05.09.2019 | 16:48 Uhr Neuer Rabbiner in Dresden will Brücken bauen und Jugend begeistern

ein junger Mann sitzt vor der Kamera, lächelt und wartet ab. Im hintegrrund ist ein großer Tisch zu sehen. Es ist der altar in der Jüdischen gemeinde Dresden.
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Für den neuen Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Dresden, Akiva Weingarten, hat Jugendarbeit oberste Priorität. Der 34 Jahre alte Geistliche will Jugendliche für die Tradition und Kultur seiner Religion begeistern. "Wir sind hier, um dafür zu sorgen, dass Traditionen weitergegeben werden", betonte er. In der Gemeinde will er pro Monat zwei Schabbat-Gottesdienste leiten und orthodoxe Traditionen weitergeben, die ihn geprägt haben - zum Beispiel durch Lieder, Speisen oder Bräuche, sagte Weingarten. Er ist in Dresden Nachfolger von Alexander Nachama, der als Landesrabbiner nach Thüringen gewechselt war.

Leute wie ich, die in der Mitte stehen, haben die Möglichkeit innerhalb des Judentums Brücken zu bauen.

Akiva Weingarten Gemeinderabbiner

In Dresden hat Gemeinderabbiner Weingarten seit Mitte August eine halbe Stelle. Zugleich ist er Rabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde Migwan in Basel. Weingarten werde pendeln und habe seine Wochen klar strukturiert. Der Rabbiner ist 1984 in New York geboren und wuchs in einer ultra-orthodoxen Familie mit zehn Geschwistern auf, wandte sich als Erwachsener aber der liberalen Strömung des Judentums zu. Ausgebildet wurde der Enkel von Holocaust-Überlebenden in New York, Israel und Berlin.

Es waren einige Bewerber bei uns. Bei Rabbiner Weingarten ist ein Funke übersprungen. Er hat Charisma.

Nora Goldenbogen Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Dresden

"Wir sind glücklich, einen Rabbiner gefunden zu haben, der die liberale Tradition der Gemeinde weiterführen und ihr neue Impulse geben wird", sagte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Dresden, Nora Goldenbogen.
Die Dresdner Gemeinde hat mehr als 700 Mitglieder. In Sachsen gehören etwa 2.600 Menschen zu jüdischen Gemeinden in Dresden, Chemnitz und Leipzig. Wie Weingarten sagte, werde er wöchentlich an einer Grundschule in Dresden Religionsunterricht geben. Jüdischer Religionsunterricht ist seit diesem Schuljahr Wahlfach zunächst an den sächsischen Grundschulen.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 05.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2019, 16:48 Uhr

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