Pläne Dresden und Leipzig sollen wieder ans Nachtzug-Netz angeschlossen werden

Ein Nachtzug steht im Berliner Hauptbahnhof
Von Berlin nach Zürich fahren bereits sogenannte Nightjets. Bildrechte: imago images / Rüdiger Wölk

Dresden und Leipzig sollen wieder an das Netz von internationalen Nachtzügen angeschlossen werden. Das geht aus Planungen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hervor, die in dieser Woche veröffentlicht wurden. Konkret geht es um die Wiederbelebung der Verbindung Prag - Zürich, die über Dresden und Leipzig geführt werden soll. Nach jetzigen Plänen sollen die Züge unter der Marke "Nightjet" ab 2023 fahren. Bis vor wenigen Jahren fuhren auf dieser Verbindung schon einmal Nachtzüge, die von der Tschechischen Staatsbahn und von der Deutschen Bahn AG gemeinsam betrieben wurden.

Letzter Nachtzug in Dresden fuhr 2017 ab

Ende 2016 stieg die Deutsche Bahn mit Verweis auf mangelnde Wirtschaftlichkeit aus dem kompletten Nachtzugverkehr aus. Die ÖBB übernahm mit ihren Nightjets einige besonders lukrative Linien zwischen Metropolen, Dresden und Leipzig blieben außen vor. Bis Ende 2017 verkehrte noch der Euronight "Metropol" zwischen Berlin und Budapest mit Kurswagen nach Wien über Dresden. Derzeit wird dieser Zug jedoch über Polen nach Budapest und Wien geführt und macht damit einen Bogen um Dresden.

Nacht-IC hält noch in Leipzig

Blick auf Zürich
Zürich soll ab 2023 wieder mit einem Nachtzug von Dresden und Leipzig aus erreichbar sein. Bildrechte: imago images/Andreas Haas

Leipzig wird von einem Nacht-Intercity angesteuert, der zwischen Warnemünde und Wien über Passau fährt. Allerdings ist dies kein klassischer Nachtzug mit Schlaf- und Liegewagen, sondern ein Doppelstock-Triebwagen. Den fährt die Deutsche Bahn über Nacht nach Wien, weil er dort gewartet wird. Die DB AG hat diese Züge von der österreichischen Westbahn gekauft und setzt sie überwiegend zwischen Dresden und Rostock/Warnemünde im Tagesverkehr ein.

Aufschwung für Bahnreisen über Nacht

Die Nightjet-Züge, die in drei Jahren wieder Dresden und Leipzig mit Zürich und Prag verbinden sollen, führen hingegen Schlaf-, Liege- und Sitzwagen im Zugverband. Im Zusammenhang mit der Klimadebatte erleben Nachtzüge in Europa derzeit eine Renaissance. Wie aus den Plänen der SBB hervorgeht, wollen die Schweizer Nachtzüge nach Amsterdam, Rom oder Barcelona anbieten - Verbindungen, die jahrzehntelang schon einmal in den Fahrplänen standen und alle nach und nach eingestellt worden waren.

Dresden war in der DDR und auch in den Nachwendejahren ein wichtiger Haltbahnhof für Nachtzüge, die nicht nur die Schweiz, Österreich und Ungarn ansteuerten. Skandinavien mit Fährpassage über die Ostsee, die Niederlande oder Ziele auf dem Balkan standen allabendlich auf den Abfahrtstafeln. Geradezu legendär waren die einstigen Schlafwagen der Mitropa, die Reisende bis ans Schwarze Meer brachten. Günstige Flugpreise und immer bequemere Pkw bescherten diesen Zügen jedoch ein - offenbar nur vorübergehendes - Aus.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.09.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

1 Kommentar

herthinhobaer vor 5 Wochen

Früher gab es auch mal einen schönen Nachtzug von Frankfurt am Main Hauptbahnhof über Offenbach, Hanau, Fulda, Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena West, Gera, Glauchau, Karl-Marx-Stadt, Dresden Neustadt, Görlitz, Legnica, Wroclaw und der vordere Teil fuhr dann über Lodz nach Warschau und Moskau und der hintere Teil nach Krakow über Gliwice und Katowice. Es wäre gut, wenn dieser Zug wieder kommen würde. Vielleicht können Sie ja mal bei der PKP INTERCITY nachfragen, meines Erachtens nach, war dieser Zug auch immer ziemlich voll

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