Rauch steigt in Al-Rakka (Syrien) während Gefechten zwischen Soldaten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf.
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12.09.2019 | 12:02 Uhr | Update Mitglieder werben für den IS: Bewährungsstrafe für 37-Jährige

Rauch steigt in Al-Rakka (Syrien) während Gefechten zwischen Soldaten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf.
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Das Oberlandesgericht (OLG) Dresden hat eine mutmaßliche Unterstützerin der IS-Terrormiliz verurteilt. Nach acht Verhandlungstagen sahen es die Richter am Donnerstag als erwiesen an, dass sich die 37 Jahre alte Frau aus Syrien des Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig gemacht hat.

Bewährung mit Auflagen

Die verhängte Freiheitsstrafe von 15 Monaten wurde die für eine Zeit von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss die Fraus die Kosten des Verfahrens tragen. Das Gericht verhängte zudem Auflagen: Die Syrerin darf keinen Kontakt mehr zu Personen haben, die sich dem IS nahe fühlen. Und sie muss einen Deutschkurs besuchen. Möglicherweise, so der Vorsitzende des Senats, verliere sie ihren Status als anerkannter Flüchtling.

Religiöse Überzeugung spielte keine Rolle

Die Richter betonten, Fatema A. sei nicht für ihre tief gefestigte religiöse Überzeugung verurteilt worden, sondern weil sie vor allem versucht habe, einen 17-Jährigen für den IS zu werben. Der junge Mann war im November 2018 in einem gesonderten Verfahren verurteilt worden. Das OLG verhängte damals eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten gegen den Asylbewerber, der auch ein Attentat in Erwägung gezogen haben soll.

Syrerin erleichtert über das Urteil

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte der Frau noch einen weiteren Anwerbeversuch vorgeworfen. Zudem sollte sie laut Anklage den IS durch Geldüberweisungen unterstützt haben. Diese Vorwürfe bestätigten sich nach Ansicht der Oberlandesgerichts im Prozess nicht. Auch deshalb lag das Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Die Verteidigung hatte sich dagegen für eine Bewährungsstrafe unter neun Monaten ausgesprochen. Die Angeklagte reagierte erleichtert auf das Urteil. Sie saß seit Oktober 2018 in Untersuchungshaft. Im Prozess hatte sie sich nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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Quelle: MDR/cnj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.09.2019 | 08:30 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2019, 12:02 Uhr

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