30.05.2019 | 14:34 Uhr Update: Kunststudenten unterbrechen politischen Protest in Dresden

Sie hatten sich schon vor den Kommunalwahlen bei ihrer Hochschule beschwert, dass die Leiterin ihrer Bibliothek für die AfD als Parteilose antrat. Dann protestierten Kunststudenten lautstark. Nun soll es Gespräche geben.

An der Fassade des Altbaus der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden hängen Bettlaken mit Schriftzügen. Studenten positionieren sich gegen AfD und Nazis.
Bildrechte: Cathleen Prüfer

Studenten der Hochschule für Bildende Künste in Dresden haben am Mittwochabend Gespräche mit der Hochschulleitung geführt und die Protestaktionen in der Bibliothek in der Güntzstraße ausgesetzt. Die Protestplakate an der Fassade des Altbaus wurden entfernt. Wie die Dresdner Neuesten Nachrichten berichten, soll es am kommenden Montag weitere Gespräche mit der Hochschulleitung geben.

Der Streit entzündete sich vordergründig an der Personalie der Leiterin der Bibliothek, Barbara Lenk. Die hatte sich als Parteilose auf der Liste der AfD für die Kommunalwahl in Meißen aufstellen lassen. In einer Beschwerde an das Rektorat hatte die Studentenschaft zuvor verlangt, dass die Leiterin ihre Arbeitsstelle an der Kunsthochschule oder ihre politische Arbeit bei der AfD aufgibt.
Hinter den Kulissen schwelt offenbar seit 2015 ein Streit zwischen der Hochschulleitung und den Studierenden über die politische Haltung der Hochschule. In einer Pressemitteilung erklären die Studenten ihre Position:

Reaktion der Hochschule

Die Hochschule ist parteipolitisch neutral und die privaten Interessen ihrer Mitarbeiterinnen für politische Organisationen gehen sie nichts an, solange nicht gesichert ist, dass die jeweilige Partei verfassungsfeindlich ist. Die Leiterin unserer Hochschulbibliothek ist beruflich eine hervorragende Mitarbeiterin. Auf dieser Ebene stehe ich hinter ihr und werde ein Mobbing nicht dulden. Dass ich als Mensch einen politisch völlig anderen Weg gehe und diesen auch verteidige, steht auf einem anderen Blatt.“

Matthias Flügge Rektor der HfBK

Zuspruch für die Studenten aus Sachsen

Unterstützung für die Protest-Aktion in der Bibliothek bekamen die Dresdner Studenten von der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS). "Eine tragende Rolle in einer Kunsthochschule und eine Kandidatur für die AfD lassen sich für uns nicht vereinen. Mit ihrer Kandidatur unterstützt sie eine Partei, die [...] in Dresden mit dem Slogan 'Keinen Cent für politisch motivierte Kunst' geworben hat", sagte der KSS-Sprecher Lasse Emcken. Die AfD maße sich die politische Entscheidung an, Kunst in gute und schlechte aufzuteilen zu wollen. zudem sieht die Studentenvertretung durch "die rechtsradikalen Forderungen der AfD" die Attraktivität der Hochschulen in Sachsen in Gefahr und die Freiheit von Kunst und Wissenschaft bedroht.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.05.2019 | 16:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Dresden

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103 Kommentare

13.06.2019 18:29 Kerstin 103

Und das wollen Akademiker sein, angeblich gebildete Menschen. Frau Barbara Lenk, ich ziehe den Hut vor Ihnen. Sie haben sehr viel Mut und Rückrad bewiesen. Lassen Sie sich von diesem politisch indoktrinierten linken Mob nicht unterkriegen. Sie haben zum Vorschein gebracht, dass Ihre Gegner keine Freunde der Demokratie sind.

01.06.2019 14:48 Lucia B. 102

@ Janes 100: Bei Ihnen ist alles so emotional beladen. Ihnen fällt es offensichtlich schwer sich rational mit einer Sache zu beschäftigen. Das Verhalten der Studenten ist undemokratisch, das werden Sie durch fadenscheinige Argumente und durch Einhacken auf Andersdenkende nicht ändern können.

01.06.2019 14:35 aus Dresden 101

@100
Um mich mal selbst zu zitieren "beruflichen oder sozialem Umfeld". Hexenjagd und Mobbing findet im im beruflichen Umfeld statt.

Politik und Amt/Arbeitsstelle sind zu trennen. Seine Arbeit hat man unparteilich und neutral zu erleidgten. Auch den Lohn gibt es für die Arbeit, nicht für nebenberufliche politische Betätigung.
Dasselbe gilt in der anderen Richtung mit foglender die Gemeinderäte vor Dransalireung auf der Arbeit schützt: "Eine Kündigung oder Entlassung aus einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis, eine Versetzung an einen anderen Beschäftigungsort sowie sonstige berufliche Benachteiligungen aus diesem Grunde sind unzulässig." (§ 35 II 2 SächsGemO)

Da Portal muss die datenschutzrechtlichen Bestimmungen erfüllen.

