16.12.2019 | 08:54 Uhr Mitteldeutsche Regiobahn: Zugausfälle durch Krankheit und kaputte Züge

Städtebahn Sachsen
Die gemieteten Triebwagen sind aktuell nicht alle einsetzbar. Bildrechte: Diana Köhler

Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) hat weiterhin mit kaputten Fahrzeugen im Dresdner Dieselnetz zu kämpfen. Am Montag und Dienstag fahren deshalb zwischen Altenberg und Glashütte Busse. Eigentlich hätte dort wieder stabiler Zugverkehr angeboten werden sollen, wie die MRB und der Verkehrsverbund Oberelbe unlängst mitteilten. Ein Sprecher der MRB sagte auf Anfrage von MDR SACHSEN, dass es sich noch um Nachwirkungen der Städtebahn-Pleite handele. Die MRB habe keinen Zugriff auf Ersatzteile für die angemieteten Züge. Diese liegen bei einer ebenfalls insolventen Wartungsfirma der früheren Städtebahn Sachsen. Das verzögert Instandhaltung und Reparturen.

Zwei Züge in der regulären Wartung

Ferner seien zwei der 15 Triebwagen in einer regulären Generalüberholung und deshalb ohne die sogenannten Fristen - eine Art Bahn-TÜV - nicht einsetzbar, sagte der MRB-Sprecher. Der Verkehrsverbund Oberelbe behauptete mehrfach, jedes Bahnunternehmen, dass das Dieselnetz Dresden nach der Städtebahn-Pleite übernommen hätte, hätte mit denselben Problemen zu kämpfen gehabt. Belege dafür liefert der Verbund nicht. Andere Unternehmen verfügen durchaus über eigene Fahrzeuge und Werkstattkapazitäten, bieten ihre Leistungen bei Ausschreibungen aber offenbar deutlich teurer an. Viele Fragen im Zusammenhang mit der Pleite der Städtebahn Sachsen sind bis dato nicht beantwortet. Trotz der monatelangen Pannen und damit verbundenen Einschränkungen für Fahrgäste hat der Verkehrsverbund Oberelbe kürzlich für 2020 Fahrpreiserhöhungen angekündigt.

Städtebahn Sachsen - Mitteldeutsche Regiobahn Die Städtebahn Sachsen hat im Sommer nach Angaben des Verkehrsverbundes Oberelbe überraschend Insolvenz angemeldet. Wenig später hat der Verbund den Verkehrsvertrag gekündigt und per Notauschreibung die Leistungen an die Mitteldeutsche Regiobahn übergeben. Reisende und Pendler müssen jedoch noch immer mit Einschränkungen leben.

Kranke Lokführer auf RE6 und RB110

Auf den Linien RE6 (Chemnitz - Leipzig) und RB110 (Leipzig - Döbeln) fallen seit Freitag ebenfalls einige Züge aus. Grund seien erhöhte Krankmeldungen von Stammlokführer und Leihlokführern. Das Unternehmen teilte mit, es sei kurzfristig kein Ersatzpersonal zu bekommen. Man versuche, Busse als Ersatz zu bestellen. Zwischen Chemnitz und Leipzig soll sich nach Firmenangaben die Situation am Montag wieder entspannt haben.

Dieselnetz Dresden Das sogenannte Dieselnetz Dresden umfasst den Regionalverkehr auf den Linien Dresden - Königsbrück, Dresden - Kamenz, Heidenau - Altenberg, Pirna - Neustadt - Sebnitz und die Wintersportexpresse Dresden - Altenberg.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.12.2019 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

Zuletzt aktualisiert: 16. Dezember 2019, 08:58 Uhr

9 Kommentare

Grosser Klaus vor 5 Wochen

Wie man erkennt schafft der private Betreiber Transdev nicht einmal moderne Züge zu stellen. Das kommt, wenn man privatisiert. Auch gibt es im ganzen Bundesgebiet Klagen über private Betrieber des ÖPNV wegen Fahrplanverspätungen/Ausfällen.
Es sollte endlich von staatlicher Seite zurück gerudert werden, die Daseinsvorsorge gehört nur in öffentliche Hände bzw. öffentliche/gemeinwirtschaftliche/kommunale Betriebe. Man kann feststellen, Gewinne werden wieder einmal privatisiert und die Kosten sozialisiert. Man sollte diesem Privatisierungs-Spuk (einschließlich PPP) ein Ende setzen. Die Kosten (u. a. der Ausschreibungsaufwand, Vertragsgestaltung, ...) sind extrem hoch und führen zu nichts. Vor 30 Jahren fuhren die Züge absolut korrekt! Die Bahn-Mitarbeiter verdienten ordentliches Geld, es war genügend Personal vorhanden, das Zugmaterial war störungsfrei, die Qualität an sich erheblich besser! Wo ist die gute Zeit geblieben? Keine Macht der Privatwirtschaft!

MDR-Team vor 5 Wochen

Liebe Freiheit,
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MDR-Team vor 5 Wochen

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