Landgericht Doppel-Mord-Anklage: Prozess gegen Vater in Dresden

Der gewaltsame Tod zweier kleiner Mädchen in Gorbitz bewegte Ende Juli 2018 viele Dresdner. Nun steht der Vater der Kinder wegen Mordes vor dem Landgericht.

Polizeibeamte mit Angeklagtem in Gerichtsaal
Mit einer Zeitung verdeckt der angeklagte Vater sein Gesicht zu Beginn des Prozesses. Während des ersten Prozesstages hörte er regungslos zu und schwieg. Bildrechte: xcitePRESS

Am Landgericht Dresden hat heute der Prozess gegen einen Vater begonnen, der seine beiden Töchter bei einem Wochenendbesuch heimtückisch und grausam getötet haben soll. Der 56 Jahre alte Mann soll den drei und sechs Jahre alten Mädchen auch mit einer Stichsäge den Rücken aufgetrennt haben. Die Anklage lautet zweifacher Mord. Laut Staatsanwaltschaft wurde das jüngere Mädchen brutal erschlagen. Der großen Schwester soll der Vater die Kehle durchgeschnitten haben. "Die Heftigkeit der Tatbegehung sticht heraus, zumal noch gegen schutzlose Kinder", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Rache an Mutter als Motiv?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der Mann aus Mosambik damit auch an der Mutter der Mädchen rächen wollte. Er haben "die Trennung nicht überwinden können", sagte Staatsanwalt Till von Borries beim Prozessauftakt. Die 36 Jahre alte Frau, ebenfalls aus Mosambik stammend, hatte sich im Januar 2018 von dem Mann getrennt. In den Monaten danach soll er sich laut Anklage zur Tat entschlossen haben. Der Krankenpfleger, der bereits seit 1981 in Deutschland lebt, hatte Probleme bei der Arbeit, Alkohol- und Medikamentenprobleme. "Eine explosive Mischung", sagte der Sprecher dazu. Zur Tatzeit soll er betrunken gewesen sein.

Der Prozess ist bis Mai 2019 geplant, zehn Verhandlungstage wurden angesetzt.

Quelle: MDR/dpa/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.03.2019 | 09:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 28.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 29. März 2019, 11:30 Uhr

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