31.05.2019 23:46 Janes 100

@99: Wurde die Frau in ihrem persönlichen/sozialen Umfeld gemobbt??? Ich finde, dass hier (wiedermal) Tatsachen verdreht werden! Jemand, der für eine Partei kandidiert, muss sich immer daran messen lassen! Oder gibts einen Bereich, wo ein Politiker keine Politik macht?! Ich finde, das verhält sich wie bei Medizinern.

Und NÖ! Diese Meldeportal ist die persofinizierte Hexenjagt und Demagogie der schlimmsten Art! Das muss sich diese (aus meiner Sicht) furchtbare Partei einfach zurechnen lassen! Gleiches Recht für alle. Das die Daten angeblich geheim gehalten werden, widerspricht dem Sinn dieses Heztportals. Das war
-auch meiner Sicht-ein schlimmer Fehler dieser Partei!

Also muss sich die Bibliothekarin zurecht fragen lassen, ob sie an dieser Stelle wirklich ihre Arbeit gut leisten kann...ganz im freiheitlich-wissenschaftlichen Gedanken. Es ist auch niemand Metzger und Bestatter zugleich.

31.05.2019 21:52 aus Dresden 99

@83
Es gibt einen Unterschied zwischen sachlicher Kritik am Wahlprogramm einer Partei und auch an der Kritik hinsichtlich der Eignung einer sich zur Wahl stellenden Person für das erstrebte Amt einerseits und andererseits der Hexenjagd und dem Mobbing gegen eine Person in deren beruflichen oder sozialem Umfeld.
@86
Die wesentlichen Unterschiedungsmerkmale des Meldeportals sind: es sollen konkret begründete Verdachtsfälle von Neutralitätsverstößen gemeldet werden + unter Geheimhaltung persönlicher Daten vor der Öffentlichkeit

31.05.2019 19:32 Fakt 98

>>Stein mit Hörnern, #96:
"Ihr allgemeines AfD-Geschwafel hat leider nichts mit diesem Fall zu tun."<<
--------
Was Sie nicht sagen.
Trotzdem habe ich mir erlaubt, auf Ihren von mir zitierten Satz zu reagieren. Hätten Sie eigentlich mitbekommen sollen.

31.05.2019 19:19 Dieter 97

DER Beobachter:
Was Sie schreiben sind Ausflüchte, die die Ungeheuerlichkeit dieses Falles nicht mindert. Da wird eine Frau, die sich auf der Liste einer demokratischen Partei als Kandidatin aufstellen lässt, bloßgestellt, gemobbt und in ihrer beruflichen Existenz bedroht. Darum geht es. Das passiert nicht in Nordkorea, nein in Deutschland, nach 70 Jahren Grundgesetz.
Mit Meinungsfreiheit hat das nichts zu tun.
Frau Merkel hält in Boston eine große Rede, Herr Steinmeier wirbt für Dialog und GG- zu diesem bislang wohl einmaligen Skandal kein Wort, auch nicht vom MP Kretschmer.

31.05.2019 19:10 Stein mit Hörnern 96

@ Fakt 30.05.2019 17:45
Ihr allgemeines AfD-Geschwafel hat leider nichts mit diesem Fall zu tun.
Hier geht es um Studenten, die eine fachlich hervorragende Leiterin einer Hochschulbibliothek wegen Ihrer politischen Einstellung mobben. Das ist intolerant und ein Armutszeugnis für die Studenten.

31.05.2019 18:37 Janes 95

@93/94: Du kannst dir selbst mal raus suchen, wer welche Partei wählt! Da spare ich mir nicht nur die Mühe, sondern auch den Vorwurf, ich hätte beuhauptungen nicht belegt. Es gibt einige, die Wählerverhalten erforschen.

Willst du jetzt Namen? Der Stern und die Welt haben dazu mehrere Berichte veröffentlicht, wen das gerade in der Bundeseben betrifft. Und da ist die Spendenaffäre noch nicht dabei. Dazu etwa der Vorstand der afd Saalfeld, ein Landtagsabgeordneter aus Schwerin, einer aus Freiburg, Landtagsabgeordnete aus Brandenburg und Berlin, Sachsenanhalt, usw. Auf Bundes und Landeseben kann man diese mühelos finden. Und dabei sind die noch nicht aufgelistet, die vorher ausgetreten sind.

Bzgl der Stadt-Kreis und anderer Rate bin ich auch einen interessanten Umstand gestoßen, den ich mir noch ansehen will.

31.05.2019 17:37 Freiheit 94

31.05.2019 13:05 Janes (87)

Wo wurden denn Straftäter von der AFD in politische Ämter gewählt?

Also immer schön belegen, nicht nur haltlos behaupten!

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