Ein Polizist steht vor einer abgesperrten Moschee
Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

Prozess vor dem Landgericht Moschee-Bomber aus Dresden entschuldigt sich

Der vor dem Dresdner Landgericht angeklagte Moschee-Bomber hat am Freitag sein Schlusswort genutzt, um sich für seine Tat zu entschuldigen. Die Anschläge hatten 2016 kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit für Entsetzen gesorgt.

Ein Polizist steht vor einer abgesperrten Moschee
Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

Im Prozess um den Anschlag auf eine Dresdner Moschee im Herbst 2016 hat der Angeklagte Reue gezeigt und sich bei der Familie des Imam entschuldigt. "Ich habe einen Riesenfehler gemacht, den ich zutiefst bereue", erklärte der 31-Jährige am Freitag in seinem letzten Wort am Landgericht Dresden. "Es tut mir auch leid für die Familie." Er habe "nie im Entferntesten" daran gedacht, jemanden töten zu wollen. Im weiteren Teil der vom Blatt abgelesenen Erklärung kritisierte der Monteur Generalstaatsanwaltschaft und Ermittler. Er fühle sich betrogen, weil es Verfahrensfehler gegeben habe und bestimmte Beweise erst spät in den Prozess eingeführt worden seien, brachte der Angeklagte vor.

Der Mann, der seit Ende 2016 in Untersuchungshaft sitzt, ist unter anderem wegen versuchten Mordes und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion angeklagt. Zu Prozessbeginn hatte er eingeräumt, die Spreng- und Brandsätze am 26. September an der Fatih-Camii-Moschee sowie am Kongresszentrum gezündet zu haben, um "ein Zeichen zu setzen". Die Anschläge hatten kurz vor der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Familie des Imam kam mit dem Schrecken davon. Das Urteil wird am kommenden Freitag verkündet.

Rußspruen nach einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden
Der Iman der Moschee, Hamza Turan, und sein zehn Jahre alter Sohn Ibrahim Ismail. Beide waren zum Zeitpunkt der Explosion in dem Gebäude. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 24.08.2018 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2018, 19:16 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen