Polizeibeamte mit Angeklagtem in Gerichtsaal
Der Angeklagte hat im Prozess geschwiegen. (Archivfoto) Bildrechte: xcitePRESS

23.05.2019 | 18:30 Uhr Tote Kinder in Dresden: Staatsanwaltschaft sieht Mordvorwurf bestätigt

Polizeibeamte mit Angeklagtem in Gerichtsaal
Der Angeklagte hat im Prozess geschwiegen. (Archivfoto) Bildrechte: xcitePRESS

Im Prozess gegen einen Vater wegen Mordes an zwei Kindern im Sommer 2018 sieht die Staatsanwaltschaft in Dresden die Vorwürfe bestätigt. Sie forderte am Donnerstag eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, die eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Bei einem Wochenendbesuch im Juli 2018 soll der Angeklagte die Dreijährige erschlagen und die Sechsjährige ebenfalls geschlagen und dann mit einer Astsäge getötet haben.

Staatsanwalt: Keine Spontantat

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Kinder schliefen. Staatsanwalt Till von Borries sagte in seinem Plädoyer: "Das war keine Spontantat, sondern sie war vorbereitet." Er gehe von "reiner Eifersucht" und Rache an der Mutter als Motiv aus. Der Mann habe "die Kinder getötet, um die Mutter zu treffen". Er habe sie bestrafen wollen.

Verteidiger Matthias Ketzer plädierte auf Totschlag, ohne ein Strafmaß zu nennen. Das Urteil wird am 3. Juni verkündet.

Angeklagter schweigt bis zuletzt

Die wie der Mann aus Mosambik stammende Frau hatte sich Wochen zuvor von ihm getrennt. Das Paar war seit 2011 verheiratet, sie lebte seit 2014 in Deutschland. Der Mann war schon im Zuge eines Regierungsabkommens 1981 zur Ausbildung in die DDR gekommen und zuletzt Krankenpflegehelfer. Motiv und Tathergang sind nicht gesichert, weil der Beschuldigte dazu nichts sagte. An seiner Täterschaft bestehe aber auch wegen der Spurenlage kein Zweifel, so der Staatsanwalt. "Es wurde nur seine DNA gefunden." Die Verteidigung sieht keine Hinweise auf übersteigerte Eifersucht oder Rache als niedere Beweggründe und ebenso keinen Beweis für Heimtücke oder besondere Grausamkeit als Mordmerkmale. Der Angeklagte erklärte in seinem letzten Wort: "Ich möchte nichts sagen."

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.05.2019 | 20:00 Uhr in den Nachrichten

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