"Steile-Wand"-Podcast Folge 1 Dynamo-Star Chris Löwe: "In England gibt es kein Gejammer"

Bodenständig und heimatverbunden - diese Eigenschaften prägen Dynamo-Spieler Chris Löwe besonders. Auch deshalb ist er nach Dresden gewechselt. Im Podcast spricht er mit Moderator Oliver Leiste über seine größten Herausforderungen und über die Unterschiede zwischen Deutschland und England.

Wer Chris Löwe reden hört, erlebt einen bodenständigen und sympathischen Menschen. Von Starallüren zeigt der Verteidiger von Dynamo Dresden keine Spur. Ein Umstand, auf den er auch besonderen Wert legt, erklärt der 30-Jährige in Folge 1 des Podcasts "Steile Wand".

Im Gespräch mit Moderator Oliver Leiste erzählt Löwe, wie ihn und seine Familie die Zeit in England geprägt hat – positiv, aber auch negativ. In sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram ist er nicht zu finden. Denn die dort vorherrschende Selbstdarstellung ist ihm zuwider, berichtet Löwe. Trotzdem nutzt er die Gegelegenheit, um einen fiesen Kommentar von Ex-Dynamo-Kapitän Michael Hefele zu kontern.

Außerdem spricht Chris Löwe in Folge 1 über ...

… den Saisonauftakt bei Dynamo Dresden – ab Minute 2:00

"Fakt ist natürlich, dass wir uns das alle ein bisschen anders vorgestellt haben. Wir hatten gehofft, aus den ersten Spielen etwas mitzunehmen. Wir sind auch der Meinung, dass das möglich gewesen wäre. Es geht jetzt darum, die Fehler abzustellen und vorne konsequenter zu sein. Ein bisschen geiler zu sein, Tore zu schießen." Anschließend erklärt der 30-Jährige, welche Erwartungen Cheftrainer Christian Fiel an ihn hat und wie er seine Rolle auf dem Platz sieht.

… Offensivstandards – ab Minute 6:00

"Wir trainieren ein paar Varianten, von denen wir glauben, dass wir den Gegner vor Probleme stellen können. Wenn man jetzt aber die ersten Spiele sieht und die Größenunterschiede der Mannschaften, ist auch klar, dass das nicht unsere absolute Stärke sein wird. Was das Größenverhältnis anging, waren wir glasklar unterlegen. Da werden wir uns auf andere Dinge konzentrieren müssen, wo wir unsere Stärke haben. Standards werden mit Sicherheit nicht die Waffe von Dynamo Dresden werden."

Chris Löwe und OIiver Leiste im Dynamo-Stadion
Chris Löwe (l.) und OIiver Leiste im Dynamo-Stadion nach der Aufzeichnung des Podcasts. Bildrechte: MDR/ Henry Buschmann

… Heimat – ab Minute 9:45

"Man sieht es am Wechsel, den ich gemacht habe, dass mir Heimat sehr wichtig ist. Wenn ich es drauf angelegt hätte, hätte es auch andere Möglichkeiten gegeben. Aber wir haben uns ganz bewusst für Sachsen und für Dynamo entschieden. Familie und Heimat haben eine große Rolle in unserem Leben gespielt und werden es auch künftig spielen. Deswegen sind wir jetzt froh, dass wir wieder näher bei der Familie sind." Anschließend erzählt Löwe, was er bei Stationen in Dortmund oder England von seiner sächsischen Heimat besonders vermisst hat.

… den K-Block – ab Minute 13:45

"Wenn ich an eine "Steile Wand" denke, denke ich natürlich zuerst an die "Gelbe Wand" in Dortmund. Das ist schon beeindruckend und in Europa sicherlich einmalig. Man muss aber fairerweise sagen, dass was hier in Dresden im K-Block passiert, davon nicht weit entfernt ist. Auch wenn da nicht ganz so viele Menschen stehen." Das sollte für jeden Spieler eine Motivation sein, glaubt Löwe.

… seinen stärksten Gegenspieler – ab Minute 24:30

"Die Spieler der Top-Sechs-Teams in England haben eine Qualität, die man nicht trainieren kann. Da kann man so viel trainieren wie man will, dieses Level ist schwer zu erreichen. Ich habe auf meiner Position gegen Mo Salah gespielt. Er hat einfach ein anderes Qualitätslevel. Da brauche ich einen überragenden Tag und er einen Durchschnittstag, damit ich eine Chance habe, ihn zu verteidigen." Doch genau solche Erfahrungen bringen einen als Spieler weiter, erklärt Löwe.

… Unterschiede zwischen Deutschland und England – ab Minute 25:30

Große Unterschiede zwischen England und Deutschland gibt es bei der Fankultur, hat Löwe beobachtet. Auf dem Platz ist ihm auf der Insel vor allem ein Aspekt aufgefallen: "Das Spiel ist robuster. Die Schiedsrichter lassen viel mehr laufen als in Deutschland. Und was mir persönlich sehr gefallen hat: Es gibt fast kein Rumgejammer." Im Gegensatz dazu werde in Deutschland sehr viel lamentiert, so Löwe.  

Quelle: MDR/olei

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