Einsatz Polizei räumt Grundstück mit besetztem Haus in Dresden

Polizisten auf einem von Hausbesetzern geräumten Grundstück
Das Grundstück im Dresdner Hechtviertel wurde am Dienstag ohne besondere Vorkommnisse geräumt. Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner

Die Dresdner Polizei hat das Grundstück mit dem besetzten Haus in der Dresdner Schanzenstraße am Dienstagvormittag geräumt. Nach Angaben der Polizei verlief der Einsatz friedlich. Rund 40 Personen, die sich auf den Zugang zum Hauseingang gesetzt hatten, wurden von der Polizei auf eine Grünfläche getragen. Barrikaden am Zugangstor wurden von den Einsatzkräften beseitigt.

Der Eigentümer hatte laut Polizei einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben auf Kommunikation. Sie wollte die Jugendlichen zum freiwilligen Verlassen des Hauses bewegen. Auf Twitter teilte die Polizei mit, bei der Durchsuchung des Hauses seien keine Personen aufgefunden worden. Der Eigentümer werde informiert. Bis zur Sicherung der Immobilie wollten die Beamten vor Ort bleiben. Insgesamt waren 128 Beamte im Einsatz.

Hausbesetzer protestieren gegen hohe Mieten

Die Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer waren seit Sonnabend auf dem Grundstück im Hechtviertel. Sie hatten am Montag vor Pressevertretern erklärt, sie wollten sich im Falle einer Räumung nicht gewaltsam widersetzen. Sie wollen mit ihrer Aktion nach eigenen Angaben gegen die Verdrängung ärmerer Menschen aus Stadtvierteln wie der Neustadt oder dem Hechtviertel durch steigende Mieten protestieren. Sie bezeichnen sich selbst als "Leerstandsbewohner*innen".

Plakat Hausbesetzung
Dieses Plakat haben Hausbesetzer und Unterstützer aufgestellt. Bildrechte: xcitePRESS

Sie kritisierten die Räumung und verwiesen darauf, dass sich das Grundstück seit dem Wochenende zu einem Ort der Begegnung entwickelt habe. Nach ihren Angaben steht das Haus mindestens 15 Jahre leer.

Quelle: MDR/lam/iz

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.10.2020 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

25 Kommentare

der_Silvio vor 6 Wochen

Dann wissen Sie also, warum das Haus leersteht und der Besitzer vorsätzlich handelt? Dann zeigen Sie den Besitzer doch an, wenn Sie sich dann besser fühlen!
Das Unrecht des einen rechtfertigt jedoch NICHT, das Unrecht bzw. eine Straftat des anderen.
Und wenn Sie sich fragen, warum der Besitzer noch nicht enteignet wurde - 40 Jahre DDR sind glücklicherweise hinter uns, wenngleich es ihre erschreckende Einstellung dazu zeigt!

Eulenspiegel vor 6 Wochen

Hallo Silvio
Es ist verboten nutzbaren Wohnraum mehr als 2 Jahre leer stehen zu lassen. Das ist strafbar und kann biss zur Endeignung führen. Hier besteht somit eine rechtswidrige, strafbare Situation schon 13 Jahre. Auch Wohnungseigentümer müssen sich an die bestehenden Gesetze halten.
Und nach 15 Jahre Leerstand kommen stellen Leute fest wir haben hier eine akute Wohnungsnot. Der Wohnraum wird dringend benötigt. Also machen wir eine Besetzung.
Jawohl es ist und bleibt eine Straftat nutzbaren Wohnraum mehr als 2 Jahre leerstehen zu lassen. Und die Frage ist warum wurde das Haus nicht schon längst Enteignet dann wäre es ja nie zu dieser Besetzung gekommen.

ralf meier vor 6 Wochen

@Eulenspiegel: Klar doch absolut legitim. Ich möchte mal erleben, wie legitim Sie es finden, wenn sich Aktivisten vor Ihre Haustür setzen und Sie in einem Akt zivilen Ungehorsams auschließlich mit passiven Widerstand für ein paar Wochen daran hindern, ihr Haus zu verlassen. Unsere Demokratie muß solchen Angriffen auf den Rechtsstaat entschlossen entgegentreten.

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