menschenleben zu retten und das Handeln der Politik herauszufordern. Christen dürften sich mit dem Elend und der Not von Menschen nicht einfach abfinden, so Marx. Die Seenotretter zeigten, was das konkret bedeute: "Mit großem persönlichen Einsatz helfen sie dort, wo die meisten von uns lieber wegsehen."

Mit dem Preis ehrt das Lew Kopelew Forum seit 2001 jährlich Menschen, Projekte oder Organisationen, die im Sinne des russischen Germanisten, Schriftstellers und Humanisten Lew Kopelew ( 1912-1997 ) tätig sind. Bisherige Preisträger waren unter anderem der türkische Journalist Can Dündar, der russische Soziologe Lew Gudkow, syrische Friedensaktivisten und der Religionswissenschaftler Hans Küng.

Quelle: MDR/nk/mar/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.04.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 08. April 2019, 08:04 Uhr

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