Polizei ermittelt Mehrere Strafverfahren nach Pegida-Demonstration in Dresden

Pegida am 01. September in Dresden
Rund 800 Leute sollen laut Polizei an der Pegida-Demonstration teilgenommen haben. Bildrechte: Konstantin Henß

Nach einer Demonstration der Pegida-Bewegung auf dem Neumarkt in Dresden wird in mehreren Fällen ermittelt. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, geht es dabei vor allem um verfassungsfeindliche Symbole, Beleidigung und Körperverletzung. Ein 41-Jähriger habe bei der Demo am Montagabend den Hitlergruß gezeigt, ein 32-Jähriger im Zuge einer Sitzblockade einem Beamten ins Gesicht geschlagen. Ein 18-Jähriger habe einem Polizisten den Stinkefinger gezeigt. Ein weiterer 18-Jähriger soll einem Unbekannten ein Bein gestellt und versucht haben, ihm die Deutschlandfahne zu entreißen. Zudem erstattete ein Teilnehmer des Gegenprotests Anzeige, weil er von einem Polizisten geschubst worden sei.

Protestzüge aus mehreren Richtungen

Pegida am 01. September in Dresden
Der Protestzug vom Alaunpark lief über den Albertplatz, in Richtung Carolabrücke zum Neumarkt. Bildrechte: Konstantin Henß

In zwei Protestzügen kamen die Gegendemonstranten auf den Neumarkt. Der eine startete am Alaunpark in der Dresdner Neustadt, der andere Zug startete am Hauptbahnhof. Laut Veranstalter waren auch Gruppen aus Chemnitz, Leipzig und Jena an den Protesten beteiligt. Demonstranten und Gegendemonstranten wurden mittels einer von der Polizei aufgebauten Schneise, bestehend aus einer etwa 100 Meter langen Zaunreihe voneinander ferngehalten.

Nach ersten Redebeiträgen zogen die Teilnehmer der Pegida-Kundgebung durch die Dresdner Altstadt. Gegendemonstranten versuchten mit Sitzblockaden den Marsch zu verhindern. Ein 32-Jähriger, der sich an der Sitzblockade auf der Wilsdruffer Straße beteiligen wollte, soll einem Beamten ins Gesicht geschlagen haben, nachdem dieser versuchte einzugreifen. Der Pegida-Gegner muss sich nun wegen Körperverletzung verantworten.

Pegida am 01. September in Dresden
Die Pegida-Anhänger wurden von Polizeibeamten an der Sitzblockade vor dem Kulturpalast vorbeigeleitet. Bildrechte: Benjamin Jakob

Hygieneregeln oft missachtet

Laut aktueller Corona-Schutzverordnung muss auch auf Demonstrationen der Mindestabstand eingehalten und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Wie ein MDR-Reporter berichtete, standen viele Demonstrationsteilnehmer auch ohne Maske dicht an dicht, sowohl bei der Pegida-Bewegung als auch bei der Gegendemonstration. Die Polizei griff hier nicht ein. 

Nach Angaben der Polizei hatten sich etwa 800 Personen der mittlerweile 216. Pegida-Demonstration angeschlossen. Auf dem Neumarkt protestierte eine etwa ähnlich große Zahl Demonstrierende. Insgesamt waren rund 300 Beamte im Einsatz.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.09.2020 | ab 10:01 Uhr in den Nachrichten

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