Weihnachten und die Corona-Pandemie Sachsens Weihnachtsmarkt-Planer vor großen Herausforderungen

Während die Menschen in Sachsen den Spätsommer mit strahlendem Sonnenschein genießen, beschäftigt die Eventagenturen und Stadtverwaltungen im Freistaat schon längst die Weihnachtszeit. Dresden und Riesa haben nun erste Pläne vorgestellt.

Der Eingang des Striezelmarktes in Dresden.
Die Organisatoren wollen den Dresdner Striezelmarkt auf jeden Fall stattfinden lassen. Bildrechte: imago/imagebroker

Die anstehenden Weihnachtsmärkte sind für alle Planer während der anhaltenden Corona-Pandemie eine riesige Herausforderung. Die Stadt Dresden will den Striezelmarkt auf keinen Fall absagen. Allerdings werde dieser deutlich anders aussehen, als in den vergangenen Jahren, erzählt Robert Franke vom Amt für Wirtschaftsförderung.

Striezelmarkt soll entzerrt werden

Einen Zaun um alles zu ziehen, bringe nichts, so Franke: "Dann entstehen davor riesige Menschenmengen. Und diese Ansammlungen gilt es zu vermeiden." Stattdessen wolle man den Striezelmarkt auf andere Plätze der Altstadt ausweiten. Eine Zweiteilung zwischen Gastronomiebereich und den anderen Attraktionen sei vorstellbar.

Kontaktdaten an gastronomischen Ständen werden erfasst

Glühweinstand Weihnachtsmarkt Halle
An den Ständen der Gastronomen sollen Kontaktdaten der Besucher erfasst werden. Bildrechte: IMAGO

Die gastronomischen Einrichtungen sollen laut Franke eine Absperrung bekommen, sodass sich die Kontaktdaten der Besucher erfassen lassen, wie es aktuell bei Gaststätten schon üblich ist. Alle anderen Stände mit Erzgebirgsvolkskunst, Mützen, Schals und Sonstigem sollen in der Altstadt verteilt werden. Da hoffe das Amt für Wirtschaftsförderung immer noch, auf eine Kontaktdatenerfassung verzichten zu können. 

Um welche Straßen und Plätze der Striezelmarkt erweitert werden könnte, wollte Robert Franke noch nicht sagen. Besucher wolle man dazu bringen, durch verschiedene kulturelle Angebote in der Altstadt von Attraktion zu Attraktion zu schlendern, um die Menschenmassen zu entzerren.

Andere Weihnachtsmärkte in Dresden haben große Sorgen

Blick über den historischen Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt vor der Dresdner Frauenkirche am Abend
Auch die Märkte auf der Prager Straße oder wie hier auf dem Neumarkt stehen vor ähnlichen Problemen. Bildrechte: dpa

Mit ähnlichen Problemen haben die anderen Weihnachtsmärkte in und um Dresden zu kämpfen, so zum Beispiel auf der Prager Straße, dem Neumarkt, dem Postplatz oder der Hauptstraße. Diese Märkte bekommen kein städtisches Budget. Dadurch sind die Herausforderungen für Marktbetreiber vor allem finanziell noch größer:

"Für den Weihnachtsmarkt auf der Prager Straße laufen die Abstimmungen", sagt Frank Schröder, Geschäftsführer der Eventagentur Schröder, die verschiedene Märkte in Dresden und im Umland betreibt. Dort sei es wegen des großen Durchlaufpublikums schwierig, eine Kontaktdatenerfassung einzurichten. Man wolle deshalb Zonen schaffen, in denen Gäste länger als 15 Minuten verweilen können. Dort sollen die Kontaktdaten dann aufgenommen werden. Man wolle aber Gastronomie und Händler nicht trennen. In den nächsten zwei Wochen müsse ein fertiges Konzept vorlegen, damit die Marktbetreiber die nächsten Dinge, wie Stromversorgung, Sanitäranlagen und Ähnliches planen könnten, so Schröder.

Hoher finanzieller Mehraufwand für Händler und Organisatoren

Für die Händler sei das ein riesiger Aufwand. Schröder freut sich deshalb, dass es einen Stadtratsbeschluss gibt, der die Weihnachtsmarktzeiten verlängert. Außerdem wolle die Stadt mit der Standmiete entgegenkommen, denn Kontaktverfolgung, zusätzliche Hygieneeinrichtungen und andere Maßnahmen würden sehr viel Geld Kosten. Allein die zusätzlichen Personalkosten schätzt Schröder auf bis zu 80.000 Euro. Man habe jetzt die Betreiber um eine Aufstellung der Zusatzkosten gebeten.

Klosterweihnacht in Riesa steht noch in den Sternen

Weihnachtsmarkt Riesa
ob die Riesaer Klosterweihnacht in diesem Jahr stattfinden kann, ist momentan fraglich. Bildrechte: MDR/Tobias Koch

Die Klosterweihnacht in Riesa kann nach Angaben der Stadt unter den geltenden Corona-Bedingungen kaum stattfinden. Die Stadt habe überlegt, die Klosterweihnacht - ähnlich wie den Dresdner Striezelmarkt - auf weitere Teile der Innenstadt aufzuteilen. Allerdings habe es in diesem Konzept kein zufriedenstellendes Ergebnis gegeben.

Riesa will deshalb einen Weihnachtsmark für die Sachsenarena entwickeln. Auf 8.000 Quatrametern sollen dort ohne Schlangen und Zäune etwa 1.000 Besucher gleichzeitig den Markt genießen können. Wenn Bund und der Länder die Corona-Bestimmungen weiter lockern würden, bliebe auch der Open-Air-Markt weiter eine Option, hieß es.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2020 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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