Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
Bildrechte: xcitePRESS

Kundgebungen und Demonstrationen Tausende protestieren in Dresden gegen Pegida

Seit vier Jahren geht in Dresden Pegida auf die Straße. Tausende kamen am Sonntag zum Gegenprotest. Darunter waren neben Spitzenpolitikern vor allem viele junge Leute und Familien.

Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
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Mehr als 10.000 Menschen sind am Sonntag in Dresden für Menschlichkeit und Demokratie auf die Straße gegangen. Ihr Protest gegen Rassismus richtete sich gegen das Pegida-Bündnis, das auf dem Neumarkt an der Frauenkirche seinen vierten Jahrestag beging. Die Veranstalter von "Herz statt Hetze" sprachen von einem großen Erfolg. Die Demonstranten hätten gezeigt, dass man trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen den rechten Umtrieben von Pegida & Co. deutliche Grenzen aufzeigen könne. Die Geschlossenheit und Stärke des heutigen Tages könne ein Aufbruch, ein Anfang für ein Umdenken sein.

Bildergalerie Kundgebung und Gegendemos zu Pegida-Jahrestag in Dresden

Teilnehmer einer Demonstration auf dem Postplatz in Dresden
"Herz statt Hetze" auf dem Postplatz Mehrere Tausend Menschen kommen zur Abschlusskundgebung auf dem Postplatz zusammen. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
Ministerpräsident Michael Kretschmer Dresden Gegendemo Rathaus 21.10.18
"Herz statt Hetze" am Rathaus "Wir sind in erster Linie hier zusammengekommen, um für die Werte unsere Landes unsere Zusammenseins zu demonstrieren", sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auf einer Kundgebung vor dem Rathaus. Jeder sei aufgefordert, sich für Freiheit und Demokratie zu engagieren und Ausländerfeindlichkeit und Rassismus entgegenzustellen. Man müsse denen entgegentreten, die nur einfach Antworten haben. "Was ist das denn für eine Zeit, in der man den größten Unsinn erzählen kann und, wenn man dafür kritisiert wird, am Ende sagt 'Das wird man ja wohl noch sagen dürfen'." Man müsse stattdessen wieder mit guten Argumenten und klugen Informationen punkten. "Da müssen wir wieder hinkommen." Bildrechte: Christian Essler
Teilnehmer einer Pegida-Kundgebung in Dresden
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer einer Pegida-Kundgebung in Dresden
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: xcitePRESS
Neumarkt Pegida Demo Dresden 21.10.18
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: Christian Essler
Neumarkt Pegida Demo Dresden 21.10.18
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Teilnehmer einer Demonstration auf dem Postplatz in Dresden
"Herz statt Hetze" auf dem Postplatz Mehrere Tausend Menschen kommen zur Abschlusskundgebung auf dem Postplatz zusammen. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
OBM Dirk Hilbert spricht in Dresden am 21.10.2018.
"Herz statt Hetze" am Rathaus Oberbürgermeister Dirk Hilbert wirbt bei einer Kundgebung vor dem Rathaus für Weltoffenheit. "Ich bin sehr froh darüber, dass so viele Menschen gekommen sind, um sich anzuschließen und ein deutliches Zeichen zu setzen, dass wir eine weltoffene und tolerante Stadt sein wollen. Es gibt viele Menschen, die das jeden Tag leben. Und darauf bin ich stolz." Bildrechte: Christian Essler
Gegendemo Dresden Rathaus 21.10.18
"Herz statt Hetze" am Rathaus "Herz statt Hetze" schätzt die Zahl der Demonstranten gegen Pegida auf mehr als 10.000. Bildrechte: Christian Essler
Gegendemo Dresden Rathaus 21.10.18
"Herz statt Hetze" am Rathaus Bildrechte: Christian Essler
Andacht Frauenkirche Dresden Neumarkt 21.10.18 Gegendemo
Friedensgebet in der Frauenkirche In der Unterkirche haben sich mehrere Hundert Menschen zu einem Friedensgebet versammelt. Es findet zeitgleich zur Pegida-Kundgebung vor der Frauenkirche statt. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Polizeiauto am abgesperrten Pirnaischen Platz in Dresden
Pirnaischer Platz Die Polizei hat den Pirnaischen Platz in Dresden abgeriegelt. Hier treffen sich am Nachmittag die beiden großen Demonstrationszüge vom Hauptbahnhof und aus der Neustadt. Bildrechte: MDR/Susann Blum
Gegendemo Dresden Külz-Ring 21.10.18
"Herz statt Hetze" auf dem Dr.-Külz-Ring Ziel der Demonstranten ist das Rathaus. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
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Erstmals hatten sich in Dresden alle Gegenprotest-Initiativen zusammengeschlossen. Zwei große Demonstrationszüge aus der Altstadt und der Neustadt vereinigten sich am Nachmittag im Stadtzentrum und zogen von dort gemeinsam zur Abschlusskundgebung am Postplatz weiter. Den Demos hatten sich unter anderem Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sein Vize Martin Dulig und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (beide SPD) angeschlossen. Kretschmer sagte, man habe sich lange schwer lange schwer getan, den richtigen Umgang mit Pegida zu finden.

