Hände halten Akten
(Symbolbild) Bildrechte: MDR/Diana Köhler

07.11.2019 | 15:00 Uhr | Update Unfall in Cottbus: Prozess gegen Student aus Dresden fortgesetzt

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Mit der Vernehmung einer weiteren Zeugin ist am Donnerstag vor dem Amtsgericht Cottbus der Prozess um den Unfalltod einer ägyptischen Studentin fortgesetzt worden. Angeklagt ist ein 22 Jahre alter Autofahrer aus Dresden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung vor. Er soll in den frühen Morgenstunden des 15. April 2017 einen Unfall verursacht haben, bei dem die Fußgängerin so schwer verletzt wurde, dass sie kurze Zeit später starb.

Die Zeugin konnte sich am Donnerstag nach eigener Aussage kaum noch an den Vorfall vor zweieinhalb Jahren erinnern. Sie habe einen Knall gehört und dann die Frau auf der Straße liegen sehen. Den Unfall selbst habe sie nicht beobachtet, so die 21-Jährige vor Gericht.

Frage: Wie schnell war der Unfallfahrer unterwegs

Im Prozess ging es bislang darum, mit welcher Geschwindigkeit der Angeklagte fuhr, als er die Studentin mit seinem Auto erfasste.

Zahlreiche Zeugen waren bereits gehört worden. Sie schilderten dem Gericht übereinstimmend, dass das Fahrzeug vor dem Zusammenprall hörbar beschleunigt habe und es auf der Straße freie Sicht gab. Auch Sachverständige, unter anderem von der Dekra, wurden gehört. Laut Anklage soll der Autofahrer mit etwa Tempo 50 unterwegs gewesen sein. Für den Prozess sind fünf weitere Termine angesetzt. Im Februar 2020 soll ein Urteil fallen, wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Nach dem Unfall hatte die "Lausitzer Rundschau" berichtet, eine Zeugin habe Tage später öffentlich bei einer Cottbuser Theaterveranstaltung mit einem Gedächtnisprotokoll davon berichtet, dass Autoinsassen die schwer verletzte Ägypterin nach dem Unfall mit fremdenfeindlichen Parolen wüst beleidigt hätten. Die Ermittlungen zu diesen Vorwürfen sind laut dem RBB allerdings im November 2018 eingestellt worden. Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt, weil die Heimatuniversität der Gaststudentin daraufhin anderen ägyptischen Studenten empfohlen hatte, ihren Wohnort von Cottbus nach Berlin zu verlegen.

Quelle: MDR/lam/dpa

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 14:59 Uhr

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