06.02.2020 | 05:00 Uhr Neuer Hochleistungsrechner CARA in Dresden in Betrieb

Ein neuer Supercomputer des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist ab sofort an der Technischen Universität Dresden in Betrieb. In Zukunft soll der Computer hochkomplexe Simulationen berechnen. Damit soll das Fliegen effizienter werden.

Serverraum
Der Supercomputer CARA ist so groß, dass ein eigener Raum in der Fakultät Informatik an der TU Dresden dafür eingerichtet wurde. Bildrechte: DLR

Leisere Triebwerke, Schadstoffreduzierung, ein geringerer Kerosinverbrauch, komfortablere Flüge selbst bei Windböen - für all das soll der Hochleistungsrechner CARA (kurz für: Computer for Advanced Research in Aerospace) sorgen. Mit Hilfe des neuen Supercomputers sollen virtuell Flugzeuge und neue Technologien entwickelt, erprobt und für den Flug zugelassen werden, lange vor ihrem ersten realen Jungfernflug.

Schlüsselübergabe
V.l.n.r.: Hans Müller-Steinhagen (Rektor der TU Dresden), Shigeyuki Aino (NEC), Prof. Rolf Henke (DLR-Vorstand für Luftfahrt), Niels Schwarzer (SIB) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Bildrechte: DLR

Wir haben hier etwas, das absolut zukunftsweisend ist und nicht nur den Wirtschaftsstandort Dresden, sondern auch ganz Sachsen und Deutschland stärken wird.

Hans Müller-Steinhagen Rektor der TU Dresden

Millionenprojekt auf dem TU-Campus

Das neue Rechenzentrum des DLR hat 20,7 Millionen Euro gekostet. Hinzu kommen noch einmal 15 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren, um den Rechner betreiben zu können. Mit insgesamt 8,3 Millionen Euro beteiligt sich der Freistaat an dem Projekt, so das Wirtschaftsministerium. Sachsen erhofft sich durch die Förderung auch Vorteile für die Software-, aber auch die Luft- und Raumfahrtindustrie im Land. Auf Landesebene solle eine neue Stelle eines Luft- und Raumfahrtkoordinators geschaffen werden.

Einer der leistungsstärksten Rechner auf seinem Gebiet

Nach Angaben des Direktors des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik, Prof. Cord-Christian Rossow, wird CARA im internationalen Vergleich einer der leistungsfähigsten Rechner, der fast ausschließlich für Luft- und Raumfahrtforschung eingesetzt wird. CARA schafft 2,5 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde. Zum Vergleich: Das neue iPhone 11 schafft 154 Milliarden Berechnungen in der Sekunde. CARA hat also etwa 160.000 mal mehr Rechenleistung als ein iPhone.

Der Hochleistungsrechner CARA von innen
So sieht ein Teil des Supercomputers CARA von innen aus. Bildrechte: Manuel Tennert

CARA verringert Forschungskosten und soll Umwelt schonen

Die detailgetreue Simulation von Flügen am Computer bringt Vorteile: Die Forscher können nötige Versuche statt mit realen Flugzeugen künftig am Rechner durchführen. CARA kann diesen realen Flugbetrieb simulieren. Die Forscher wollen so herausfinden, ob eine neue Technologie den gewünschten Effekt hat oder nicht. Das verringert Kosten und soll die Umwelt schonen. Die TU Dresden will mit der Abwärme des Hochleistungsrechners Gebäude am Campus mit beheizen. So bleibt der Rechner kühl und den Forschern wird es warm.

Illustration
Mit Hilfe solcher Strömungssimulationen können zum Beispiel die Tragflächen von Flugzeugen windschnittiger gestaltet werden, was den Treibstoffverbrauch reduzieren kann. Bildrechte: DLR

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.02.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

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