17.01.2020 | 17:48 Uhr Weiterer E-Scooter-Anbieter drängt in Dresden auf den Markt

Ein Mann und zwei Frauen fahren mit E-Scootern
Bildrechte: dpa

In Dresden gibt es seit Freitag einen neuen E-Scooter-Anbieter. Wie das Unternehmen Tier Mobility mitteilte, stehen zunächst 200 Roller im Stadtgebiet zur Verfügung. Entsprechend der Nachfrage könne die Flotte bis zum Sommer auf 1.000 Scooter aufgestockt werden. Nach Angaben des Verleihers heben sich die elektrischen Tretroller unter anderem durch austauschbare Batterien von denen der Konkurrenz ab.

(K)eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt?

Wie die Stadt Dresden auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, fand der Betriebsstart ohne Abstimmungen mit der Landeshauptstadt statt. Es gebe keine enge Zusammenarbeit mit dem Unternehmen und es soll in diesem Sinne angeschrieben werden.

TIER Mobility ist der Inhalt unserer Kooperationsvereinbarung bekannt. Das Unternehmen hat uns aber bis heute seine Daten nicht mitgeteilt. Die Vereinbarung ist deshalb nicht zustande gekommen.

Raoul Schmidt-Lamontain Verkehrsbürgermeister

Das Unternehmen erklärte im Gegensatz dazu, dass es "Mitte Dezember die unterzeichnete Kooperationsvereinbarung an die Stadt geschickt" habe und eine Reaktion der Stadtverwaltung noch ausstehe. Weiter heißt es, man freue sich über die von Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain angekündigte Kontaktaufnahme.

Stadt: "Rote Zonen" wurden missachtet

Ein E-Scooter steht vor der Kulisse der Dresdner Altstadt
Ein E-Scooter des Anbieters Tier Mobility steht auf dem Elberadweg in Dresden. Bildrechte: TIER Mobility/Georg Grams

Seit Juli vergangenen Jahres gibt es in Dresden E-Scooter zum Ausleihen. Die Stadtverwaltung setzte von Anfang an auf freiwillige Vereinbarungen mit den E-Scooter-Anbietern. Darin sind auch sogenannte "rote Zonen" beschrieben, in denen die Roller nicht abgestellt werden sollen. Diese habe Tier Mobility missachtet. Das Unternehmen teilt hingegen mit, dass die Bereiche auch für sie gelten. Um den "Anforderungen der Stadt schnellstmöglich gerecht zu werden", würde "mit Hochdruck an einer Aktualisierung der Daten des Geschäftsgebiets" gearbeitet. Demnach sollen die "roten Zonen" als Parkverbotszonen gekennzeichnet werden. Dort könnte eine Roller-Miete nicht beendet werden. Zur Kontrolle und Ortung seien die Scooter mit GPS-Tracking ausgestattet.

E-Scooter-Verleih in Dresden

Bislang gab es in der Landeshauptstadt nur einen E-Scooter-Anbieter. Lime ist ebenfalls mit 200 Rollern gestartet ist und hat seine Flotte inzwischen auf mehr 1.000 Roller aufgestockt. Laut der Kooperationsvereinbarung der Stadt darf jedes Unternehmen höchstens 2.000 E-Roller betreiben - davon höchstens 300 in der Innenstadt. In anderen sächsischen Großstädten gibt es bislang keinen E-Scooter-Verleih.

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.01.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2020, 17:48 Uhr

1 Kommentar

Peter W. vor 4 Wochen

Diese E-Scooter an allen Ecken sind aktuell eine Seuche.
Weitaus sinnvoller wäre es, würden sich Begeisterte und Interessierte privat solche Gefährte zulegen. So sorgt die mittlere Haltbarkeit dieser Miet-Scooter von 6 Monaten für alles andere als Nachhaltigkeit, und die Entlohnung der Einsammler und Auflader erzeugt einen weiteren Niedriglohnsektor.

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