Krawalle in Heidenau
Krawalle im August 2015 in Heidenau. Bildrechte: Getty Images

"Freie Kameradschaft" weiter im Visier Razzia bei Rechtsextremen in Dresden

Die Polizei ermittelt gegen zehn weitere Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung "Freie Kameradschaft Dresden". Sie sollen an den Ausschreitungen vor der Flüchtlingsunterkunft in Heidenau im August 2015 beteiligt gewesen sein. Außerdem sollen sie beim Angriff der ebenfalls rechtsextremen "Gruppe Freital" auf ein Wohnprojekt in Dresden-Übigau dabei gewesen sein.

Krawalle in Heidenau
Krawalle im August 2015 in Heidenau. Bildrechte: Getty Images

Die Generalstaatsanwaltschaft in Sachsen hat erneut Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung "Freie Kameradschaft Dresden" durchsuchen lassen. Von der Razzia am Dienstagmorgen waren diesmal neun Beschuldigte in Dresden betroffen, wie Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, mitteilte. Insgesamt stehen weitere zehn Männer im Alter zwischen 24 und 47 Jahren im Verdacht, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung in wechselnder Beteiligung Straftaten gegen Andersdenkende, Flüchtlinge und Polizisten verübt zu haben.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkunft und alternatives Wohnprojekt

Schauplatz waren unter anderem eine Flüchtlingsunterkunft in Heidenau, wo es im August 2015 zu schweren Ausschreitungen kam, die die Stadt nahe Dresden überregional in die Schlagzeilen brachten. Bei einem Angriff auf das alternative Wohnprojekt "Mangelwirtschaft" in Dresden-Übigau sollen die Tatverdächtigen an der Seite von Mitgliedern der "Gruppe Freital" gewirkt haben.

Ziel der Durchsuchungen am Dienstag war es, weitere Beweismittel für die Mitgliedschaft der Beschuldigten in einer kriminellen Vereinigung und die jeweilige Beteiligung an Aktionen und Straftaten zu gewinnen, so Wolfgang Klein. Die Ermittlungen führt das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes Sachsen.

Im vergangenen Jahr waren in einem ersten Verfahren zwei Männer der Freien Kameradschaft Dresden unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. In einem zweiten Verfahren müssen sich fünf Männer und eine Frau vor dem Gericht verantworten.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.06.2018 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 21:39 Uhr

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21 Kommentare

27.06.2018 16:35 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 21

@ 19:
Zitat "Ich werde mit Sicherheit aber weiter für gleiches Recht für ALLE und damit dafür das rotrotgrüne Activisten genau so behandelt werden wie Rechtsradikale eintreten. Denn die sind um einiges organisierter, mindestens genau so skrupellos , vor allem aber penetraner und aktivier wie Rechtsradikale."

Letztens wurden erst die offiziellen Zahlen von Todesopfern rechter Gewalt angehoben.
Wenn ich mich recht entsinne, hast Du dort auch gepostet.
Wenn ich Dich nun nach den Zahlen von Todesopfern linker Gewalt frage, bekomme ich doch wahrscheinlich wieder keine Antwort...

Offensichtlich wird auf der 'rechten Seite' doch ein anderer Zählmaßstab angelegt.

27.06.2018 14:24 Eulenspiegel 20

Hallo Uwe 19
Wobei man ganz klar schreiben muss das ihre Behauptungen eben nur Behauptungen sind. Und der immer wieder kehrende Verweis auf den G 20 Gipfel ist ja wohl er ein Beweis dafür das das ihre Behauptungen gar nicht stimmen können.

27.06.2018 11:33 Uwe 19

@Peter W. 15
Ich werde mit Sicherheit an keiner Demo für Rechtsradikale teilnehmen oder in einen Hungerstreik treten. Ich werde mit Sicherheit aber weiter für gleiches Recht für ALLE und damit dafür das rotrotgrüne Activisten genau so behandelt werden wie Rechtsradikale eintreten. Denn die sind um einiges organisierter, mindestens genau so skrupellos , vor allem aber penetraner und aktivier wie Rechtsradikale.

27.06.2018 09:46 Wolpertinger 18

@26.06.2018 19:09 SGDHarzer66
Ihre Aussage ist schlichtweg falsch.

26.06.2018 22:51 Dampflok1989 17

Wir haben jetzt 2018! Respekt vor diesem Ermittlungstempo.

26.06.2018 21:07 Janes 16

@Peter 10: Ja und? Was soll ihre Aussage bedeuten?! Was erwarten sie?

Ich erwarte, dass der Staat vernünftig ermittelt und dann sauber anklagt! Und dann gerechte Urteile finden.

Praktisch genau so wie in dem Fall mit Heidenau!

26.06.2018 21:06 Peter W. 15

Die üblichen Verdächtigen hier reagieren wieder mit dem vorhersehbaren und lächerlichen Whataboutism wie der Pawlowsche Hund auf die Lampe. Gehirnwäsche oder Auftragsschreiberlinge - viel mehr Erklärungsmöglichkeiten gibt es da nicht. Uwe, Blumebfreund, Sachse43 und Co. - organisiert doch für eure Nazi-Kumpels mal eine Soli-Demo oder geht in Hungerstreik bis sie freigelassen werden...

26.06.2018 20:23 Hoffmann 14

Lächerlich, wie einschlägige Fans der rechten Szene wieder reflexartig ablenken wollen. Über rechtsradikale Kriminalität soll wohl nicht gesprochen werden.

Auch Linksextreme werden verfolgt. Siehe Foto-Fahndung von G20 aus Hamburg. Aber darum geht es hier gar nicht.

Das Thema hier sind kriminelle Rechtsradikale. Also nicht ablenken.

Offenbar ärgern sich wohl einige Leute über die Razzia ....
Getroffene Hunde bellen. So wie immer.

26.06.2018 19:50 Eulenspiegel 13

Hallo Blumenfreund 7
Eigentlich ganz schön wenig was sie auf der linksradikalen Seite an Terror vorlegen können. Außer den G 20 Gipfel fällt ihnen nichts ein. Der war zwar in Deutschland hat aber mit den Deutschen Linksradikalen nur wenig zu tun. Das war ja eine Weltweite Sache. Als wenn sie nichts anderes zu bieten haben als den G 20 Gipfel dann brauch man sie nicht widerlegen. Das tun sie im Grunde selbst.

26.06.2018 19:47 Peter 12

@11: Heidenau war 2015, Hamburg 2017
Merken Sie was? Gegen rechte Terrostisten ermittelt die Polizei nach 3 Jahren, gegen linke gerade mal ein Jahr und schon 30 Verurteilungen.
Man könnte auf den Gedanken kommen, gegen Rechts wird verzögert.
Allerdings glaube ich an den Rechtsstaat. Was lange währt, wird gut. Der Rest der rechten terroristischen Vereinigung wird auch noch vor Gericht gestellt und hoffentlich verurteilt.

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