28.11.2019 | 14:29 Uhr Polizei beendet Klimaprotest an TU Dresden

Gebäude der TU Dresden
Bildrechte: Nils Eisfeld

Die Polizei hat den Klimaprotest im Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden beendet. Grund ist nach Angaben der Behörde, dass sich die Teilnehmer nicht an die mit der Uni-Leitung vereinbarten Regeln gehalten haben.

Bruch von Absprache präventiv unterbunden?

Seit Montag hatten Studenten das Audimax besetzt und dort Vorträge sowie Debatten über den Klimawandel und die ökologische Krise veranstaltet. Zudem sollte ein Forderungskatalog an die Universitätsspitze erarbeitet werden. Das Rektorat der TU hatte zugestimmt, dass die Aktion bis Freitag täglich von 9 bis 20 Uhr stattfinden kann, wenn die Hausregeln beachtet werden. Dazu zählt ein Übernachtungsverbot. Der Polizei zufolge hatten Protestteilnehmer jedoch angekündigt, auch die Nacht zum Freitag in dem Hörsaal verbringen zu wollen. Wegen dieses Bruchs der Absprachen seien die Studenten zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert worden.

Wir haben uns dazu entschlossen, nachdem gestern bekannt geworden war, dass Aktivisten online im großen Stil Schlafplätze im Hörsaalzentrum angeboten haben, auch über den Verlauf der Klimawoche hinaus. [...] Damit entstand eine unbeherrschbare Situation, die die TU Dresden nicht länger verantworten konnte.

Hans Müller-Steinhagen Rektor der TU Dresden

Wer hat recht?

Einige Protestteilnehmer widersetzten sich, ein Mann wurde laut Polizei kurz festgenommen, weil er sich nicht ausweisen wollte. Den Organisatoren des Protestes zufolge befanden sich kurz vor der Räumung noch etwa 40 Leute im Hörsaal. Den Beamten warfen sie unverhältnismäßige Gewalt vor. Zudem habe die Uni-Leitung die Lage bewusst eskalieren lassen. Den Grund für die Räumung bezeichnete eine Sprecherin der Studenten als schlechten Vorwand. Schon vor Beginn des Protestes hätten Unbekannte den Audimax der TU als Schlafplatz für Teilnehmer der am Wochenende geplanten Proteste des Anti-Kohle-Bündnisses "Ende Gelände" angeboten. Diese Online-Anzeige sei schon vor Tagen gelöscht worden. Die TU widersprach und erklärte, der Eintrag sei erst nach der Räumungsankündigung gelöscht worden. Die Klimaaktivisten wollen ihre Aktion nach eigenen Angaben bis Freitag vor dem Hörsaalzentrum fortsetzen.

Heißes Wochenende in Braunkohlerevieren erwartet

Am Wochenende sollen im Lausitzer und Leipziger Braunkohlerevier zahlreiche Klimaproteste stattfinden. Das Bündnis "Ende Gelände" hat Mahnwachen, Blockaden sowie Besetzungen von Tagebauen und Kraftwerken geplant. Es fordert einen sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Die Organisatoren erwarten mehrere tausend Teilnehmer.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.11.2019 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

7 Kommentare

Noergelchen vor 36 Wochen

Es ist völlig richtig, wenn sich die Studenten mit den Themen Schutz der Lebensgrundlagen und Nachhaltigkeit befassen und ihre Professoren auffordern, diese zum Gegenstand von Forschung und Lehre zu machen. Damit kann die Gesellschaft weitergebracht und die Zukunft gestalten werde. Unsinnige Protestaktionen und die Einladung von "Ende Gelände" dagegen sind eines wissenschaftlichen Nachwuchses unwürdig.

Melle vor 36 Wochen

Äußerst schade, dass Ende Gelände die Arbeit der tuuwi, L4F und Students for future zu nichte macht. Diese werden nicht einmal erwähnt, haben sich aber sehr viel Mühe beim Organisieren von Vorträgen und Info-Veranstaltungen gegeben, die durch diesen Protest kaum besucht wurden !

aus Elbflorenz vor 36 Wochen

Vielleicht sollte man den Bersetzen mal den Mietzins in Rechnung stellen, welcher für eine derartige Räumlichkeit wie den Audimax-Hörsaal der TU Dresden üblicherweise entrichtet werden muss.

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