Polizeiaufgebot in Dresden
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Demonstrationen am 15. Februar in Dresden Berichterstattung behindert: Polizei entschuldigt sich bei Journalisten

Nach den Demonstrationen am 15. Februar in Dresden hatten sich mehrere Journalisten, die vor Ort berichtet haben, über das aggressive Verhalten der Polizei beschwert. Jetzt folgte die Entschuldigung.

Polizeiaufgebot in Dresden
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Eine Woche nach zwei Demonstrationen in Dresden hat die Polizei Fehler eingeräumt. "Ich bedauere es sehr, dass Medienvertreter in ihrer Arbeit beeinträchtigt worden sind", sagte der leitende Polizeidirektor René Demmler am Freitag. Einen Journalisten bitte er ausdrücklich um Entschuldigung, ergänzte er. Dieser sei als solcher erkennbar gewesen und dennoch beiseite gestoßen worden.

Die Kommunikation einiger Einsatzbeamter gegenüber den Journalisten sei kritikwürdig, betonte Demmler. Die Vorfälle würden kritisch nachgearbeitet. Die Dresdner Polizei sehe den Schutz der Pressefreiheit als "ihre unabdingbare Aufgabe".

Sieben Journalisten betroffen

Insgesamt hätten sich nach den Demonstrationen vier Journalisten der "Sächsischen Zeitung", ein Journalist der "Dresdner Neuesten Nachrichten" sowie zwei überregionale Berichterstatter über das Vorgehen der Polizei beklagt. Mit den Journalisten der "Sächsischen Zeitung" habe es bereits ein Treffen gegeben, um über die Ereignisse zu sprechen, teilte die Polizei mit. Weitere Gespräche stehen noch aus.

Erste Vorwürfe von Medienvertretern hatte es am Abend des Einsatztages gegeben. Nach Angaben des Twitter-Informationsprojektes "Straßengezwitscher" waren Beamte teilweise aggressiv gegen Journalisten und Gegendemonstranten vorgegangen.

Demonstration von Neonazis am 15. Februar

Mehrere Hundert Neonazis hatten am 15. Februar an einer Demonstration in Dresden teilgenommen. Anlass war das Gedenken an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, das Rechtsextreme seit Jahren instrumentalisieren. Etwa eine gleich große Zahl von Gegendemonstranten protestierte dagegen, beispielsweise mit Sitzblockaden. Die Polizei hatte die beiden Lager konsequent voneinander getrennt.

Quelle: MDR/sth/epd/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.02.2019 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 18:18 Uhr

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36 Kommentare

24.02.2019 18:20 Freiheit 36

24.02.2019 13:11 Hippiehooligan---Wer sagt denn, daß es verboten ist, gegen eine genehmigte Demonstration zu protestieren? Lies bitte nochmal nach, was ich geschrieben habe! Zur Sicherheit zitiere ich dir hier mal den Paragraphen 22 des Sächsischen Versammlungsgesetzes: "Wer in der Absicht, nicht verbotene Versammlungen oder Aufzüge zu verhindern oder zu sprengen oder sonst ihre Durchführung zu vereiteln, Gewalttätigkeiten vornimmt oder androht oder grobe Störungen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

24.02.2019 13:11 Hippiehooligan 35

Wo steht denn bitte, dass es Verboten ist, gegen eine genehmigte Demonstration zu protestieren?! Das ist schlichtweg falsch...

24.02.2019 13:09 Hippiehooligan 34

Hallo lieber MDR, ihr habt da irgendwie meine erste Antwort auf "Freiheit" vergessen.
Deshalb hier die Kurzfassung: 1. "Ihr" bist du und andere Rechte. Das sollte eigentlich klar sein, da hier mit Sicherheit niemand glaubt, dass du zur politischen Mitte gehörst.
2. Diese Überlegungen sind Fakten. Schon 1933 ging es um Gleichschaltung. Warum sonst wollt ihr die Presse diskreditieren? Warum sonst regt ihr euch ausschießlich auf, wenn Lehrer euch "zu links" sind. Warum wollt ihr die Geisteswissenschaften an den Unis klein halten? Doch nur, um die Leute geistig zu entmündigen. Ein denkender Mensch war für die Rechten schon immer ein gefährlicher Mensch. Es geht hier sehr wohl um die Einschränkung der Pressefreiheit. Hätte es diese nicht gegeben, hätte es auch keine Entschuldigung seitens der Polizei gegeben...