Wir können alle aus den vergangenen vier Jahren sehr viel lernen. Wir müssen entgegentreten, wenn Hass und Rassismus gepredigt werden und andererseits aufpassen, dass Menschen mit Sorgen oder Kritik nicht pauschal in irgendeine Ecke gestellt werden.

Michael Kretschmer Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Auf einer Kundgebung am Rathaus verlangte Kretschmer von den Zuhörern, sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen. "Wenn wir nächste Woche mit der Straßenbahn fahren und Rassismus und Ausländerfeindlichkeit erleben, dann müssen wir uns vor unsere Mitbürger stellen." Er rief die Demo-Teilnehmer auf, denen entgegenzutreten, "die nur einfache Antworten haben". Und sagte weiter: "Was ist das denn für eine Zeit, in der man den größten Unsinn erzählen kann und, wenn man dafür kritisiert wird, am Ende sagt 'Das wird man ja wohl noch sagen dürfen'." Es seien stattdessen gute Argumente und kluge Informationen vonnöten. "Da müssen wir wieder hinkommen."

Auf dem Neumarkt hatten sich zur gleichen Zeit 4.000 bis 5.000 überwiegend ältere Pegida-Anhänger versammelt. Die Themen der Kundgebung glichen denen der vergangenen vier Jahre. Die zehn Redner sprachen sich unter anderem gegen den Islam, gegen offene Grenzen und für den Brexit aus. Die Zuhörer skandierten "Merkel-muss-weg" und "Wir sind das Volk". Pegida-Anführer Lutz Bachmann lobte Anhänger der rechtsextremen Identitären Bewegung, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Vor der Kundgebung hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) das vierjährige Bestehen von Pegida als "traurigen Tag für unser Land" bezeichnet. Es sei aber kein Tag, "die Hände in den Schoß zu legen", schrieb Maas auf Twitter. Es sei "super", dass die Protestinitiativen gemeinsam auf die Straße gingen.

Polizei ermittelt wegen fünf Körperverletzungen

Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden verliefen die Demonstrationen weitgehend friedlich. Bis zum Abend hatte die Polizei Kenntnis von insgesamt zehn Vorfällen, darunter fünf Körperverletzungsdelikten. Die meisten sollen sich zum Ende des Versammlungsgeschehens am späteren Nachmittag ereignet haben. Unter anderem soll ein 48 Jahre alter Mann eine Pegida-Gegendemonstrantin gestoßen haben. Zudem ist laut Polizei ein 58 Jahre alter Pegida-Anhänger von drei Unbekannten geschlagen worden. Weiterhin befassen sich die Beamten mit zwei Sachbeschädigungen und einem Raub sowie einer Beleidigung. Die Rede des Rechtspopulisten Michael Stürzenberger soll auf den Tatbestand der Volksverhetzung geprüft werden, so die Polizei Dresden.

Quelle: MDR/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.10.2018 | seit 8:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 21.10.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2018, 23:33 Uhr

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37 Kommentare

23.10.2018 23:04 Motzi 37

Da irgendeiner hier was von Kriminellen erzählt: Ex - Bundeskanzler Kiesinger (CDU) war NSDAP Mitglied, Ex-Außenminister Fischer (Grüne), gab selbst von sich zu, rohe Gewalt gegen einen Polizisten angewendet zu haben, grüne Spitzenpolitiker reisten u.a. zz den Roten Khmer nach Kambodscha, ein anderer langgedienter Grüner (Ströbele), verurteilt wegen Beihilfe zum Terrorismus, wurde Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im Bundestag, über unseren Empörungs-Volker (Beck) muss man ja auch kein Wort mehr verlieren usw, usw, usw....
Alle die jetzt sich groß herauslehnen und von Toleranz reden, haben alle ihre Leichen im Keller.

23.10.2018 21:25 mare nostrum 36



Kriminelle erheben wir nicht in den Kult-Status.

= Diskussion erloschen.

23.10.2018 21:17 mare nostrum 35


Lange Rede, kurzer Sinn: Wer Rassenhass predigt, ist out.

