25.11.2019 | 08:46 Uhr Weiter Ausfälle im Zugverkehr nach Königsbrück

Städtebahn Sachsen
Weil nicht alle Triebwagen einsatzbereit sind, fallen weiter Züge im Dieselnetz Dresden aus. Bildrechte: Diana Köhler

Die Mitteldeutsche Regiobahn bekommt den Zugverkehr auf dem Dieselnetz der insolventen Städtebahn Sachsen weiter nicht in den Griff. Auf der Bahnstrecke Dresden - Königsbrück wird der Schienenersatzverkehr deshalb bis zum 6. Dezember verlängert. Das teilte der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit. Hintergrund ist, dass nicht genug Züge einsatzbereit sind. Ab Mitte Dezember sollen für das Dieselnetz des VVO zwei zusätzliche Züge zur Verfügung stehen, hieß es. Ursprünglich war bereits ab dieser Woche eine Entspannung erwartet worden.

Kompletter Zugbetrieb wiederholt verschoben

Nun sollen erst ab Anfang Dezember auf dem Abschnitt Dresden-Neustadt bis Ottendorf-Okrilla Süd sowie am frühen Morgen und späten Abend auf der gesamten Linie wieder Züge fahren. Zwischen Pirna und Sebnitz über Neustadt fahren bis mindestens Ende Dezember nur Busse. Spätestens ab Januar 2020 will die Mitteldeutsche Regiobahn dann auf allen Strecken des Dieselnetzes Züge einsetzen. Ob tatsächlich dann auch alle Verbindungen mit Triebwagen gefahren werden oder doch noch vereinzelt Busse fahren, wollte ein VVO-Sprecher auf Nachfrage nicht sagen.

Der Sprecher betonte, verantwortlich sei einzig und allein die Mitteldeutsche Regiobahn. Fehler bei der Notvergabe sieht der VVO nicht. "Es fehlt eine Werkstatt und deshalb hätte jeder Betreiber dieselben Probleme", so der Verbundsprecher.

Die Städtebahn Sachsen hatte im Juli den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet. Seit 1. Oktober betreibt die Mitteldeutsche Regiobahn den Zugverkehr auf dem Dieselnetz nach Notvergabe durch den VVO. Eingesetzt werden dieselben Züge, die bereits die Städtebahn angemietet hatte. Allerdings sind derzeit nicht alle Fahrzeuge einsatzbereit. Die Mitteldeutsche Regiobahn hat in der Region allerdings nicht den besten Ruf. Auf den von ihr betriebenen Strecken Dresden - Hof, Chemnitz - Leipzig, Leipzig - Döbeln und Chemnitz - Elsterwerda gab es wiederholt Probleme wegen defekter oder fehlender Züge.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.11.2019 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 25. November 2019, 08:57 Uhr

3 Kommentare

PirCop vor 13 Wochen

Wer ist schuld?
1. Die Politik
Bei der Privatisierung der Deutschen Bahn gab es keine Trennung zwischen Betrieb und Netz.
2. Die Deutsche Bahn
Mangelnde Streckenpflege, vermutlich aus Kostengründen, dadurch Schäden an Triebwagen der Konkurrenz (u.a. Städtebahn).
3. Die Städtebahn
Sie hätte schon eher den VVO (auch mit zeitweiliger Betriebseinstellung) zwingen müssen, die Deutsche Bahn zu besserer Streckenpflege zu ermahnen.
4. Der VVO
Er hat das Geld und somit die Macht, kann also auch von der Deutschen Bahn fordern, sogar drohen, denn wie gesehen, „Kragen platzen“ reicht nicht, Herr Ehlen.
5. Die gewählten Volksvertreter
Haben wir von den drei Landräten und dem einem Oberbürgermeister Kritik am VVO, der Deutschen Bahn und der Stadtbahn gehört?
Wozu sind diese im Zweckverband vertreten, wenn sie nicht für die Interessen ihrer Einwohner und Bahnnutzer eintreten.
Fazit:
Kollektives Versagen - jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen und keiner will schuld sein.

Dynamo vor 13 Wochen

Zugverkehr auf den Strecken Dresden - Königsbrück, Dresden-Neustadt - Ottendorf-Okrilla, ist nun mal nicht so einfach, wieder in Betrieb zu setzen. Man getraut sich gar nicht, also ich zumindest nicht, die km, die dann zurückgelegt werden, öffentlich zu nennen. Deutschland, eines der reichsten Länder der Welt, ausgenommen Sachsen. Das könnte als wahrer Spruch gerade noch durchgehen, oder was meinen Sie, Herr Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, dazu ?

DS79 vor 13 Wochen

Der VVO sieht NIEMALS Fehler bei sich. Selbstverständlich hätte man bei der Notvergabe auch auf Anbieter mit eigener Fahrzeugflotte setzen können aber der passte preislich nicht ins Konzept. Der VVO möchte billig und er bekommt billig!
Die konkreten Fehler hat der VVO jedoch schon vor der Insolvenz der SBS begangen und geschickt überspielt. Als Krönung hat man sich selbst gefeiert als ein Busnotverkehr eingerichtet wurde. Ich warte schon auf den Tag, wenn der VVO die S-Bahn Dresden billiger einkauft / bestellt und ein europäischer Anbieter versucht mit geleasten Dieseltriebwagen sein Glück zu machen .

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