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24.02.2019 11:51 Freiheit 33

24.02.2019 10:31 Hippiehooligan---Ich stelle fest, du verstehst mich nicht! Es geht darum, daß NIEMAND das Recht hat eine GENEHMIGTE Demonstration zu stören oder zu blockieren/behindern! Das ist eine Straftat und da geht auch keine Moral darüber!

Wenn dieses Verständnis bei dir angekommen ist, dann benötigen wir bei den Demonstrationen auch weniger Polizisten UND die es gibt keine solche Szenen, über die, um zum Thema zurückzukommen, in diesem Artikel geschrieben wird!

Schönen Sonntag noch.

24.02.2019 10:31 Hippiehooligan 32

Ich versteh diese Zusammenhänge schon. Du meinst damit, dass jeder das Recht hat, auf der Straße gegen irgendwelche Aufmärsche zu protestieren und dass die Polizei nicht nötig wäre, wenn nach dem Naziaufmarsch keine rechtsextremen Schläger durch die Stadt marodieren würden...

23.02.2019 18:59 Freiheit 31

23.02.2019 15:11 Hippiehooligan---Witzig finde ich aus deinem Munde das Wort "Demokratieverständnis"! Oder täusche ich mich da?
Dir als Demokrat ist sicher der Artikel 8 Grundgesetz ein Begriff! Zudem kennst du sicher auch den Paragraphen 22 des Sächsischen Versammlungsgesetzes!
Wenn du diese Zusammenhänge kennst, wirst du sicher auch verstehen und mir zustimmen, daß es gar keiner großartigen Polizei bedürfte, wenn alle demokratischen Kräfte sich an die geltenden Gesetze halten. Als Folge dessen bedarf es dann keiner lechzenden Fotoprafen! Diese Szene würden gar nicht entstehen! So einfach kann das manchmal sein.
Denke immer daran: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu."
Danke für das frei schalten, MDR.

23.02.2019 17:31 Freiheit 30

23.02.2019 15:11 Hippiehooligan--- Nur, weil du die Dinge nicht objektiv sehen kannst/willst, habe ich noch lange nicht gelogen!

Zitat: "Ich sehe hier eine von rechts gewollte Einschränkung der Pressefreiheit. Bei der Denunziation von Lehrern ging es los. Jetzt wollt ihr die unabhängige Presse mundtot machen."
1. Wer ist ihr?
2. Wie kommst du zu solchen haarsträubenden Überlegungen? (In deinen Kreisen gern auch Verschwörungstheorie genannt.)

Es geht hier doch nicht um die Einschränkung von Pressefreiheit (dieser Vorwurf kommt komischerweise immer von Links)! Es geht darum, daß die Polizisten ihre Arbeit UNGESTÖRT ausüben können! Dazu gehört eben RÜCKSICHT der Journalisten! Dann gibt es, wie gesagt, keine Probleme!

23.02.2019 17:00 ein schon länger in Deutschland lebender 29

ich werde das Gefühl nicht los, das es unter den Journalisten einige gibt, denen es nicht langt von einer friedlichen Demonstration zu berichten.

Da wird dann schon mal provoziert!

23.02.2019 15:11 Hippiehooligan 28

@Freiheit Bist du Journalist? Oder Fotograf? Vermutlich spielst du bei den großen Objektiven auf die vielen Anti-Antifa-Fotografen an, die mit Vorliebe aus großer Entfernung Gegendemonstranten fotografieren.
Zu deinen Videos: auf diesen ist ausnahmslos zu sehen, wie die Polizei den Fotografen permanent die Sicht auf Festnahmen u.ä. verstellt und jeden als "Störer der Maßnahme" bezeichnet, der sich in der Nähe aufhält. Demzufolge bleibt es dabei, dass du offensichtlich gelogen hast. Ich wüsste nicht, was daran verboten sein sollte, als akkreditierter Journalist der Polizei hinterher zu laufen um über deren Maßnahmen zu berichten.
Ich sehe hier eine von rechts gewollte Einschränkung der Pressefreiheit. Bei der Denunziation von Lehrern ging es los. Jetzt wollt ihr die unabhängige Presse mundtot machen. Das ist euer Demokratieverständnis? Oje oje...

23.02.2019 14:17 Freiheit 27

23.02.2019 08:54 Hippiehooligan--- Bezichtige mich nicht der Lüge! Ohne viel Aufwand kann man bei YouTube Videos finden in denen zu sehen ist, wie einige Journalisten (wohl eher Fotografen) den Polizisten quasi im Nacken hängen und im Wege stehen. Warum können die nicht Fotos aus etwas Entfernung machen? Die haben doch große Objektive! Da gäbe es die Probleme gar nicht.
Mal sehen, ob der 2. Versuch durchgelassen wird.

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