Falschparken in Dresden Landeshauptstadt verteilt Online-Knöllchen

Die Stadt Dresden verteilt ab Montag neue Knöllchen für Falschparker. Die betroffenen Autofahrer werden weiterhin durch einen Zettel unter dem Scheibenwischer auf ihr Fehlverhalten hingewiesen, neu ist der QR-Code und ein Link zum Onlineportal "knoellchen.dresden.de". Dort können nach Eingabe des Kennzeichens und eines Logins, der auf dem Knöllchen steht, der Tatvorwurf eingesehen und das Verwarnungsgeld gezahlt werden. Wird die Strafe innerhalb von sieben Tagen beglichen, wird kein schriftlicher Verwarngeldbescheid mehr verschickt. Aus Datenschutzgründen werden auf dem Portal keine personenbezogenen Daten gespeichert und angezeigt, sodass auf diesem Weg auch keine Widersprüche eingelegt werden können.

Wie die Stadt mitteilte, soll mit dem Online-Verfahren der Verwaltungsaufwand verringert und Portogebühren sowie Papier eingespart werden. In den neuen Service wurden 22.000 Euro investiert. Es ist bereits der zweite Onlinedienst, der vom Ordnungsamt der Landeshauptstadt angeboten wird. Seit Februar 2018 gibt es die Möglichkeit der Online-Anhörung bei Ordnungswidrigkeiten. Dort können Betroffene neben dem Tatbestand auch Fotos einsehen, Anmerkungen zum Fall machen und ebenfalls die Strafe zahlen. Rund 1.200 Fälle werden nach Angaben des Ordnungsamtes monatlich über das Online-Portal abgewickelt. Auf Anfrage von MDR SACHSEN teilte die Behörde mit, dass etwa 40 Prozent derjenigen, die sich zu Tatvorwürfen äußern, den Service im Internet nutzen.

Ein Knöllchen klemmt unter dem Scheibenwischer eines Autos.
Das Knöllchen informiert auf Deutsch und Englisch über das Vergehen. Das Online-Portal ist sogar auf sieben Sprachen verfügbar. Bildrechte: Ordnungsamt Dresden

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.09.2018 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2018, 10:08 Uhr

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13 Kommentare

23.09.2018 08:52 Gerhard 13

Es gibt ein neues Datenschutzgesetz ......ist das noch nicht zur Stadtverwaltung Dresden gekommen ????
Nun alle Bürger einen Internetanschluss anschaffen ! Damit es die Stadt leichter hat .
Was für einen Schwachsinn ! Für die 22000 € konnte die Stadt viele Briefmarken kaufen .

17.09.2018 23:35 NN 12

Die Aufrufe zum ordentlich Parken sind hier eher kontraproduktiv: die fehlenden Einnahmen müssen dann von denen, die im Einflussbereich der eintreibenden Behörde wohnen, durch z.Bsp. erhöhte Grundsteuern ausgeglichen werden. -- In der nächsten technologischen Ausbauphase melden dann die Autos im Parkverbot sich selbst. Dank hinterlegter Zahlungsdaten überweist es das Auto auch gleich. Bei Fahrzeugen mit Strassenschilderkennung müssen sie dann nur ein Parkverbotsschild am Auto vorbeitragen. Lachen sie jetzt und erinnern sie sich in 5 Jahren an meine Voraussage !

17.09.2018 23:21 NN 11

Werter Gabriel: Viel schlimmer: Sie können im Namen des Halters auch Stellung dazu nehmen: Phantasieadressen angeben, für deren Nennung der Halter zur Rechenschaft gezogen wird oder Kommentare bei der Befragung hinterlassen, die strafverschärfend wirken oder ganz andere Strafen nach sich ziehen. Den Schutz davor hätte ich gern erläutert.

17.09.2018 21:32 Riesenberger 10

Sieh an, der deutsche Staat funktioniert ja doch noch. Also zumindest dort, wo es um Banalitäten wie Parkverstöße geht. Beim Thema Grenzschutz sieht es anders aus. Da muss der Staat - wie auch beim Schutz vor Messermännern - leider abwinken. Genau so setzt man Prioritäten.

17.09.2018 20:39 Gabriel Landmann 9

Aufgrund dessen, dass zum Anmelden auf dem Portal das amtliche Kennzeichen und die auf dem Knöllchen zu lesende Kennung verwendet werden, kann ja nun ganz Dresden einschließlich Touristen die Angelegenheiten des jeweiligen Fahrzeughalters einsehen.

17.09.2018 18:47 bippus 8

QR-Code sofort vom Handy geloescht!

17.09.2018 18:17 Handwerker 7

Ob damit gespart wird ist zu bezweifeln. Wenn ich ein Knöllchen bekomme bin ich erst mal sauer. Da lasse ich mir das weiterhin schön zuschicken, kostet auch nicht mehr. Das ist dann eher Mehraufwand. Und an die ganzen Gutmenschen hier, "wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein". Gegen rücksichtsloses Parken bin ich auch, als Handwerker im Service, der ja irgendwie parken muss, habe ich aber schon regelrechte Korinthenkackerei erlebt.

17.09.2018 17:13 Harry 6

Ein QR-Code? Neu? Im Jahr 2018? Ich vergaß, alles Neuland, dieses Internet oder wie das Ding heißt.

17.09.2018 16:28 Gaihadres 5

@Nr.1: Und wie gedenken Sie den Fahrzeughalter auf sein Fehlverhalten hinzuweisen? Ein Zettel ist da notwendig. Ich habe Ihren Beitrag so verstanden, dass Sie nicht gegen Gebühren des Falschparkens sind, sondern lediglich gegen den Zettel am Fahrzeug. Ihren Hinweis zur Anrede finde ich amüsant, aber Unsinnig. Was sollte man denn sonst auf den Zettel schreiben - "Hallo Falschparker"? Wenn Sie sich zu Unrecht über ein Knöllchen ärgern, können Sie jederzeit dagegen vorgehen. Aus Erfahrung kann ich Ihnen aber sagen, dass vielen Fahrern das Gefühl für die eigene Schuld verlustig gegangen ist. Handwerker oder Pflegedienste sollten da ehr Freiheiten genießen dürfen - jeder andere hat sich verdammt noch Mal an die Regeln zu halten. Punkt.

17.09.2018 15:43 Radfahrer 4

Sinnfreier Kommentar....
Einfach ordentlich parken, dann gibt's auch kein Ticket?!

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