09.10.2019 | 13:30 Uhr | Update Angeklagte sagen aus im Prozess um Kriegswaffenschmuggel in Dresden

Die Angeklagten links und rechts, stehen vor Beginn des Prozesses zum Handgranaten-Fund am Dresdner Hauptbahnhof im Verhandlungssaal im Landgericht.
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Zwei Männer haben am Mittwoch vor dem Dresdner Landgericht ausgesagt zum Prozessauftakt über einen Waffenfund am Dresdner Hauptbahnhof zu Jahresbeginn. Den beiden wird unter anderem die unerlaubte Einfuhr und der Besitzes von Kriegswaffen vergeworfen. Der 28 Jahre alte Angeklagte gab zu, das Auto gefahren und von den Waffen gewusst zu haben. Der 17 Jahre alte zweite Angeklagte sagte, er will nichts von den Waffen gewusst haben.

Staatsanwaltschaft hält Angeklagte für Waffen-Kuriere

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden aus Bosnien stammenden Beschuldigten als Kuriere einer organisierten Bande Kriegswaffen über die deutsch-tschechische Grenze nach Deutschland schmuggelten, um sie mit Gewinn weiter zu verkaufen. Wegen des Jüngeren wird der Fall vor der Jugendstrafkammer verhandelt. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt.

Falsch abgestelltes Auto ließ Schmuggler auffliegen

Am späten Montagabend kam es am Dresdner Hauptbahnhof zu einer Sperrung der Bayrischen Straße durch die Bundespolizei.
Bei einer Verkehrskontrolle fiel den Beamten ein Auto auf, das voll mit Waffen beladen war. (Archivbild). Bildrechte: imago/xcitepress

Die aus Bosnien stammenden Tatverdächtigen wurden im Februar 2019 am Dresdner Hauptbahnhof erwischt. Sie waren bei einer Verkehrskontrolle aufgeflogen, weil sie im Parkverbot standen. In ihrem Auto fanden die Beamten zunächst 17 Handgranaten. Mittlerweile ist von 95 Handgranaten, vier vollautomatischen Gewehren, acht halbautomatischen Faustfeuerwaffen und Munition für Kurz- und Langwaffen die Rede.

Anklage gegen weitere mutmaßliche Beteiligte

Die Staatsanwaltschaft hat außerdem Anklagen wegen gewerbs- und bandenmäßiger unerlaubter Einfuhr von Kriegswaffen gegen zwei weitere Männer erhoben. Den 24 und 28 Jahre alten Bosniern wird vorgeworfen, als Mitglieder einer Bande für den Waffenschmuggel über die deutsch-tschechische Grenze nach Deutschland mitverantwortlich zu sein. Laut Anklage haben sie das Fahrzeug präpariert, die Waffen versteckt und im Anschluss das Auto an die Fahrer übergeben.

Quelle: MDR/dpa/ms/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.10.2019 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2019, 13:30 Uhr

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