05.12.2019 | 13:51 Uhr Verbraucherschutz: Kabelnetzbetreiber erhält Negativpreis "Prellbock"

Das Logo von Tele Columbus prangt an einem Hochhaus in Berlin.
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Der Kabelnetzbetreiber und Internetanbieter Tele Columbus erhält für seine Marke Pÿur den Negativpreis "Prellbock 2019" der Verbraucherzentrale Sachsen. Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale, sagte: "Viele Kunden des diesjährigen Prellbock-Gewinners berichten von einem Ohnmachtsgefühl, weil sie nicht in der Lage sind, ihre Probleme mit dem Anbieter selbst zu lösen." Der High-Speed-Internet-Anschluss von Pÿur halte nicht, was er verspreche, heißt es in der Mitteilung weiter. Zudem würden Rechnungen an Kunden verschickt, welche eigentlich einen anderen Vertrag abgeschlossen haben. Die Verbraucherzentrale kündigte eine Abmahnung gegen das Unternehmen an.

Zweiter Negativpreis an Großvermieter

Silke Bernhardt, Sprecherin von Tele Columbus, kann die Bewertung der Verbraucherzentrale nicht nachvollziehen. "Dennoch werden wir uns mit dem Ergebnis und den Fällen auseinandersetzen", teilte sie auf Nachfrage mit. Kundenservice stehe im Unternehmen "an oberster Stelle".

In Sachsen versorge das Berliner Unternehmen unter der Marke Pÿur mehr als eine Million Haushalte. Die Jury verlieh dem Wohnungsunternehmen Vonovia einen zusätzlichen "Prellbock 2019". Zur Begründung hieß es: "Mieter bekommen Abrechnungen über erhöhte Nebenkosten, die sie nicht verstehen." Ein Sprecher von Vonovia zeigte sich überrascht von der Entscheidung. Vonovia habe stets das Gespräch mit Mietervereinen und Verbraucherschützern gesucht, auch mit der Verbraucherzentrale Sachsen.

Insgesamt gaben nach Angabe der Verbraucherzentrale seit Februar 3.173 Verbraucher Vorschläge für die Vergabe des Negativpreises ab, der alle zwei Jahre vergeben wird. 363 Teilnehmer ärgerten sich dabei über Pÿur.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.12.2019 | 16:50 Uhr in der Sendung "Der Tag"

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2019, 13:54 Uhr

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