23.10.2018 20:30 DER Beobachter zu Elbsandstein 30 34

Nicht viel anders ist ja auch die Vita von Tommy Robinson, der mit auf der Bühne stand. Und wie Lutzens Bewegung gehts der von Tommy Robinson. Einst Tausende wenden sich ab, in keiner deutschen Stadt außer DD mehr locken die Pegida-Bewegungen mehr als maximal paar Dutzend hinterm Ofen hervor. Tommy hat selbst in Manchester, ein Hort der Brexitversteher und Anhänger rechtsäußerer Engländer, paar Tage vorm Pegida-Jahrestag gerade mal so 3 Dutzend zusammengebracht. Weder die AfD, noch die echten Identitären um Sellner, noch Wilders, die FPÖ, die französische Rechte... wollen noch mit denen... Da frage ich mich schon, wie der im Volksmund als Lügenlutze Bekannte seinen ausufernden Lebensstil noch finanziert...

23.10.2018 19:57 DER Beobachter zu Juergen P., K 3 33

Ich fände ja mal die vernetzung echter Schlepperorganisationen spannend. Die Identitären pfleg(t?)en offenbar beste Kontakte zu irregulären lybischen Grenzschutzbehörden, die mehrfach Migranten abzockten und ihrerseits offenbar beste Beziehungen zu libyschen Schlepperbanden und Menschenhändlern besitzen, während die Identitären ihrerseits bekanntermaßen und anhand der Flaggen unübersehbar sichtbar bei Pegida präsent sind. Dass diese irregulären libyschen Grenzschützer kein Problem damit haben, Boote auf hoher See zu zerstören, auf denen sich noch Menschen befinden, bestätigen nicht nur die NGO´s, sondern auch Mitarbeiter auf tunesischen Plattformversorgern und im Mittelmeer aktiver europäischer Behörden. Vom Zerstören solcher Boote bis zu den "Absaufen"-Rufen der pegidas ists halt nur ein kleiner Weg. In ihrer abgrundtiefen charakterlichen Verdorbenheit unterscheiden sich Peggys eben herzlich wenig von der ihrerseits verachteten Spezies.

23.10.2018 19:42 DER Beobachter zu Juergen P. etc. 32

Nur mal so zur Erinnerung: auch jetzt wieder wagten aus Erfahrung die Medien nur mit Security-Schutz den Weg in die Nähe der Pegidas. Es ist v.a. dieser Organisation, zu großen Teilen der AfD und ihrer Anhängerschaft und anderer rechtspopulistischer bis rechtsextremistischer Organisationen zu verdanken, dass der Ruf unseres Landes hinsichtlich der Pressefreiheit in den letzten Jahren abgerutscht ist.

23.10.2018 19:37 DER Beobachter zu Juergen P. 31

Mal abgesehen davon, dass zu den "Gutmenschendemos" und speziell der jetzigen Dresdner ebenfalls Privatpersonen und selbst die Politiker als diese gehen und diese, ganz abgesehen von den gewohnten Pegidakritikern, eben als Privatperson regelmäßig montags bzw. bei sonstigen Umläufen der Pegida-Versteher, Bedrohungen ausgesetzt sind, u.a. Hilbert mit konsequenter Regelmäßigkeit: bitte belegen Sie Ihre Unterstellung, dass die NGO`s Schlepperbanden mit Millionengewinnen seien!

23.10.2018 18:02 Elbsandstein 30

Lutz Bachmann, Initiator von Pegida, ist ein mehrfach vorbestrafter Krimineller. Er beging unter anderem Körperverletzung, Einbruch, Diebstahl und Drogenhandel. Sowie Volksverhetzung.

Wer solchen Leute noch freiwillig hinterläuft, dem ist doch wirklich nicht mehr zu helfen. Da muss man echt keine Worte mehr drüber verlieren.

23.10.2018 16:25 Ullrich 29

@Juergen P.
So ein Unfug!! Beispiele für solche Behauptungen bitte.
Es ist wohl eher umgekehrt. Angriffe auf Journalisten, POC und verfassungsfeindlich Äußerungen bei pegida. Aber das nimmst du wohl gar nicht mehr wahr. Wenn auf solche Vorkommnisse Arbeitgeber (die meistens nicht nur national aufgestellt sind) reagieren ist doch ganz normal. Die Mehrheit in Deutschland bekennt sich nämlich zur FDGO und insbesondere zu den ersten 20 Artikeln des GG!

23.10.2018 12:36 Juergen P. 28

Zu Pegida gehen Privatpersonen und riskieren dabei jedesmal ganz persönlich Ihre Gesundheit und Karriere. Zu den Gutmenschendemos fahren Organisationen die Milliarden an illegaler Einwanderung verdienen all Ihre Mitarbeiter und Anhänger und riskieren gar nichts. Demonstrationen bei denen der Staat und seine Institutionen sich selbst und seine großartigen Entscheidungen feiern und alle die nicht dafür sind zu Staatsfeinden erklärt sind nichts als wertlose Propaganda.

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